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Bertarido

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811

Sonntag, 30. April 2017, 23:41

Ich erfreute mich heute Abend an dieser durchweg gelungenen Aufführung von Bellinis schönster Oper:



Juan Diego Flórez ist exzellent als Arturo. Die Inszenierung ist für meine Geschmack etwas statisch und konventionell, aber noch erträglich.

Bertarido

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Samstag, 6. Mai 2017, 00:47

Noch unter dem Eindruck der wunderbaren Aufführung von Marais' "Alcione" in Paris am gestrigen Abend stehend, habe ich heute nur eine kurze Serenata von Vivaldi gehört, eine Aufzeichnung vom Barock-Festival in Český Krumlov (und nur von dort zu beziehen):



Die Bildqualität der DVD ist recht gut, die Tonqualität leider ziemlich amateurhaft - schade.

Bertarido

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813

Sonntag, 7. Mai 2017, 22:25

Heute wieder eine Opera seria von Pergolesi:



Auch diese Produktion ist sehr gelungen. Es ist wirklich ein Glücksfall, dass die Pergolesi-Opern in exemplarischen Aufnahmen vom Festival in Jesi auf Blu-ray vorliegen. Ich wünschte, das würde auch für zumindest die wichtigsten Werke seiner Zeitgenossen Hasse, Vinci, Porpora und Leo gelten.

Bertarido

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814

Dienstag, 9. Mai 2017, 21:47

Heute bei mir im Player:



Danielle de Niese ist wirklich eine ausgesprochen hübsche Nymphe Galatea, da kann ich den Polyphem (Matthew Rose) verstehen, dass er in Liebeswahn entbrannt ist. Die beiden sind stimmlich die Höhepunkte, während ich Charles Workman als Acis eher schwach finde.

Diese Pastoral-Oper gehört nicht zu meinen Favoriten von Händel, alles zu harmlos und brav für meinen Geschmack, auch musikalisch.

Bertarido

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 22:49

Heute unternahm ich wieder einmal einen Versuch mit der Opéra comique:



Adolphe Adams kurze Oper hat mir besser gefallen als erwartet: schmissige Musik und wirklich recht witzig. Gute Sänger, die auch schauspielerisch etwas können. Und die Tonqualität der DVD ist diesmal deutlich besser als die aller anderen Aufzeichnungen, die ich aus dem Théâtre Impérial de Compiègne bisher gehört habe.

Bertarido

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816

Donnerstag, 11. Mai 2017, 22:13

Ich bin heute Abend bei der leichten Muse geblieben: Galuppis "Il filosofo di campagna", eine ordentliche Aufführung aus der italienischen Provinz.


Bertarido

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817

Sonntag, 14. Mai 2017, 00:00

Heute habe ich mir wieder einmal Rimski-Korsakows wichtigste Oper angeschaut: "Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch". Diese Produktion der Niederländischen Oper in Amsterdam ist in jeder Hinsicht gelungen: Exzellente sängerische Leistungen, allen voran Svetlana Ignatovich als Fevroniya, ein tolles Dirigat von Marc Albrecht und eine wirklich beeindruckende Inszenierung von Dmitri Tcheniankov, der die Handlung auf intelligente Weise in die Gegenwart verlegt. Das ist eine Aufführung, die ich gerne live gesehen hätte.


La Roche

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818

Sonntag, 14. Mai 2017, 15:45

Du bist ja wirklich jeden Abend in der Oper!! Toll.

Ganz so viel schaffe ich nicht. 2-3 x im Jahr (nur, früher war ich das im Monat, Du kennst meinen Grund) live im Theater , und max. 2-3 x im Monat eine DVD oder eine Youtubekonserve oder aus einer Mediathek (zuletzt Lohengrin mit Netrebko und Beczala aus Dresden).

Ich habe ja auch noch CD´s zum Hören, habe eine Frau, die mich beschäftigt, und manchmal ist auch im Fernsehen etwas für mich, z.B. Western. Dabei bin ich noch froh, keinen Garten zu haben. Frische Luft muß ich mir bei relativ kurzen Spaziergängen holen. Im Vorjahr bin ich am Knie operiert worden, und der Operateur war wohl nur Kreisklasse.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
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Bertarido

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819

Sonntag, 14. Mai 2017, 16:47

Lieber La Roche,

ich höre fast jeden Tag einige Stunden klassischer Musik, wenn auch lange nicht so viel wie manche Taminos, die im "Was hört ihr gerade jetzt?"-Thread schreiben. Die Schwerpunkte ändern sich dabei immer wieder. Durch die Beschäftigung mit unserem Kanon habe ich gerade besonders viel Lust auf Oper und höre weniger Instrumentalmusik. Und Opern höre ich mir so gut wie nie auf CD an, weil das szenische Element für mich ein unverzichtbarer Bestandteil von Opern ist. Dadurch entgehen mir einige Werke, von denen nur CD-Aufnahmen vorliegen, aber es gibt inzwischen so viele Mitschnitte auf DVD und Blu-ray, dass ich damit bis an mein Lebensende mehr als genug zu tun habe.

Besuche im Opernhaus würde ich gerne noch öfter unternehmen. Im Ruhrgebiet, wo ich inzwischen wieder lebe, gibt es ein großes Angebot, die Theater von Essen, Gelsenkirchen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Münster und Wuppertal sind alle in maximal einer Stunde Fahrt erreichbar, selbst nach Köln könnte man es an einem Abend schaffen. Das ist schon viel zu viel, um alles wahrnehmen zu können. Ich unternehme auch gerne Städtereisen, die ich mit Opernbesuchen kombiniere, wie zuletzt nach Madrid und Paris. Allerdings ist das natürlich zeitaufwändiger als das Einlegen einer Blu-ray, und leider auch teurer. Denn ich habe sehr früh den Entschluss gefasst: Wenn ich ins Opernhaus gehe, dann nur auf sehr gute Plätze, und das kann den Geldbeutel schon etwas belasten. Aber bevor ich irgendwo im 3. Rang sitze und auf der Bühne nur durchs Opernglas etwas erkenne, lasse ich es lieber ganz. (Damit will ich niemandem zu nahe treten, der es anders macht. Ich weiß auch, dass z.B. Caruso bewusst Plätze auf den höheren Rängen wählt, weil er dort die Akustik für besser hält. Aber für mich wäre das nichts, dazu bin ich ein zu stark visuell gesteuerter Mensch.)

Herzliche Grüße,
Bertarido

La Roche

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820

Sonntag, 14. Mai 2017, 17:07

Lieber Bertarido,

mit Deiner Auswahl erstklassiger Opernhäuser im Einzugsbereich bist Du ja zu beneiden. Früher waren wir auch oft in Dresden, in Dessau, in Erfurt usw. Aber warum ich das nicht mehr tue, darüber wollen wir jetzt nicht mehr reden. Wir suchen im Internet, und was meiner Frau und mir zusagen könnte (wie zuletzt Salome, Lucia und schweigsame Frau, auch Meistersinger, Tannhäuser und Don Carlos in Chemnitz - da waren wir doch sehr enttäuscht), da fahren wir hin. Dresden und Dessau sind gestrichen, Gera auch so gut wie, Weimar sowieso. Schicksal, wenn man bestimmte Inszenierungen meidet.

Mir geht es bei der Platzwahl wie Dir, wir bevorzugen Plätze ab der 7./8. Reihe Parkett, da ist die Akustik meistens gut und man erkennt auch, was auf der Bühne in den Ecken passiert. Mit DVD oder Blu-ray fährt man auch nicht immer gut. Gerade bei DVD aus der Met habe ich oft festgestellt, daß der Gesang nicht von allen Standorten der Sänger in gleicher Qualität rüberkommt.

Herzlichst La Roche
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Bertarido

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821

Sonntag, 14. Mai 2017, 23:38

Lieber Bertarido,

mit Deiner Auswahl erstklassiger Opernhäuser im Einzugsbereich bist Du ja zu beneiden

Na ja, erstklassig sind diese Häuser nicht, man kann sie nicht mit Wien, München oder Berlin vergleichen. Aber die Breite des Angebots hat man auch in diesen Städten nicht, und man erlebt immer wieder einzelne Aufführungen, die den Vergleich nicht scheuen müssen.

Da wir gerade im Kanon-Thread so hitzig über Janáček diskutieren, habe ich mir heute wieder einmal eine seiner Opern angeschaut:



Es ist mir ein Rätsel, wie man von diesem Werk nicht gefesselt sein kann. Großartige Musik vom ersten bis zum letzten Takt, und eine psychologisch hochinteressante Personenkonstellation. Das tragische Ende dieses Stücks bewegt mich immer wieder. Diese Produktion der Salzburger Festspiele 1998 ist eine Sternstunde. Großartig Angela Denoke in der Titelrolle der zerbrechlichen Katja, und auch die anderen Rollen sind sehr gut besetzt. (Die Aussprache des gesungenen Tschechisch kann ich allerdings nicht beurteilen, die einzige muttersprachliche Sängerin ist Dagmar Pecková als Varvara.) Die Inszenierung von Christoph Marthaler lässt die Handlung in der Hinterhof-Tristesse einer Mietskaserne spielen, die Wolga ist hier nur der Sehnsuchtsort auf einem Kalenderbild, die restriktive Kleinstadt-Gesellschaft wird auf ein paar Quadratmeter verdichtet. Nichts für "Regietheater"-Feinde, aber für Freunde des packenden Musiktheaters sehr zu empfehlen.

Technisch lässt die DVD nichts zu wünschen übrig, scharfes Bild (16:9) und sehr gute Klangqualität (PCM-Stereo und 5.1 DTS).

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822

Freitag, 2. Juni 2017, 23:22

Nach einer viel zu langen, urlaubsbedingten Opernpause konnte ich mir heute endlich wieder eine DVD anschauen. Ich blieb bei Janáček:



Die Besetzung ist mit Eva Marton als Küsterin und Nina Stemme als Jenufa ein Traum. Die Inszenierung ist ziemlich konventionell, fesselt aber durch eine sehr gute Personenregie. Eine durchweg empfehlenswerte Aufnahme.

Bertarido

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823

Sonntag, 4. Juni 2017, 00:35

Auch heute wieder Janáček:



Meine Zweifel, ob "Die Sache Makropulos" in den Kanon gehört, sind nach dem abermaligen Hören des Stücks ausgeräumt: es steht nicht hinter "Jenufa" oder "Aus einem Totenhaus" zurück. Diese Aufführung von den Salzburger Festspielen ist musikalisch ohne Fehl und Tadel, ganz besonders hat mir Angela Denoke in der Titelrolle gefallen, auch wenn sie nicht die mondän-geheimnisvolle Ausstrahlung von Nadja Michael hat, die ich in München in dieser Rolle erlebt habe. Mit Einschränkungen macht auch Esa-Pekka Salonen am Pult seine Sache gut. Marthalers Inszenierung mit seinen "szenischen Kommentaren" zur Haupthandlung hat mich aber nicht so begeistert wie seine frühere Umsetzung der "Katia Kabanova". Sehens- und vor allem hörenswert ist diese Aufnahme aber auf jeden Fall. Bild- und klangtechnisch lässt die Blu-ray nichts zu wünschen übrig.

Bertarido

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824

Sonntag, 11. Juni 2017, 19:28



So recht zu begeistern vermochte mich diese Aufnahme von Nicola Porporas "Siface" aus dem Jahre 2013 nicht, obwohl ich seine Opern sehr schätze. Das ganze wirkt musikalisch doch wenig inspiriert und teilweise sogar fad. Vielleicht ist es eines seiner weniger gelungenen Werke. Ich vermute aber eher, dass es an der Interpretation durch die Hof-Musici unter der Leitung von Ondřej Macek liegt, denn gerade bei Barock-Musik können Welten zwischen verschiedenen Interpretationen liegen. Auch die Qualität der Sängerinnen und Sänger ist sehr durchwachsen, bei einigen macht das Zuhören keine Freude. Am besten hat mir noch Jana Dvořáková gefallen. Die Inszenierung ist, wie immer bei Produktionen des Barock-Festivals Český Krumlov, historisierend im Extrem. Die Musiker tragen Perücken und spielen bei Kerzenlicht, die Kostüme, die gemalten Kulissen und die für heute Zuschauer gespreizt wirkende Gestik versucht nachzustellen, wie diese Oper zu Lebzeiten Porporas wahrscheinlich aufgeführt wurde. Das kann durchaus interessant sein, das ziemlich statische Agieren der Sänger auf der Bühne trägt aber mit der wenig lebhaften musikalischen Interpretation zum negativen Gesamteindruck bei.

Ich habe auch die dritte DVD-Aufzeichnung aus Český Krumlov (Hasses "Enea in Caonia"). Wenn ich die gesehen habe, werde ich mir überlegen, ob ich demnächst einmal zum Festival fahre. Da man dort Barock-Opern zu sehen bekommt, die nirgendwo sonst aufgeführt werden, wäre es schon reizvoll. Auch das historische Theater ist sicher eine Reise wert.

Die Klangqualität ist bei dieser Aufnahme zwar deutlich besser als bei der zwei Jahre früher produzierten Vivaldi-DVD (s.o.), aber immer noch nicht wirklich gut. Auch diese DVD ist nur direkt beim Festival zu beziehen.

Bertarido

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825

Donnerstag, 15. Juni 2017, 16:02

Ich habe in dieser Woche angefangen, mir den "Copenhagen-Ring" anzuhören und anzuschauen. Das "Rheingold" war ein vielversprechender Anfang, nun bin ich gespannt auf die "Walküre". Wenn ich fertig bin, schreibe ich vielleicht in einem passenden Thread ein paar Eindrücke auf.


michael74

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826

Donnerstag, 15. Juni 2017, 21:55

Hallo,

gerade bestellt:


Bertarido

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827

Sonntag, 25. Juni 2017, 22:41

Ich habe in dieser Woche angefangen, mir den "Copenhangen-Ring" anzuhören und anzuschauen. Das "Rheingold" war ein vielversprechender Anfang, nun bin ich gespannt auf die "Walküre". Wenn ich fertig bin, schreibe ich vielleicht in einem passenden Thread ein paar Eindrücke auf.


Soeben verklangen die letzten Takte der "Götterdämmerung", wie immer ein tief bewegendes Ereignis. Der "Ring" aus Kopenhagen war eine bemerkenswerte Leistung für ein Opernhaus, das eher zu den mittelgroßen gehört. Viele der überwiegend exzellenten Sängerinnen und Sänger stammten aus dem Ensemble des Hauses. Zur Inszenierung könnte ich viel sagen, lobendes wie auch kritisches. In einem Forum, in dem Opernaufführungen lediglich anhand von Szenenfotos darauf abgeprüft werden, ob sie "dem Libretto" entsprechen, wäre das allerdings vergebliche Mühe. Also spare ich mir die Arbeit. :no:

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Donnerstag, 29. Juni 2017, 22:40


Bei mir läuft eine meiner besten je gesehenen und gehörten "Carmen"-Aufnahmen. Eine traumhafte Carmen singt Elina Garanca. Verführerisch, schön und stimmlich traumhaft. Ebenfalls auf hohem Niveau als Don José singt Roberto Alagna. Die eigentliche Entdeckung in dieser Aufnahme ist Teddy Tahu Rhodes als Escamillo. Nicht nur ein Riese von schlanker Gestalt, sondern auch stimmlich hervorragend. Auch die anderen Protagonisten einschließlich Chor, Orchester und Dirigent verdienen eine hohe Bewertung. Diese Carmen ist, auch was die Inszenierung betrifft, wirklich ein Genuß.
W.S.

Bertarido

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829

Sonntag, 16. Juli 2017, 23:12

Letztes Wochenende war ich in Glyndebourne für Cavallis "Hipermestra", heute hörte ich die "Meistersinger" auf Konserve:



Eine szenisch eher fade Produktion, in der musikalisch der Hans Sachs von Gerald Finley herausragt.

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Montag, 17. Juli 2017, 07:24

Eine szenisch eher fade Produktion, in der musikalisch der Hans Sachs von Gerald Finley herausragt.

Lieber Bertarido, längst schaue ich mir nicht so viele DVDs an wie Du. Diese "Meistersinger" aber liegen oft in meinem Player. Ich kenne keine andere Produktion, die so genau und detailreich ist wie diese. Da stimmt wirklich alles. Bis hin zum Wandbild in der Kirche. Noch nicht herausgefunden habe ich, ob auch die auf den Tafeln angezeigten Lieder mit den Nummern irgendeines Gesangsbuches sinnvoll übereinstimmen. Es gibt deren zu viele. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Realismus nicht Dein Ding ist. Genau hingesehen und das Textbuch im Kopf oder zur Hand, wirst Du alles umgesetzt finden, was die Figuren singend sagen. Diese Inszenierung kommt von innen. Jetzt bin ich weit davon entfernt, aus dieser Tatsache irgendeine Werktreue zu beschwören. Ich halte davon nämlich nicht viel bis nichts, weil ich nicht einmal genau weiß, was Werktreue sein soll. ?( Alle Figuren sind wunderbar gezeichnet, wie in einem Film. Die Minenspiele sind die von begabten Schauspielern. Ja, das Filmische ist es, was mich fasziniert. Die Kostüme sind eine Pracht in ihrer exzellenten Verarbeitung. Im Chor ist jede Figur anders, genauestens individualisiert. Niemand kommt zweimal vor. Es stimmt alles, auch die dreckigen Hände von David. Die Tatsache, dass Sachs sehr verliebt ist in Eva, habe ich auch nie deutlicher und feinsinniger vernommen. Sie ist ja von zentraler Bedeutung. Das nur einige wenige Bemerkungen dazu, wie genau und poetisch Regie arbeiten kann. Diese Produktion ist aus meiner Sicht das Gegenteil von "eher fade". Sie ist ein Fest für Aug' und Ohr. :)
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Bertarido

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Montag, 17. Juli 2017, 11:58

Lieber Rheingold, es stimmt: diese Inszenierung ist sehr fein gezeichnet, und die Sängerinnen und Sänger verkörpern ihre Rollen gut. Auch gegen die Personenregie ist nichts einzuwenden. David McVicar siedelt die Handlung nicht in der Reformationszeit an, sondern in der Ära von Goethe und Schiller, und es ist zweifellos alles detailgetreu und liebevoll gestaltet. Fanatische Anhänger von "Werktreue" mögen die leichte Zeitverschiebung bemängeln, mich stört sie nicht, aber sie reicht mir auch nicht. Ich konnte dieser Aufführung keine neuen Einsichten abgewinnen, sie bleibt konventionell und harmlos. Von frischem Wind ganz zu schweigen, die diese von mir am wenigsten geliebte Oper Richard Wagners dringend benötigt, aber dieses Bedürfnis mag meiner Abneigung gegen das Milieu geschuldet sein. Ich verspüre jedenfalls kein Bedürfnis, mir diese Aufnahme ein zweites Mal anzuschauen. Somit ist offensichtlich, dass wir unterschiedliche Erwartungen an eine Opernaufführung haben, aber das wussten wir ja schon vorher. :hello:

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832

Montag, 17. Juli 2017, 17:06

Ich verspüre jedenfalls kein Bedürfnis, mir diese Aufnahme ein zweites Mal anzuschauen. Somit ist offensichtlich, dass wir unterschiedliche Erwartungen an eine Opernaufführung haben, aber das wussten wir ja schon vorher. :hello:

Lieber Bertarido, zunächst habe ich keine Erwartungen an eine Opernaufführung. Wenn denn nur gut gesungen und gespielt wird, soll mir manches Recht sein. Ich habe gefühlt hunderttausend "Meistersinger" gesehen. Es war aus meiner Sicht unendlich viel Lässliches darunter. Ich bin aber auch nach Bayreuth gereist, um mir Frau Katharinas radikale Inszenierung anzuschauen, die mir deshalb zusagte, weil sie so konsequent war. Mein starkes Interesse am Bruch mit der Tradition schließt doch nicht aus, auch eine sehr poetische Lesart zu mögen, die auf eine ganz andere Weise konsequent ist. Ich nenne das die Konsequenz der Poesie. Davon würde ich gern mehr sehen und hören. Zwischentöne aber werden bei Tamino oft überhört. Entweder wird man Gerhard oder Holger zugeschlagen. :no:
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833

Montag, 17. Juli 2017, 17:31

Zwischentöne aber werden bei Tamino oft überhört. Entweder wird man Gerhard oder Holger zugeschlagen. :no:

Das lag mir fern, ich bin mir dessen bewusst, dass Du für Zwischentöne empfänglich bist und keinem der Lager angehörst. Dennoch haben wir nach meiner Erinnerung schon das eine oder andere Mal festgestellt, dass unsere Bewertungen von Inszenierungen auseinandergehen, daher meine Bemerkung. Was nicht ausschließen soll, dass wir auch einmal derselben Meinung sein können.

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Montag, 17. Juli 2017, 17:58

Seien wir also gespannt.
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michael74

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Montag, 17. Juli 2017, 18:36

Hallo Zusammen,

hier was die letzten Tage angekommen ist:



sollte für die nächsten Wochen erstmal reichen ;)

Gruß
Michael

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Dienstag, 18. Juli 2017, 21:41

Ich sehe und höre momentan eine fast historische Gesamtaufnahme der Oper "Die Macht des Schicksals". Eine wunderbar gesungene Aufnahme mit den besten Interpreten dieser Zeit. Leider hält die Bildqualität mit der gesanglichen Leistung nicht mit. Für eine Aufnahme von 1958, trotz s/w, müßte der von der RAI professionell hergestellte Mitschnitt von besserer Qualität sein. Unerklärlich!



Ich möchte noch erwähnen, daß die Auftritte und Duette von Franco Corelli (Don Alvaro) und Ettore Bastianini (Don Carlo) für mich zu den Höhepunkten dieser Aufnahme und des Operngesangs gehören.
W.S.

Bertarido

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837

Freitag, 21. Juli 2017, 21:49

Eine szenisch eher fade Produktion, in der musikalisch der Hans Sachs von Gerald Finley herausragt.

Lieber Bertarido, längst schaue ich mir nicht so viele DVDs an wie Du. Diese "Meistersinger" aber liegen oft in meinem Player. Ich kenne keine andere Produktion, die so genau und detailreich ist wie diese. Da stimmt wirklich alles. Bis hin zum Wandbild in der Kirche. Noch nicht herausgefunden habe ich, ob auch die auf den Tafeln angezeigten Lieder mit den Nummern irgendeines Gesangsbuches sinnvoll übereinstimmen. Es gibt deren zu viele. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Realismus nicht Dein Ding ist. Genau hingesehen und das Textbuch im Kopf oder zur Hand, wirst Du alles umgesetzt finden, was die Figuren singend sagen. Diese Inszenierung kommt von innen. Jetzt bin ich weit davon entfernt, aus dieser Tatsache irgendeine Werktreue zu beschwören. Ich halte davon nämlich nicht viel bis nichts, weil ich nicht einmal genau weiß, was Werktreue sein soll. ?( Alle Figuren sind wunderbar gezeichnet, wie in einem Film. Die Mienenspiele sind die von begabten Schauspielern. Ja, das Filmische ist es, was mich fasziniert. Die Kostüme sind eine Pracht in ihrer exzellenten Verarbeitung. Im Chor ist jede Figur anders, genauestens individualisiert. Niemand kommt zweimal vor. Es stimmt alles, auch die dreckigen Hände von David. Die Tatsache, dass Sachs sehr verliebt ist in Eva, habe ich auch nie deutlicher und feinsinniger vernommen. Sie ist ja von zentraler Bedeutung. Das nur einige wenige Bemerkungen dazu, wie genau und poetisch Regie arbeiten kann. Diese Produktion ist aus meiner Sicht das Gegenteil von "eher fade". Sie ist ein Fest für Aug' und Ohr. :)

Lieber Rheingold,

ich habe mir heute einige Szenen aus dieser Produktion ein zweites Mal angeschaut, insbesondere auch die Schlussszene auf der Festwiese. Und ich muss Dir Recht geben: Mein Urteil "fade" wird dieser Inszenierung nicht gerecht. Es ist eine sehr schöne und in einem bestimmten, traditionellen Rahmen sehr gelungene Inszenierung, die - da mag man mir widersprechen - so nur in England möglich ist, wo man unbefangener an eine Umsetzung dieses Stückes gehen kann als in Deutschland. Das ändert nichts daran, dass ich andere Herangehensweisen interessanter finde, aber das sollte mich nicht verleiten, ungerecht gegenüber dieser Produktion zu sein.

Übrigens bin ich sehr gespannt auf Barrie Koskys "Meistersinger", mit denen am kommenden Dienstag die Bayreuther Festspiele eröffnen werden. Ich habe mich zwar dieses Jahr gar nicht erst um Karten bemüht, werde aber den Livestream der Premiere beim BR aufnehmen.

rodolfo39

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Freitag, 21. Juli 2017, 22:00

Wer ein Sky Abo hat, kann sich ab 15 Uhr auf Sky Arts die Meistersinger aus Bayreuth anschauen. Die Meistersinger DVD habe ich auch auf und bin ebenfalls begeistert von Inszenierung und den Sängern,

Rheingold1876

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Samstag, 22. Juli 2017, 07:19

Es ist eine sehr schöne und in einem bestimmten, traditionellen Rahmen sehr gelungene Inszenierung, die - da mag man mir widersprechen - so nur in England möglich ist, wo man unbefangener an eine Umsetzung dieses Stückes gehen kann als in Deutschland. Das ändert nichts daran, dass ich andere Herangehensweisen interessanter finde, aber das sollte mich nicht verleiten, ungerecht gegenüber dieser Produktion zu sein.

Lieber Bertarido, von mir kommt da kein Widersprich, denn ich teile diesen sehr gut beobachteten englischen Aspekt an dieser "Meistersinger"-Inszenierung. In Deutschland wurde sich mit diesem Werk wirklich immer sehr schwer getan. Viele Regisseure sind regelrecht darüber gestolpert, es wurde schnell gemütlich. Und es muss immer auf die ganz große Botschaft hinaus. Englisch ist für mich auch die fast schon fanatische Genauigkeit, die ich bereits weiter oben erwähnte. Ich fühle mich sogar an die berühmten Fernsehserien der BBC erinnert, die Verfilmungen von Dickens-Romanen und an Downton Abbey.
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La Roche

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Samstag, 22. Juli 2017, 09:09

Lieber Bertarido, längst schaue ich mir nicht so viele DVDs an wie Du. Diese "Meistersinger" aber liegen oft in meinem Player. Ich kenne keine andere Produktion, die so genau und detailreich ist wie diese. Da stimmt wirklich alles. Bis hin zum Wandbild in der Kirche. Noch nicht herausgefunden habe ich, ob auch die auf den Tafeln angezeigten Lieder mit den Nummern irgendeines Gesangsbuches sinnvoll übereinstimmen. Es gibt deren zu viele. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Realismus nicht Dein Ding ist. Genau hingesehen und das Textbuch im Kopf oder zur Hand, wirst Du alles umgesetzt finden, was die Figuren singend sagen. Diese Inszenierung kommt von innen. Jetzt bin ich weit davon entfernt, aus dieser Tatsache irgendeine Werktreue zu beschwören. Ich halte davon nämlich nicht viel bis nichts, weil ich nicht einmal genau weiß, was Werktreue sein soll. ?( Alle Figuren sind wunderbar gezeichnet, wie in einem Film. Die Mienenspiele sind die von begabten Schauspielern. Ja, das Filmische ist es, was mich fasziniert. Die Kostüme sind eine Pracht in ihrer exzellenten Verarbeitung. Im Chor ist jede Figur anders, genauestens individualisiert. Niemand kommt zweimal vor. Es stimmt alles, auch die dreckigen Hände von David. Die Tatsache, dass Sachs sehr verliebt ist in Eva, habe ich auch nie deutlicher und feinsinniger vernommen. Sie ist ja von zentraler Bedeutung. Das nur einige wenige Bemerkungen dazu, wie genau und poetisch Regie arbeiten kann. Diese Produktion ist aus meiner Sicht das Gegenteil von "eher fade". Sie ist ein Fest für Aug' und Ohr. :)

Lieber Rheingold,

diese Inszenierung habe ich auch, und ich habe sie nicht nur einmal gesehen. Abgesehen davon, daß mir die Inszenierung richtig gut gefällt, war ich beeindruckt vom sängerischen Niveau. Besonders Gerald Finley hat es mir angetan, ein Name, den ich bisher gar nicht kannte. Der Sachs ist sicher eine der schwersten Partien, die es gibt. Nicht nur, daß er wenig Pausen hat und fast über die gesamte Oper Bühnenpräsenz zeigen muß, nein, er hat auch in jedem der 4 Bilder zu singen, und nicht wenig. Kein Wunder, daß manchen namhaften Sänger bei der Schlussansprache die Kraft ausgegangen ist.

Nicht so Finley. Seine "Verachtet mir die Meister nicht" sind noch immer so stark wie der Fliedermonolog, der ja ca. 3 Stunden vorher dran war. Schade nur darum, daß er nicht in Bayreuth singt, aber er wird schon wissen warum.

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