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Alfred_Schmidt

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31

Freitag, 8. Januar 2010, 00:42

Zitat

Wieviele von den Dingern gibt es denn noch?


Keine Ahnung, aber es dürfte doch noch etliche geben.
Zdem gibt es die Welte Mignon "Vorsetzer", das sind Wiedergabevorrichtungen, die es erlaubejn , daß ein beliebiges Klavier die Welte Mignon Rollen abspielt.

Wesentlich problematischer ist,,daß Welte Mignon sein Aufnahmeverfahren so geheim gehalten hat - und zudem ALLE Aufnahme apparaturen und Aufzeichnungen vernichtet hat, sodaß eine Welte Mignon Aufnahme heutzutage unmöglich ist. Man kann auch die Aufnahmeapparatur nicht mehr nachbauen, weil man vieles darüber nicht weiß

Zu den von Harald Kral gezeigten Aufnahmen:

Es wurde und wird immer wieder bekrittelt, daß das Welte-Mignon System keine so dem Original entsprechende Aufzeichnung erlaubt, wie behauptet wird.

Ich bin geneigt dieser Aussage Glauben zu schenken, wenn ich in die Soundsamples der obenstehenden Aufnahmen hineinhöre:
Man nehme hier als Beispiel die Waldsteinsonate,
Sooo spielt (hoffentlich !!) kein Mensch Klavier . das Mechanische und sein Mangel an Perfektion sind unüberhörbar...

mfg aus Wien
ALfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Ulli

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32

Freitag, 8. Januar 2010, 01:25

Zitat

Original von Alfred_Schmidt

Zitat

Wieviele von den Dingern gibt es denn noch?


Keine Ahnung, aber es dürfte doch noch etliche geben.


Von den Rollen jedenfalls gibt es nahezu unzählige im Musikautomatenmuseum in Bruchsal... falls jemand mal hier in der Nähe ist, ich komme gerne immer wieder mit dorthin.

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Thomas Pape

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33

Freitag, 8. Januar 2010, 11:07

Zitat

Original von Alfred_Schmidt

Zitat

Wieviele von den Dingern gibt es denn noch?


Keine Ahnung, aber es dürfte doch noch etliche geben.
Zdem gibt es die Welte Mignon "Vorsetzer", das sind Wiedergabevorrichtungen, die es erlaubejn , daß ein beliebiges Klavier die Welte Mignon Rollen abspielt.
...
Es wurde und wird immer wieder bekrittelt, daß das Welte-Mignon System keine so dem Original entsprechende Aufzeichnung erlaubt, wie behauptet wird.
...
Man nehme hier als Beispiel die Waldsteinsonate,
Sooo spielt (hoffentlich !!) kein Mensch Klavier . das Mechanische und sein Mangel an Perfektion sind unüberhörbar...

Mit freundlichen Grüßen aus Wien
ALfred


Zumindest Anfang der 1990er Jahre tauchten die Welte-Mignon Klaviere häufig bei Technikauktionen auf, oftmals auch in gut restauriertem Zustand. In diese Zeit fallen auch Kompositionen, die eigens für Welte-Mignon Klaviere entstanden sind (so eine Rolle habe ich bei einem Sammler gesehen, ohne jetzt aber Werk und Komponisten nennen zu können; die Kompositionsidee bestand darin, das Werk auf der Rolle durch Einsticheln entstehen zu lassen und durch das Abspielen in Klang zu verwandeln. Vielleicht weiß KSM etwas dazu?).

Rollen scheinen auch bei Sammlern viele zu kursieren. Offenichtlich war es so, daß die Rollen teilweise autorisiert wurden. Der Künstler hinterließ auf dem Papier seine Signatur.

Zumindest im Falle von Wilhelm Backhaus kann ich sagen, daß das Abhören einer solchen Rolle (neben dem Klavier stehend) für mich etwas Gespenstisches hatte. Zumal des technisch perfekt war.

Und damit bin ich bei Alfreds zweitem Einwand: man darf nicht vergessen, daß die Welte-Mignon Rollen eine Auffassung von Klavierspiel dokumentieren, über die mittlerweile hundert Jahre hinweggegangen sind. Am signifikantesten dürfte das bei der Leschitzky und Sauer Schülerin Elly Ney nachzuvollziehen sein, die ja bis an ihr Lebensende Schallaufzeichnungen gemacht hat.

Walter Niemann rühmt sie 1919 in seinem Buch "Meister des Klaviers-Pianisten der Gegenwart" als den absoluten Star unter den deutschen Pianisten. Beethoven stand zu der Zeit noch nicht so sehr auf ihrer Agenda, dafür Chopin und Schumann, die nach Niemanns Einschätzung mit gelegentlichen technischen Schwächen, dennoch unvergleichlich gespielt würden.

Alles rein technische wird von ihm in den Bereich des Angelsächsischen geschoben, Mark Hambourg regelrecht abgewertet, und nun der interessante Vergleich: Wilhelm Backhaus. Aus Sicht Niemanns ein "Neu-Klassiker", vor dessen technischer Befähigung der Autor neidvoll innehält, um ihm sodann flache Mitteltöne zu attestieren, für Bach und die Romantik begabt zu halten und im dann - welche wundersame Fehleinschätzung des Jahres 1919 - die Befähigung für Beethoven abzusprechen.

Diese Zeilen zeigen, welch' grundsätzlicher Wandel sich im Laufe der letzen 100 Jahre vollzogen hat (der Antagonismus technisch vs. innerlich scheint indes zeitlos zu sein).

Daher will ich gerne den alten Rollen glauben und annehmen, daß man seinerzeit so gespielt hat (vor diesem Hintergrund scheinen die beiden Empfehlungen von Harald eine absolutes Muss zu sein; man schaue mal auf die Pianistennamen....)

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

Thomas Pape

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34

Samstag, 9. Januar 2010, 01:10

Ein Nachschlag in Bezug auf das zuvor Geschriebene: der gemeinte Komponist war Conlon Nancorrow (1912-1997), der für sogen. "Player-Pianos" komponierte (51 Studies). Der Hintergrund war tatsächlich die Tatsache, daß seine Musik kaum aufführbar, und daß er mit den gestanzten Papierrollen Strukturen erzeugen konnte, die manuell nicht mehr darstellbar waren. Näheres zu diesem Komponisten hier

Allerdings landen wir nun bei einer weiteren Baustelle: die Kompositionen waren für Selbstspielklaviere, allerdings nicht für Welte-Mignon. Zu den Unterschieden bei den Systemen gibt Tante Wiki gerne Auskunft.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
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Frank Georg Bechyna

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35

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:46

Supervirtuso vs romantiserend ?

Lieber Thomas ,


Walter NIEMANN hat in seinem von Dir dankenswerterweise erwähnten Buch " Mesiter des Klaviers" ( 1919 , 1921 ) eine
möglicherwise erforderliche Gliederung in seinemBuch vorgenommen .

Was aber leider fehlt ist , dass er wohl davon ausgeht, dass s e i n e damaligen Leser etwa die Methoden des Unterrichts von T. Leschetitzky oder der Liszt - Schule ( wozu Brendel sich ja in einem seiner Bücher bezüglich Liszts Altersstil ausführlicher geäissert hat mit einem deutlichen Seitenhien gegen Vladmir Horowitz ) kannten .

Es würde zuweit führen , hier etwa die Leschetitzky - Schüler mit ihren mannigfaltigen Stilrichtungen darzustellen . Harold C. SCHONBERG hat in seinem Standardwerk "The Great Pianists " ( 1962 ; 2. A. 1978 ) zumindest zwei Hauptgruppen dargestellt . Zu der sehr sachlichen Interpretation ( damals wohl völlig neu ! ) gehörte als einer von zweien, Artur Schnabel, der später einer der einflussreichsten Lehrer bedeutender Pianisten geworden ist .
Die grosse Gruppe der Leschetitzky - Schüler wurden vereinfachend als eine der "romantischen " Tradition verpflichtet angesehen ( Paderewsky , Ignaz Friedman u. a. ) . Schnabel selbst hat noch den alten , hier immer als "Spatromantiker" etikettierten Johannes Brahms erleben können .

Schnabel hat auf seiner ersten USA - Tournee noch Chopins "Preludes" insgesamt gespielt , um sich dann etwa ab 1935 völlig von Chopin und Schumann abzuwenden . Er hat dies - nicht uneitel - selbst begründet , warum dies so seit .

Backhaus hat 1925 eine der meine Meinung nach herausragende Gesamtaufnahme der "Études" von Chopin aufgenommen . Backhaus war da flexibler als Schnabel in seiner Karriere : er spielte 1959 noch die b - Moll - Klaviersonate von Frédéric Chopin und immer wieder auch Schumann und Schubert .

Claudio Arrau , der dritte der sog. Beethoven - Spezialisten , hat Zeit seines Lebens sehr viel Chopin ( fast dessen gesamten große Werke ) wie auch die von Robert Schumann nicht nur gespielt, sondern auch aufnehmen lassen .

Der charakterisierende Schnabelton geht auf Leschetitzky zurück .

Alle drei hätten aus der Leschetitzky - Schule kommen können , weil dieser allen seinen Schülern immer wieder grosse Freiheiten gelassen hat .

Diese dann sujektive Sicht der einzelnen Pianisten geht dann weiter , wenn wir anerkennen , welche Bedeutung die Edition der Werke von Chopin durch Ignaz Friedman oder etwas früher die durch Paderewsky und seiner Assistenten hat .

Und im Falle von Beethoven hat Claudio Arrau bei den Klaviersonaten ( Edition bei Peters ) Masstäbe gesetzt , denn man im Einzelfall folgen kann , aber nicht muss .

Die Zuordnung zu einer bestimmten Schule wid immer problematisch bleiben !

Die Frage der "Mitteltöne" bzw. "Mittelstimmen" ( der Ausdruck stammt von Claudio Arrau und war als scharfe Kritik an einen seiner grossen Kollegen gerichtet ) ist auch eine Grundfrage vieler grosser Interpretationen ; etwa die berühmten Horowitz-Bässe vor allem in seiner Zeit zwischen seinem internationalen Karrierebeginn in Hamburg und der Zeit seiner Aufnahmen als er sich von Konzertpodium zurückgezogen hatte .

W i e sich ein Pianist künstlerisch (weiter)entwickeln wird ist nur sehr schwer vorherzuahnen .

Beste Grüsse


Frank
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

Harald Kral

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36

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:47

Schweizer Sonderausstellung zu Welte-Musikautomaten

Das Museum für Musikautomaten in Seewen (Solothurn, Schweiz) präsentiert anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Welte-Philharmonie-Orgel «Wie von Geisterhand», eine Sonderausstellung zur Geschichte der Firma Welte.

Das Museum verfügt nicht nur über eine entsprechende Orgel - die sogenannte Britannic-Orgel, die für das Schwesterschiff der Titanic gedacht war. Sie besitzt daneben einige weitere Instrumente der um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert hochgeschätzten Firma.

Zu den Highlights der Ausstellung gehören eine umfassende Sammlung von Musikrollen sowohl für Orgel als auch für Klavier (rund 1500 Musikrollen für Welte-Philharmonie-Orgel, rund 2200 Rollen für Welte-Mignon-Klavier) und der wohl einzige noch existierende Aufnahmeapparat der Firma Welte.

Koordiniert durch die Berner Fachhochschule, Hochschule der Künste Bern (HKB) und in Zusammenarbeit mit der Fonoteca Nazionale in Lugano sind die grossen Bestände mit Hilfe eines Musikrollen-Scanners digital erfasst und zugänglich gemacht worden.

Mehr Infos: www.musikautomaten.ch
(Quelle: cf)

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
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Alfred_Schmidt

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37

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:56

Ich wusste nicht, daß es noch einen Aufnahmeapparat gibt. Es hieß immer, daß alles zerstört sei und es keine Baupläne gäbe - somit wäre das Geheimnis der Welte Mignon Apparaturen auf immer verloren - neue Aufnahmen wären unmöglich.
Mit einer Welte-Mignon Aufnahmeapparatur hätten wir erstmals die Möglichkeit des unmittelbaren Vergleichs zwischen einer Welte-Mignon-Walze und eine synchron dazu erstellten digitalen Tonaufnahme. Es könnte also eine Aussage darüber gemacht werden, wie authentisch die Welte-Mignon.Aufnahmen tatsächlich sind. Denn darüber gab es immer schon Meinungsverschiedenheiten und diverse einander widersprechende Aussagen....

mfg aus Wien
Alfred Schmidt

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Harald Kral

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38

Montag, 28. November 2011, 21:03

Ich glaube nicht, dass mit dem Aufnahmeapparat, der sich dort im Museum befindet, tatsächlich Vergleichsaufnahmen erstellt werden können. Wie das Aufnahmeverfahren genau funktionierte, weiß man nicht einmal im Museum. Edwin Welte machte stets ein großes Geheimnis darum und baute bestimmte Teile der Apparatur immer erst kurz vor der Aufnahmesitzung ein und danach gleich wieder aus.

LG

:hello:
Harald

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Harald Kral

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39

Montag, 28. November 2011, 21:27

Die Welte-Philharmonie-Orgel für die HMS Britannic

Die legendäre "Titanic" war nur mit einem sog. "Orchestrion" ausgestattet. Das Schwesterschiff Britannic sollte mit einer selbstspielenden Philharmonie-Orgel von M. Welte & Söhne ausgestattet werden.
Wegen des Kriegsausbruches wurde dies jedoch nicht realisiert. Die Orgel selbst ist erhalten und steht heute im Museum für Musikautomaten im schweizerischen Seewen, das auf die Sammelleidenschaft von Heinrich Weiss zurückgeht.

Die Philharmonie-Orgel wurde 1911 auf der Weltausstellung in Turin vorgestellt. Sie klingt wärmer als eine Kirchenorgel, ähnlich wie ein Harmonium, voller weicher Obertöne. Sie verfügt auch über einige ungewöhnliche Effekte - und 1942 Pfeifen. Sie läßt sich mit den Händen spielen, kann aber Musik über Papierrollen und ein pneumatisch-elektrisches Verfahren wiedergeben.

Es sind rund 1200 Rollen erhalten, entstanden zwischen 1911 und 1930, Opern-Potpourris, Klaviersonaten, symphonische, für die Orgel arrangierte Stücke u v m.

Die Rollen wurden teilweise bereits digitalisiert. Die Münchner Plattenfirma Oehms erstellt eine CD-Edition mit diesen Aufnahmen. Die ersten Titel sind inzwischen lieferbar:


The Britannic Organ 1
Die für die Britannic gebaute Welte-Philharmonie-Orgel
im Museum für Musikautomaten in Seewen (CH).
Bach: Herzlich tut mich verlangen BWV 727; Präludium & Fuge
BWV 549; Jesu bleibet meine Freude BWV 147; Meine Seele
erhebt den Herrn BWV 648; 2.Satz aus dem Orgelkonzert nach
Johann Ernst von Sachsen-Weimar (Arrangements)
+Beethoven: Egmont-Ouvertüre op. 84; Wellingtons Sieg op. 91
+Berlioz: Ballet des sylphes aus "Damnation de Faust"
+Boellmann: Menuet Gothique
+Callaerts: Finale aus der Toccata op. 23 Nr. 3
+Grieg: Per Gynt Suite (Ausz.)
+Grison: Toccata f-moll
+Guilmant: March on a theme of G. F.Händel
+Haydn: Stücke für die Spieluhr Nr. 2, 5, 11 & 18
+Herold: Zampa-Ouvertüre
+Lindberg: Gammal Fabodspsalm fran Dalarna
+Mendelssohn: Ruy Blas-Ouvertüre; 2.Satz aus der
Orgelsonate op. 65 Nr. 4
+Mozart: Figaro-Ouvertüre; Türkischer Marsch: Fantasie für
mechanische Orgel KV 608
+Reger: Benedictus; Pastorale
+Wagner: Lohengrin (Ausz.)
+Dupre: Improvisation über ein Thema von Schubert
(Wiegenlied D. 488 )

Eine Demonstration der Britannic-Orgel von David Rumsey

Die Fa. Oehms schreibt dazu:

Zitat

Die Einsatzmöglichkeiten des Instruments sind vielfältig und werden auf dem nun veröffentlichten Vol. 1 einer ganzen Serie von geplanten CDs mit Aufnahmen der Seewener Britannic-Orgel vorgestellt: Der Organist David Rumsey, seit Jahren bestens vertraut mit dem Instrument, spielt die Orgel und bringt beispielhaft die vielfältigen und charakteristischen Register zum Klingen. Außerdem sind von Hand gestanzte Rollen aus dem historischen Welte-Katalog zu hören, sowie einige der ältesten überhaupt erhaltenen Aufnahmen historischer Organisten: Die Welte- Philharmonie-Orgel konnte quasi als Aufnahmegerät genutzt werden, und so sind Rollen erhalten, die Interpretationen vom Beginn des 20. Jahrhunderts konservieren, als es noch keinerlei akustische oder magnetische Aufzeichnungsverfahren gab.

LG

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Harald

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Harald Kral

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40

Montag, 28. November 2011, 21:32

Zum Weihnachtsgeschäft erscheint eine zweite Edition mit Aufnahmen der Britannic-Philharmonie-Orgel - Lieder zum Christfest:



Weihnachtsmusik

auf Welte-Rollen, eingespielt von legendären
Organisten wie Harry Goss-Custard, Johann Jakob Nater,
Walter Fischer, Joseph Bonnet, Karl Matthaei, Franz Philipp,
Günther Ramin, Kurt Grosse u. a.
Adeste fideles;Cantilene pastorale (Guilmant);And he shall
feed his flock aus Der Messias (Händel);Rhapsodie über
franzöische Weihnachtslieder (Faulkes);Introduction &
Variations sur un ancien noel polonais op. 60 (Guilmant);
Puer nobis nascitur-Variationen (Guilmant);Bergers et
bergeres (Godard);L'adieu des bergers (Berlioz);Stille
Nacht;Pastorale variee (Mozart);In dulci jubilo (Buxtehude);
Vom Himmel hoch (Pachelbel);Allein Gott in der Höh sei Ehr
(Pachelbel);O du fröhliche;O Tannenbaum;Mariä Wiegenlied
(Reger);Es ist ein Ros entsprungen (Brahms);Improvisation
über "Vom Himmel hoch" (Ramin)

Mit weihnachtlicher Musik haben sich verschiedene Organisten auf den Musikrollen der Firma Welte verewigt. Ihre Interpretationen klingen heute dank der Restauration so frisch wie zur Zeit ihrer Entstehung.

Erscheinungstermin: 9.12.2011

LG

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41

Mittwoch, 18. Januar 2012, 15:13

In diesen Tagen erscheint Vol. 3 der Britannic-Orgel-Aufnahmen:



The Britannic Organ 3 - Musik auf hoher See

Die für die Britannic gebaute Welte-Philharmonie-Orgel im Museum für Musikautomatin in Seewen (CH).

LG

:hello:
Harald

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Alfred_Schmidt

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42

Montag, 4. Mai 2015, 22:42

Nach drei Jahren Pause setze ich diesen Thread nun fort. Anlass war meine Recherche über Alexander Glasunow. Dabei stieß ich nicht nur auf ein sehr lebensnahes Portrait von Glasunow, gemalt von Ilia Repin, einem der berühmtesten russischen Maler seiner Zeit, sondern auch auf eine CD-Reproduktion einer Welte-Mignon-Walze, welche Werke von Glasunow enthält, wovon die meisten er selbst eingespielt hat, einige indes interpretierte der Rimsky-Korsakoff-Schüler Artur Lemba. Es handelt sich hier um Folge 19 einer vom Label TACET gestarteten Serie "The Welte Mignon Mystery", wo WElte Mignon-Aufnahmen mit modernster Technik nach neuesten Erkenntnissen auf CD überspielt werden.
Man hört also berühmte Pianisten der Jahrhundertwende und etwas später - ohne "historischen Beiklang" - sondern in etwa so, wie die "Live" Wiedergabe geklungen haben mag....

mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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43

Donnerstag, 10. August 2017, 10:47

Aus gegebenem Anlass setze ich diesen Thread nun fort.
Für Jene die den Threadbeginn nicht gelesen haben ganz kurz als Wiederholung und eventuell noch Ergänzung:
Welte Mignon war ein Mechaisches Reproduktionsklavier, das auf aus Papier gefertigten Lochstreifen das Spiel des Pianisten auf 100 (Welte rot) bzw auf 98 Spuren (Welte grün) festhielt. Es wurden also nicht nur die gedrückten Tasten registriert, sondern auch der zeitliche Verlauf, die Stärke des Anschlags und der Einsatz der Pedale. Prinzipiell also ein elektrisches Klavier, aber sehr sensibel.
Die ersten Aufnahmen stammen aus dem Jahre 1904, die letzten etwa aus Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhundert.
WAr zu Beginn ein "Welte-Mignon" Klavier zur Wiedergabe erforderlich, so gab es später sogenannte WElte-Mignon Vorsetzer. also eine Mechanische Vorrichtung, die die Wiedergabe von Welte mignon-Rollen auch auf einem Steinway, Bösendorfer etc ermöglichte.
Es soll insgesamt ca 5300 Einzelne Stücke aufgenommen worden sein.
Im 2. Weltkrieg wurde das Werk vernichtet und mit ihm auch die geheimgehaltenen Konstruktionspläne.

Probleme beim Einsatz der Welte-Mignon Vorsetzter ist der Erhaltungszustand und die genau Justierung, die nur wenige Kenner beherrschen
Das audiophile Label TACET hat 2004(?), also 100 Jahre nach Gründung der Firma Welte, begonnen auf einen generalrestauriertem Vorsetzer Aufnahmen wiederzugeben und aufzunehmen. Der durch TACET aufgenommene Klavierklang gilt sowieso als legendär.

Ich besitze einige CDs anderer Firmen mit Welte-Mignon Wiedergaben, die mich nicht absolut überzeugten. Heute weiß ich, daß das an nicht idealer Justierung lag.

Wer Andreas Spreer (Tonmeister und TACET Inhaber) - bzw dessen Ruf als Perfektionist - kennt, der weiß, daß man beim Kauf einer seiner Aufnahmen die bestmögliche Qualität erhält.

Ich beginne nun mit der Vorstellung der CD NR 1 dieser Serie (die ab übernächstem Monat meine eigene Sammlung ergänzen wird).

Enrice Granados spielt eigene Werke (2013)

mfg aus Wien
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44

Donnerstag, 10. August 2017, 18:58

Angesichts zahlreicher holpriger Stellen un Welte Mignon Aufnahmen - auch berühmter Pianisten - wurde oft die Frage nach der Zuverlässigkeit dieser Technik gestellt, also ob das was wir heute hören, auch wirklich so geklungen hat als es aufgenommen wurde, Die letzten Erkenntnisse zu diesem Thema sind eher so, daß die Aufnahem in der Tat das Spiel der jeweiligen Pianisten exakt wiedergeben. Einerseits standen in vilen Fälllen auch Schallpattenaufnahmen der betreffenden Pianisten zur Verfügung, andrerseits sind keine zeitgenössichen Berichte aus jene Zeit bekann, wo - beispielsweise - Pianisten die Exaktheit der Wiedergabe in Frage stellten, einige lebten ja beinahe bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Wie können also davon ausgehen, daß die Pianisten in der Tat so spielten, wie wir das durch diese Mechanik übermittelt bkommen.
Wir können aber daraus ebenso schließen, daß viele der damaligen Berühmheiten mit den geutigen Pianisten nicht mithalten könnten, oder aber daß ihre Spielweise für unsere Ohren almodisch klingt. Viele Komponisten waren ja keine besonders guten Pianisten, das geht zurück bis Haydn. Mozart hatte auch an Clementis Spiel einiges auszusetzen, allerdings ist hier eher der Konkurrenzneid im Spiel gewesen....

mfg aus Wien
Alfred

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Dr. Holger Kaletha

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45

Donnerstag, 10. August 2017, 22:24

Ich beginne nun mit der Vorstellung der CD NR 1 dieser Seris (die ab übernächstem Monat meine eigene Sammlung ergänzen wird)
Enrice Granados spielt eigene Werke (2013)
Es gibt speziell diese CD, lieber Alfred, auch aus der Condon-Collection, eine ebenfalls sehr gut aufgenommene und ungemein wertvolle Sammlung (die CD habe ich und noch einige andere aus der Serie):

https://library.stanford.edu/collections…ianos-and-rolls



Granados´ Spiel besticht durch eine vornehme Eleganz, die an das 18. Jhd. erinnert. Tragisch - ein deutsches U-Boot hat ihn auf dem Gewissen.

Die von der Klangqualität besten Welte-Mignon-Aufnahmen, die ich habe, sind von Intercord. Die Aufnahmen wurden auf einem wunderbar farbig klingenden Bösendorfer-Flügel gemacht. Da spielt Mahler den 1. Satz seiner 5. Symphonie. Das Highlight für mich ist Debussys Vortrag von "Le soiree dans Grenade" und "D´un cahier d´esquisses". Eine Lehrstunde für Pianisten heute. :)



Ich besitze noch die Teldec-Serie, auch wertvoll, sie kommt aber klanglich nicht an die Intercord-Wiedergabe heran. (Von Intercord gibt es noch eine Busoni-CD und eine von Horowitz.)




... und natürlich habe ich noch etliche Aufnahmen mehr. :hello:

Schöne Grüße
Holger

Alfred_Schmidt

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46

Freitag, 11. August 2017, 00:44

Danke Lieber Holger für die Bereicherung dieses Threads.
Für alle jenen, die sich nichts darunter vorstellen können, hier ein Video mit eine Welte-Mignon Aufnahme.
Die Wiedergabe erfolgt hier über ein speziell dafür gebautes Reproduktionsklavier (keinen "Vorsetzer") das mit der Maschine, die die Lochstreifen ausliest, pneumatisch verbunden ist. Eigentlich verwunderlich, daß diese Technik nicht wieder aufgegriffen wird (und notfalls neu erfunden wird).
Denn auch die beste Lautsprecherwiedergabe ist nur ein Abklatsch der Wirklichkeit, hier aber spielt ganz real ein Klavier.....



mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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zweiterbass

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47

Freitag, 11. August 2017, 12:00

Hallo,

es geht um „Pavane pour une infante defunte“ von Ravel

https://www.youtube.com/watch?v=tn6_yT9SKpM „Welte Mignon“ (Ich wähle diese Darstellung des Links, da man hier sofort Zugriff auf die Infos hat.) Es handelt sich um eine sehr differenzierte Interpretation, sowohl was Tempo, Agogik, Dynamik und den äußerst unterschiedlichen Anschlag betrifft

https://de.wikipedia.org/wiki/Pavane_pou…te_d%C3%A9funte Zwischen dem von Ravel in der Welte-Mignon-Aufnahme gewählten Tempo und dem in Wikipedia beschriebenen höre ich eine Diskrepanz. Das kann daran liegen, dass
1. ich eine falsche Vorstellung von dem in Wikipedia beschriebenen Tempo habe
2. der Verfasser des Wikipedia-Artikels die Welte-Mignon-Aufnahme nicht kannte oder falsche Infos über Ravels Aussage zu seinem Werk hatte
3. Ravel zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Einstellungen zu seinem Werk hatte.

Wenn ich den Wikipedia-Artikel als stimmig betrachte, dann interpretiert der Komponist Ravel sein Werk „richtig“, d. h. Komponist und Interpret haben deckungsgleiche Werkauffassungen.


Die nachstehenden YouTube-Einspielungen kommen der Werkauffassung des Komponisten Ravel (laut Wikipedia) und seiner Interpretation nahe.
https://www.youtube.com/watch?v=cwL4nSb9am8
https://www.youtube.com/watch?v=8ST3AiFtJC4
https://www.youtube.com/watch?v=0PKRYtj1Mfg


Außerdem gibt es bei YouTube eine Vielzahl von Einspielungen (man kann sich die anhören), deren Tempo viel zu langsam ist (allen voran S. Richter) und mehr einer Trauermusik nahe kommen (was Ravel lt. Wikipedia nicht meinte), von sonstigen stilistischen Eigenheiten ganz abgesehen.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Alfred_Schmidt

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48

Freitag, 11. August 2017, 12:59

Hier noch ein ganz besonderes Gustostück - Gustav Mahler spielt am Welte Mignon Flügel.
Die Aufnahme entstand am Donnerstag, de, 9. November 1905 in Leipzig



mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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9079wolfgang

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49

Freitag, 11. August 2017, 17:43

Ich bin kein Experte. Aber der Klang ist schon wirklich erstaunlich! :thumbup:
W.S.

Dr. Holger Kaletha

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50

Freitag, 11. August 2017, 20:15

Hier noch ein ganz besonderes Gustostück - Gustav Mahler spielt am Welte Mignon Flügel.
Die Aufnahme entstand am Donnerstag, de, 9. November 1905 in Leipzig
Das sehe ich auch so, lieber Alfred. Die Aufnahme gibt es hier:



und besonders gut aufgenommen, hier (wenn man die Aufnahme noch bekommt):




Heute habe ich meine CDs mit Rollenaufnahmen erst einmal geordnet. :) Und ich habe die Tacet-CD mit Debussy und Ravel bestellt. Die Stücke habe ich zwar (bis auf die Valses nobles et sentimenatales), aber das lohnt den Vergleich. Denn die Wiedergabe ist deutlich unterschiedlich je nach den verschiedenen Instrumenten.

Die Uni Freiburg hat ein Archiv, wo man sich über die Geschichte und die Aufnahmen informieren kann:

http://www.welte-mignon.de/wiki/

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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Dienstag, 29. August 2017, 07:24



Gestern habe ich die Aufnahme gehört! Aufnahmetechnisch ist das in der Tat perfekt! Ob ein hypermoderner Steinway D allerdings das richtige Instrument ist? Debussy selbst schätzte den Erard über alles. Bei Intercord haben sie einen Bösendorfer verwendet, der wirkt doch atmosphärischer und "historischer" mit seinem bassmächtigen, farbigen Klang. Ansonsten fallen im Vergleich die unterschiedlichen Spielzeiten auf. So ist "La cathedrale engloutie" bei Tacet eine halbe Minute schneller als bei Bellaphon (Condon). Ich finde das Tempo bei Tacet aber richtig, denn nur so hört man Debussys sehr moderne, rhythmische Spielweise. Dagegen finde ich "Valses nobles et sentimentales" von Ravel eindeutig zu schnell. Hier bei Youtube hört sich das Abspieltempo "richtiger" an:



Schöne Grüße
Holger

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