Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 209

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Mittwoch, 2. August 2017, 22:48

Spanische Komponisten quer durch die Jahrhunderte

Nachdem wir uns bereits mehr oder weniger erfolgreich diversen Ländern und ihren Komponisten gewidmet haben möchte ich heute Spanien in den Mittelpunkt stellen. Dieser Thread ist einem ganz bestimmten Mitglied gewidmet, dem dieses Thema ein Anliegen zu sein scheint, ich wollte es schon seit ca. 2 Jahren starten, aber es kam immer wieder etwas dazwischen. Dieser Thread soll als Trailer verstanden werden, der auf Namen aufmerksam macht, auf bereits bestehende Threads verlinkt, und zu neuen anregt, er sollte also nicht zu sehr in die Tiefe gehen, sondern nur quasi als "Wegweiser" dienen.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 4 921

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

2

Freitag, 4. August 2017, 23:42

Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)

Wenn ich "spanische Komponisten" höre, dann denke ich zuerst an Isaac Albeniz, Manuell de Falla und Joaquín Rodrigo.

Joaquín Rodrigo ist mit seiner gitarrenlastigen Musik der "erzspanische Komponist" schlechthin - doch er hat bei mir ewig gemischte Gefühle hinterlassen, da aus meiner Sicht etliche Werke recht langweilig sind (das mag bei Anderen ganz anders ankommen).

Sein meistgespieltes Werk ist das Gitarrenkonzert Concierto Aranjuez (1939), gefolgt von der Fantasia para un gentilhombre (= Fantasie für einen Gentlemen)(1954) und dann das Concierto de Serenata für Harfe und Orchster (1952) .

Meine erste Philips - CD genau dieser Werke CD hat denn auch mein Interesse für Weiteres geweckt ... doch mehr kam nicht und besser habe ich diese Werke als unter Lagoya / Almeida auch nie wieder gehört:


Philips, 1973, ADD

Es folgte eine 3CD-Box mit Los Romeros / Marriner (Philips) mit weiteren Gitarrenkonzerten von Rodrigo und den Spaniern Albeniz, Tarrega, Sor, Romero, Anon, Maltats und Torroba enthalten. So sind alle Gittarenkonzerte enthalten, die auch als Solisten nicht nur eine Gitarre, sonderen auch 2 (Concierto Madrigal) und 4 Gitarren (Concierto Andaluz) enthalten.
Auch sehr gute Aufnahmen mit den spanischen Stargitarristen der Familie Romero.

*** Brillant brachte dann vor etwas mehr als ca 10 Jahren eine 4-CD-Box mit allen Rodrigo-Orchesterwerken unter dem Mexikaner Enrique Batiz heraus.
"Vom Hocker reissen" ist was Anderes, was die Werke anbetrifft. Aber der Dirigent Enrique Batiz macht seine Sache gut; soweit die Partituren dies hergeben ...
Dies ist jedenfalls eine GA die ich nie ganz zu Ende durchgehört habe, weil (bei mir jedenfalls) die meisten Werke einfach zu Seicht rüber kommen.
Wer Interesse an dieser Musik hat, ist mit dieser GA auch bestes bedient.

Es handelt sich um ehemalige EMI-Aufnahmen, der sich die "Brilli-Jungs" angenommen haben:


Brillant, 1980 - 1985, DDD

Weit mehr Eindruck auf mich machen die Komponisten Albeniz und de Falla, auf die ich später zurückkomme.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 4 921

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

3

Samstag, 5. August 2017, 00:18

Isaac Albéniz (1860 - 1909)

Weit weniger Material als Rodrigo lieferte der Klavierkomponist Isaac Albéniz.

Bis auf sein Klavierkonzert sind alle Werke für Klavier Solo geschrieben.
Die TOP-Stücke = der Zyklus Iberia bestehend aus 4 Büchern, Navarra und die Suite espagnola und wurde von anderen "Orchestratoren" (Dirigenten und Komponisten) orchestriert um noch interssanter zu klingen.

Eine der wenigen Albeniz-CDs ist wieder mit dem Dirigenten, der zu dieser spanischen Musik das richtige iberische Verhältnis hat = Enriqie Batiz.
Er liefert mit Verve die orchestralen Versionen einer Iberia-Suite (Auszüge orchestral in 5 Sätzen - Orch. Arbos), Navarra (orch. Severac) und das Klavierkonzert Nr.1 op.78, das auch den Namen Concierto fantastico (orch. Trayter) hat.
Da geht die Post ab!


IMG Records, 1994, DDD


*** Eine weitere CD liefert von Albeniz die Orchesterversion der Rhapsodia Espagnola (orch. Halffter):
Alicia de Larrocha als fabelhafte Solistin am Klavier.


DEcca, 1981, 1984, DDD

:!: Hier taucht gleich ein weiterer Spanier auf: Joaquin Turina (1882 - 1949) mit seiner Rhapsodia sinfonica.


:thumbup: *** Für mich das orchestral Beste von Albeniz ist die Suite espagnola in der genial orchestrierten Version von Rafael Frühbeck de Burgos.
8o Eine CD mit Hörspass pur, die ich nicht missen möchte!


Decca, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 4 921

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

4

Samstag, 5. August 2017, 11:46

Albéniz - Iberia

:!: Vor abgebildeter CD möchte ich warnen!

Hier findet sich eine komplette orchestrale Fassung aller 4 Bücher (je drei Sätze) von Peter Breiner, der sich für die Aufnahme eines Moscow Symphony Orchestra bedient hat. Nachdem ich die kurze aber spannende Fassung der Orchestration von Arbos (kleine IMG-CD im Vorbeitrag) kannte, wollte ich gerne alle Sätze hören ...

Hier ist alles nicht so, wie man sich das vorstellt:
- Orchestration wirkt auf mich leienhaft und schlecht ausgeführt
- Orchester spielt recht uninspiriert - eben einfach vom Blatt ab ohne Emotionen und Einfühlungsvermögen
- Interpretation von Golovschin total langweilig
- Klang nix besonderes, da ohnehin nichts zum Klingen gebracht wird

Wie kann man soetwas auf CD herausbringen ? ... ;( Enttäuschung total.


Naxos, 1996, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 4 921

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

5

Samstag, 5. August 2017, 12:07

Albéniz - Suite Espagnola / Espana

Als Ergänzung zu der ausgezeichneten Orchesterfassung der Suite Espagnola mit Rafael Frühbeck de Burgos (Abb Beitrag 3) möchte ich die originale Klavierfassung mit den gesamten 15 Sätzen des Espana - Albums empfehlen:

Esteban Sanchez, Klavier
ist ein Solist der hier eine referenzwürdige Int mit hohem Sinn für spanische Musik einbringt.
Er hat auch die vier Iberia-Bücher komplett und ememplarisch eingespielt. (Die CD habe ich aber nicht mehr, weil ich letztendlich doch nicht so viel KM höre.)


ensayo, 1968/69, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 4 921

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

6

Samstag, 5. August 2017, 12:37

Manuel de Falla (1976 - 1949)

Herrliche Orchesterwerke/Ballette, die es in sich haben, hat Manuel de Falla geschrieben:

Der Dreispitz - Ballett
Nächte in Spanischen Gärten für Klavier und Orchester
2 Sätze aus der Oper La Vida Breve

finden sich auf einer ausgefeilten Decca-CD mit Sergiu Comsissiona / Alicia de la Rocha (Nächte ...) und dem Altmeister Ernst Ansermet (Dreispitz) in für mich exemplarischen Aufnahmen.

Von den Balletten Der Dreispitz und Der Liebeszauber besitze ich auch die recht gute Aufnahme mit Dutoit/Montreal PO (Decca); aber sowohl der Dreispitz mit Ansermet, wie auch der Liebeszauber unter Burgos (DEcca-CD Abb Beitrag 3) ziehe ich dieser Hochglanzproduktion (so wirkt´s auf mich) mit Dutoit weit vor.
Burgos und Ansermet entfachen ungleich mehr Herzblut für diese Werke.


Decca, 1967/68, ADD


*** Brillant hat dann irgendwann mal eine 3CD-Orchesterwerke-Box mit Eduardo Mata und verschiedenen südamerikanischen Orchestern herausgebracht, die Orchesterwerke von de Falla enthällt:
Interessant ist darin noch das Harfenkonzert, Master Peter´s Puppet Show, Homenajes, Suite Canciones populares Espanolas (orch.Berio) als Ergänzung zu dem was noch auf den vorgenannten Decca-CD´s fehlt. Die Nächte in spanischen Gärten fehlen bei Brillant; die Oper La vida Breve ist auf CD 1 ganz enthalten. Aber die Hauptwerke Der Dreispitz (hier nur drei Tänze aus dem Ballett) und Der Liebeszauber haben hier auch nicht die Qualität wie bei Ansermet und Burgos.


Brillant, 1993-94, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 4 921

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

7

Samstag, 5. August 2017, 12:53

Joaquin Turina (1882 - 1949)

Als Alleinunterhalter :D stelle ich dann heute den vorerst letzten spanischen Komponisten vor: Joaquin Turina.

Die Menge der interessanten Werke hällt sich bei ihm stark in Grenzen.
Das Beste sind in meinen Ohren noch die fetzigen und kurzweiligen 3 Sätze der Danzas fantasticas op.22.
Auch noch die Rhapsodia Sinfonica für Klavier und Orchester auf der Decca-CD in Beitrag 3.

Auf der RCA-CD bietet Antonio Almeinda die
Danzas fantasticas op.22
La procesiondel Rocio op.9,
Sinfonia sevilliana op.23 und
Ritmos op.43

in anständigen Aufnahmen mit den Bamberger Sinfonikern:


RCA, 1992, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 855

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

8

Samstag, 5. August 2017, 14:05

Genau das hatte ich erwartet: alles Klassik und Romantik. Wenn das Thema schon "durch die Jahrhunderte" führt, fängt man doch früher an. Die besten spanischen Komponisten, die sozusagen auch in der gesamten Polyphonie international die besten waren (mit Palestrina), waren Tomás Luis de Victoria, Francisco Guerrero, Morales. Alle die hier verzeichneten der Klassik und Romantik sind 2. Garnitur!
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Gombert

Prägender Forenuser

  • »Gombert« ist männlich

Beiträge: 620

Registrierungsdatum: 9. Januar 2014

9

Samstag, 5. August 2017, 14:43

Juan de Anchieta: Missa Rex Virginium

Trotz der bedeutenden mittelalterlichen Tradition der westgotisch-mozarabischen Liturgie, der Cantigas de S. Maria von Alfons des Weisen, des Santiagoschen Calixtus-Codex oder des Llibre Vermell (mit dem die Ars Nova nach Hispanien einsickert) würde ich von einer spanischen Musik im engeren Sinne erst ab dem frühen 16. Jahrhunderts sprechen. Der Tod von Königin Isabella im Jahr 1506 bedeutete zugleich die Umwandlung der Personalunion in einen Gesamtstaat. Fernando von Katalonien löste in diesem Zuge auch die kastillianische Hofkapelle auf. Ein Teil der Musiker gelangte ins katalonische Schwesterensemble, andere kamen in den Dienst von Isabellas Tochter "Juana la Loca". Zu diesen gehörte auch Juan de Anchieta, einer der namhaftesten baskischen Komponisten vor Ravel (und ein Verwandter des Ignacius von Loyola). Anchietas Musik kommt noch hörbar aus der gotischen Tradition Spaniens, doch konnte der Komponist die relative Isoliertheit der spanischen Musikszene mittels Reisen nach Flandern und England durchbrechen. Vielleicht gehört Anchieta, gemäss der pingelschen Terminologie, ebenfalls zur 2. Garnitur, doch ist er zweifellos ein Wegbereiter der spanischen Vokalpolyphoniker des späteren 16. Jahrhunderts. Seine unvollständig überlieferte Missa Rex Virginium legt in einer Einspielung von Josep Cabré vor, wobei zwei Sätze durch Musik vom - heute bekannteren - Pedro de Escobar ergänzt wurden.

Apropos Unvollständigkeit: Albéniz "Iberia" ist durch den noch eher jungen Claudio Arrau ganz erstgarnitürlich eingespielt worden - leider nicht zur Gänze.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 209

Registrierungsdatum: 9. August 2004

10

Sonntag, 6. August 2017, 06:21

Zitat

Genau das hatte ich erwartet: alles Klassik und Romantik. Wenn das Thema schon "durch die Jahrhunderte" führt, fängt man doch früher an. Die besten spanischen Komponisten, die sozusagen auch in der gesamten Polyphonie international die besten waren (mit Palestrina), waren Tomás Luis de Victoria, Francisco Guerrero, Morales. Alle die hier verzeichneten der Klassik und Romantik sind 2. Garnitur!


Dazu maß man sagen, daß solch ein Thread schwer chronologisch einzurichten ist, weil es ja davon abhängt, welche Mitglieder sich zuerst davon angesprochen fühlen. Ein Kunterbunt ist also nicht nur unvermeidlich, sondern sogar angestrebt, weil dieser Thread lediglich auf spanische Komponisten fokussiert ist, und auf diersem Gebiet vermutlich noch erheblicher Nachholbedarf herrscht. Hier sollen also nur Anregungen für künftige Threads gegeben werden, wobei es jedem Interessenten selbst überlassen bleibt, bei vermutetem Bedarf, einen solchen anzulegen.

Alte Musik hat ja heute generell einen schweren Stand, spanische vermutlich insbesondere. Selbst die existierenden Threads sind im Thread Directory oft nicht verzeichnet, ein Übel dem ich heuer noch abhelfen will oder das ich zumindest abzumildern versuchen werde.

Um nach Möglichkeit das doppelte Anlegen von neuen Threads zu verhindern habe ich fürs erste hier eine Aufstellung von "alter Musik" aus Spanien gemacht, soweit ich etwas gefunden habe. (Barock wird in den nächsten Tagen folgen)

Francisco Guerrero
Spanische und portugiesische Komponisten zur Zeit Felipes II. von Spanien (1527-1598)?
Das spanische Mittelalter
Cristóbal de Morales, der spanische Renaissance Meister
Schola Greogoriana Hispana

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 855

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

11

Sonntag, 6. August 2017, 11:05

Danke, lieber Alfred, das habe ich mir sofort ausgedruckt.
Ergänzen möchte ich dies hier:
Tomás Luis de Victoria, der kaiserliche Komponist,
von Romeo und Julia, erstellt am 16.2.2006
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)