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lutgra

Prägender Forenuser

  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 4 914

Registrierungsdatum: 9. April 2013

31

Dienstag, 26. September 2017, 21:53

Bernard Zweers - Symphonie Nr. 3

Die dritte Symphonie von Bernard Zweers gilt als sein Meisterwerk; 1886/90 komponiert, trägt sie den Titel "An mein Vaterland". Das erinnert an Smetana und die erste Symphonie von Raff und stilistisch ist Zweers 3. davon auch nicht allzu weit entfernt. In erster Linie denkt man bei der Tonsprache aber an Tschaikowsky mit einem gehörigen Schuss Liszt/Wagner. Das Werk ist üppige 62 min lang und hat viele interessante Einzelheiten. Ob es insgesamt als Symphonie funktioniert oder doch eher eine Sammlung von vier Orchesterfantasien ist, müssen weitere Hördurchgänge ergeben. Durchaus hörenswert auf jeden Fall.


Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 348

Registrierungsdatum: 9. August 2004

32

Dienstag, 26. September 2017, 22:51

Interessant. Ich habe mir seinerzeit die erste und zweite Sinfonie von Zweers auf Grund einer Nomininierung durch das Ex-Mitglied "Oranje" vom 6. September 2012 gekauft. , die dritte aber " auf später" verschoben. Am 2. Dezember 2012 habe ich die erste dann offensichtlich gehört und durchaus positiv beschrieben. Desungeachtet liegt die zweite Sinfonie noch ungehört und originaöversiegelt im "Wartebereich" meiner Sammlung. Die Dritte fehlt noch immer. Damit sie mir nicht entgeht habe ich sei heute auf die Bestelliste für Oktober gesetzt. Eigentlich wollte ich die Bestllung erneut verschieben, eine kurze Hörprobe hat mich indes überzeugt, daß es JETZT sein muß.
Mir ergeht es beim Hören von holländidchen Komponosten so, daß ich sie durchaus als angenehm, zugleich aber als ein wenig "bedeutungslos" empfinde, orgendo nicht als wirchl "klassische Musik" (??)
Hier mag sich vermutlich das zu Buche schlagen, was ich im (von den Taminos verworfenen) Thread "Projektionen in der klassischen Musik" ansprechen wollte....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 348

Registrierungsdatum: 9. August 2004

33

Mittwoch, 27. September 2017, 14:30

Früher als geplant habe ich mir nun doch die 2 Sinfonie von Zweers angehört. Der auslöende Faktor, war Lutgras Bemerkung, daß - allerdings in Bezug auf die Dritte - eine gewisse Nähe zu Raff zu hören sei. Das könnte doch - so dachte ich - auch auf die zweite Sinfone zutreffen ? Und in der Tat- es gibt ZUMINDEST EINE Gemeinsamkeit, und die wäre ein GesamteindrucK von eher einfacher eingängiger Melodik. Und auch hier hat man oft den Eindruck, man kenne einiges bereit, es ist irgenwie vertraut. Es gibt keine überzogene Dramatik, keine vorgetäuschte "Bedeutung" oder in Musik gesetzte "Weltanschauung"- nur schöne Musik

Die Sinfonie stammt von 1882/82. bei ihrem Erscheinen wurde sie zwiespätig aufgenommen, während sie beim Publikum auf Anhieb beliebt war, gabe es doch einwände von seiten der Kritik. Die beiden Ecksötze wurden als gelungen betrachtet, die Sätze 2 und 3 wären wie ein Fremdkörper in der Sinfonie. Dieser Auffassung kann ich mich nicht anschliessen.
Der erste Satz kommt geradezu überschäumend von Lebensfreude daher, was natürlich die ruhigeren Sätze ein wenig in den Hintergrund drängt und sie vielleicht "Blasser" erscheinen lässt als sie sind, ich war eigentlich zufrieden. Der vierte Satz ist dann quasi der Garant für die Symmetrie dieser Sinfonie.

Durch Zweers dritte Sinfonie, die angeblich alles bislang von Zweers komponierte überragt wurde die zweite, ebenso wie die erste Sinfonie (IMO zu unrecht) in den Hintergrund gedrängt.

Insgesamt ein klangschönes, eingängiges und vorwiegend fröhliches Werk

mfg aus Wien
Alfred

PS im Finalsatz höre ich immer wieder Fanfaren, die mich entfernt an den Beginn eines bekanntes Weihnatslied erinnern - vermutlich Einbildung......

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Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 348

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34

Sonntag, 1. Oktober 2017, 18:45

Auf der schon im vorigen Beitrag gezeigten CD mit Bernard Zweers 3. Sinfonie befindinden sich weitere Werk, daunter die über 7 Minuten dauernde Konzertouvertüre "Saskia" Saskia van Uylenburgh (1612 -1642) war Rembrandts erste Ehefrau (es gab eigentlich keine zweite, denn Hendrijke Stoffels war - wenngleich von ihm als seine Frau bezeichnet, formal nur eine Lebensgefährtin) aus einer niederländischen Patrizierfamilie. ihr Vater war einst sogar Bürgermeister ihrer Geburtsstadt Leeuwarden.
Die Ouvertüre wurde 1906 anlässlich des 300. Geburtsags von Rembrandt geschrieben.
Im Beiheft der Cds findet sich eine Auslegung des Werks als "Charakterportrait" (wie sie früher in Mode waren) und es wir hier erklärt durch welche kompositorischen Kunstkniffe Zweers den bescheidenen und frommen Charakter dieser Frau dargestellt haben will. Abgesehen davon, daß ich von derartigen komponierten Charakterbildnissen nicht allzuviel halte, dürfte zumindest der Begriff "bescheiden" nicht zutreffend sein, wie wir anhand einer überlieferten Geschichte wissen. Zitat aus WIKIPEDIA:

Zitat

1638 verklagte Rembrandt Saskias Verwandten Albertus van Loo und dessen Schwester, weil diese gesagt haben sollten, dass Saskia „mit Prunken und Prangen das Erbe ihrer Eltern vergeudet“ habe. Rembrandt hielt dagegen, dass er und seine Frau nun einmal „reichlich und über die Maßen begütert“ seien. Er verlor den Prozess

Abgesehen davon ist Zweers farbig und kräftig auftrumpfende Ouvertüre - auch ohne "Biographischen Hintergrund" hörenswert.
Da wir solche Personen und Geschichtsbeschreibungen bei vileen Komponisten finden, dürften sie der Tatsache geschuldet sein, daß Werke mit Beinamen scheinbar generell mehr Interesse hervorrufen......

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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