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Stimmenliebhaber

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361

Dienstag, 4. April 2017, 09:07

Bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts entstanden aber selbstverständlich neue Operetten, der gewählte Vergleich hinkt also gewaltig.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


  • »Johannes Roehl« ist männlich

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362

Dienstag, 4. April 2017, 11:35

Ich wusste tatsächlich nicht, dass nach den 1950ern noch verbreitet Operetten komponiert wurden, zumal Quasi-Operetten aus der Zeit wie My Fair Lady als Musicals firmieren. Und nach dem Durchlesen des Artikel zu einer 1960er Operette (Mein Freund Bunbury) scheint die in mehrfacher, vermutlich auch musikalischer Hinsicht, die 1920ern evozieren zu wollen.
Es gibt auch Toccaten von Schumann und Prokofieff, die keine bloßen barocken Stilkopien sind und Choralvorspiele wurden vermutlich durchgehend und werden noch heute komponiert. Das belegt aber nicht unbedingt, dass das Choralvorspiel vom 19. bis zum 21. Jhd. in dem Sinne "lebendige" Gattung ist, wie es zu Buxtehudes oder Bachs Zeiten war.

  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

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Registrierungsdatum: 8. Januar 2010

363

Donnerstag, 6. April 2017, 11:12

Gibt es überhaupt eine strikte Trennlinie zwischen Operetten und komischen Opern? Nach welchen Kriterien wird das ermessen? "Die Fledermaus" wird von manch einem ja auch als Oper angesehen (sicher eher streitbar). Sind die beiden Begriffe austauschbar (ich denke eher nicht)?

Ich möchte hierzu auf diesen Thread verweisen, in dem einiges darüber gesagt wird, allerdings nichts endgültiges, denn das gibt es wohl auch nicht. Das ganze wird erschwert, indem ja auch die Autoren ihre Operetten oft als komische Opern bezeichnet haben; diese aber heute als Operetten geführt werden.

Für mich ist die Trennlinie da, wo die Operette einige stilistische Elemente verwendet, die in der Oper verpönt waren, beispielsweise der von Offenbach eingeführte CanCan oder das von Suppé erstmals verwendete Wiener Couplet, das aus dem Wiener Volkstheater entstammte. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wird die Unterscheidung dann einfacher, da sich die Operette immer volkstümlicher und die Oper eher in eine elitäre Richtung entwickelte. Dennoch gab es auch hier Versuche (vor allem von Lehár), die Trennlinie zu überwinden, aber wie mir scheint, ohne Erfolg.

:) Uwe

  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

Beiträge: 428

Registrierungsdatum: 8. Januar 2010

364

Donnerstag, 6. April 2017, 11:18

Entstehen denn überhaupt neue Operetten?

Die letzte mir bekannte Operette ist "Das Mädchen von Rialto" von Herbert Mogg aus dem Jahr 2000! Allerdings gilt als die letzte erfolgreiche Operette "Das Feuerwerk" aus dem Jahr 1950.

:) Uwe

Stimmenliebhaber

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Beiträge: 6 604

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365

Donnerstag, 6. April 2017, 16:44

Entstehen denn überhaupt neue Operetten?

Die letzte mir bekannte Operette ist "Das Mädchen von Rialto" von Herbert Mogg aus dem Jahr 2000! Allerdings gilt als die letzte erfolgreiche Operette "Das Feuerwerk" aus dem Jahr 1950.

:) Uwe

Sicher? Definiere "erfolgreich"!

Ich habe noch 2001 in Cottbus eine 1960 uraufgeführte Operette gesehen, die in der DDR rauf und runter gespielt wurde (und wie gesagt auch noch danach): "Messeschlager Gisela" von Gerd Natschinski. Wenn eine Operette 40 Jahre nach ihrer Uraufführung noch gespielt wird, ist sie meiner Meinung nach "erfolgreich."
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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366

Freitag, 7. April 2017, 00:21

Uch glaub, daß es der Mehrheit der Operettenfreund genügen würde, die beits bestehnden Opertten in anprechenden Aufführungen sehen zu können. Es gibt genügend kaum gespielte, aber denoch Hörens- und Sehenswertes.
Mörbisch nahm unter Harals Serafin einen ungeahnten Aufschwung, leider ist mit seinem Abgang auch ein Qualitätsverlust zu konstatieren. Dazu viellecht später mehr.

Eine wunderabare Aufführung eine eher unbekannten, selten bis kaum gespielten Operette (nach meiner Definition eher ein Singspiel)
bot vor einigen Monaten die Wiener Volksoper. Man setzte das 1936 im Theater an der Wien uraufgeführte Werk in einer originellen Inszenierung auf den Spielplan - und ließ dem Werk das Ursprüngliche. Die beiden Hauptdarsteller Bettina Möch und Andreas Bieber waren phänomenal, sie versuchten erst gar nicht, in die Schuhe der Darsteller von 1936 zu schlüpfen: Max Hansen und Zarah Leander, sondern setzten jeweils ihre eigene Persönlichkeit voll ein - IMO_ mit Erfolg !!!
Wir haben sogar ein Interview mit Peter Lund, dem Regisseur (siehe Clip 3)



mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

Die wichtigste Aufgabe des Forenbetreibers besteht darin, an allem was im Forum passiert, prinzipiell schuld zu sein
(Alfred Schmidt)

  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

Beiträge: 428

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367

Freitag, 7. April 2017, 16:57

Sicher? Definiere "erfolgreich"!

Ich habe noch 2001 in Cottbus eine 1960 uraufgeführte Operette gesehen, die in der DDR rauf und runter gespielt wurde (und wie gesagt auch noch danach): "Messeschlager Gisela" von Gerd Natschinski. Wenn eine Operette 40 Jahre nach ihrer Uraufführung noch gespielt wird, ist sie meiner Meinung nach "erfolgreich."

Wie definiert man erfolgreich? Das ist sicher relativ. Man kann lokal erfolgreich sein, es gibt Welterfolge usw. Das Feuerwerk zählt sicher zu letzterem, zumindest das "O mein Papa" ging um die Welt. Gerd Natschinski war bestimmt in der DDR erfolgreich, im Westen kennt ihn kaum einer. Auf Amazon gibt es nicht eine CD eines seiner Werke.

:) Uwe

Rheingold1876

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368

Freitag, 7. April 2017, 18:25

Allerdings gilt als die letzte erfolgreiche Operette "Das Feuerwerk" aus dem Jahr 1950.

Lieber Uwe, was "Das Feuerwerk" von 1950 anbelangt, kann ich Dir in der Feststellung, dass es sich dabei um die "letzte erfolgreiche" Operette handelt, nicht folgen. Alles hängt an "O mein Papa", jenem Lied, dass auch schon in der Erstfassung des Werkes aus den dreißiger Jahren enthalten ist. Seperat hatte es die 1924 geborene Schlagersängerin Lys Assia gesungen und damit einen internationalen Hit gelandet. Sie wurde es nie wieder los, es klebte an ihr und sie sang es noch im Alter. Und wer hat es nicht alles nachgesungen, bearbeitet und verhackstückt? Und es gab den Film mit Lilly Palmer, Romy Schneider, Klaus Biederstaedt und allem, was Füße hatte zur damaligen Zeit. Der wurde auch ein Kassenschlager. Ganz typisch fünfziger Jahre. Nicht zuletzt wegen dieses Songs. Ohne dieses eine Lied, ohne Film und ohne Lys Assia wäre "Feuerwerk" schnell wieder in Vergessenheit geraten. So sehe ich das. Mit "Feuerwerk" war eine gigantische Maschinerie angeworfen worden, die Millionen einspielte. Für sich genommen finde ich das die eigentlich interessante Geschichte.

Und was Gerd Natschinski anbelangt, musst Du Dich bei Deiner Amazon-Recherche vertan haben. Dort wimmelt es nur so von Stücken aus seiner Feder. Der Mann war unendlich tüchtig. Er hat auch Schlager ohne Ende und zig Filmmusiken komponiert. Wenn ihn im Westen angeblich kaum einer kennt, liegt das nicht an Natschinski sondern am Westen. ;)

Herzliche Grüße von Rheingold
Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

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369

Samstag, 8. April 2017, 10:45

Lieber Rheingold,

ich habe ja nicht behauptet, "Das Feuerwerk" sei die letzte erfolgreiche Operette, sondern sie gilt als solche. Ich habe das irgendwo mal gelesen, weiß aber nicht mehr wo. Ich halte es aber für schlüssig, da ich keine erfolgreiche Operette seit 1950 mehr kenne. Das Werk enthält aber außer "O mein Papa" noch einige weitere schöne Titel, wie etwa das Ponylied, "Ein Leben lang verliebt", "Hokus Pokus fidibus" und einige mehr.

"Das Feuerwerk" wurde 2014 im Theater in Baden bei Wien aufgeführt mit Dagmar Schellenberger in der Rolle der Iduna. Die gesamte Aufführung war mal eine Zeit lang auf youtube zu sehen; jetzt finde ich sie aber nicht mehr. Vielleicht wurde sie aus urheberrechtlichen Gründen entfernt (ich hab' sie aber für mich "gerettet").

Gerd Natschinski hatte ich gestern bei Amazon unter "Klassik" gesucht und erhielt keinen Treffer. Heute habe ich den Vorgang wiederholt (Name aus der gestrigen Suche übernommen) und erhielt einen Treffer und als "Zugabe" (in allen Abteilungen) 274 weitere. Die Suchergebnisse bei Amazon sind wohl manchmal etwas launisch. Ich habe mir bei youtube einen Ausschnitt aus "Messeschlager Gisela" angehört. Ich finde, es ist eine Musik, wie ich sie aus diversen West-Fernseh-Musik-Allerlei-Sendungen noch in Erinnerung habe, in welchen so gut wie Alles mehr oder weniger verjazzt wurde, was mir damals schon nicht gefallen hat. Heute empfinde ich diesen Stil noch mehr antiquiert wie z. B. die "Klassiker" der Operette.

Aber das ist ja wohl eine Geschmacksfrage.

:) Uwe

9079wolfgang

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370

Samstag, 8. April 2017, 10:54

Zitat

Das Werk enthält aber außer "O mein Papa" noch einige weitere schöne Titel, wie etwa das Ponylied, "Ein Leben lang verliebt", "Hokus Pokus fidibus" und einige mehr.

Genau! Man darf das Werk nicht nur an "O mein Papa" festmachen. Es lohnt die ganze Operette zu hören oder zu sehen.
W.S.

Alfred_Schmidt

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Mittwoch, 12. April 2017, 01:25

Musikalische Komödie Leipzig - Nico Dostal: Prinzessin Nofretete

Eigentlich wundere ich mich, daß die Musikalische Komödie Leipzig nicht ewrwähnt wird.

Ich habe mich ein bisschen umgeschaut und fan, daß manches mittelmäßig war, aber vielles doch inspiriert, wir Wiener legen strengere Maßstäbe an die Ausstattung eine Operette an. "Wiener Blut" war IMO so unwienerisch wie es nur geht, aber das dutsch Publikum ist da naturgemäß weniger sensibel. DENNOCH gemessen an vilem was woanders geboten wird wars völlig OK

Der Wildschütz hat mich in helles Entzücken versetzt - besser gehts IMO nicht

Nun hat man eine Dostal Operette aus dem Jahre 1936 ausgegraben: Prinzessin NOFRETETE

vermutlich kein Geniestreich - aber wenn man unbekannte Operette sehen will, dann muß man das in Kauf nehmen.
Inszeniert ists jedenfalls mit vile liebe und Geschmack, der Trailer ist IMO animierend und dem Publikum - das ist das Wichtigste . hats offenbar gefallen





mfg aus Wien
Alfred

PS: Ich möchte an dieser Stelle einige kritischen Anmerkungen relativieren:
Es sit ein Unterschied ob man als "Rezensent" oder als Besucher eine Aufführung bewertet. Ich warin meiner Jugend oft in Aufführungen, die strengen Maßstäben der Kritik nicht immer standgehelten hätten - gut unterhalten hab ich mich trotzdem,
weil Regietheater und moderen Aufführungen gabs damals noch nicht....

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Hüb'

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Mittwoch, 12. April 2017, 10:13

Immer, wenn ich diesen Threadtitel unter den aktuellen Themen entdecke, denke ich bei mir "ich will's doch schwer hoffen"... :stumm: :untertauch:

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Mittwoch, 12. April 2017, 11:17

Immer, wenn ich diesen Threadtitel unter den aktuellen Themen entdecke, denke ich bei mir "ich will's doch schwer hoffen"... :stumm: :untertauch:

In einem der Connery-Bonds (evtl. Diamonds are forever) macht Bond ziemlich am Anfang einen Angreifer fertig, meiner Erinnerung nach u.a. indem er ihn eine Treppe runterwirft. Darauf die Dame, mit der Bond vorher zusammen war, ganz entsetzt: "Ist er etwa tot?" Bond: "Ich hoffe sehr!"

Hüb'

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Mittwoch, 12. April 2017, 11:18

:D

Stimmenliebhaber

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Samstag, 15. April 2017, 11:50

Immerhin gab es in dieser Spielzeit doch eine Operetten-Uraufführung, und das immerhin am Opernhaus Chemnitz:

http://www.theater-chemnitz.de/sparten/o…see_160117.html
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

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Sonntag, 16. April 2017, 17:43

Immerhin gab es in dieser Spielzeit doch eine Operetten-Uraufführung, und das immerhin am Opernhaus Chemnitz:

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Da tut es mir doch recht leid um Hüb

Immer, wenn ich diesen Threadtitel unter den aktuellen Themen entdecke, denke ich bei mir "ich will's doch schwer hoffen"...

Glücklich ist, wer vergisst, was noch nicht zu Ende ist. :jubel:

:) Uwe

P.S. Da gab es vor ein zwei Jahren schon mal eine Operetten-Uraufführung, ich glaube in München. Allerdings wurde zu einen neuen Textbuch die Musik von Ernst Fischer, einen U-Komponisten der 50er/60er, der vor allem durch Orchesterwerke bekannt wurde (Südlich der Alpen) verwendet. Das Stück, dessen Titel ich vergessen habe, war aber sehr modernistisch, mit verquasten, langweiligen und langen Dialogen und die Musik hat so gar nicht dazu gepasst. Immerhin haben aber die Autoren das Genre "Operette" und nicht etwa Musical gewählt. Das lässt doch hoffen, dass die Renaissance der Operette auf der Bühne vielleicht doch noch neue Werke hervorbringt. Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

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Donnerstag, 20. April 2017, 19:58

P.S. Da gab es vor ein zwei Jahren schon mal eine Operetten-Uraufführung, ich glaube in München. Allerdings wurde zu einen neuen Textbuch die Musik von Ernst Fischer, einen U-Komponisten der 50er/60er, der vor allem durch Orchesterwerke bekannt wurde (Südlich der Alpen) verwendet. Das Stück, dessen Titel ich vergessen habe, war aber sehr modernistisch, mit verquasten, langweiligen und langen Dialogen und die Musik hat so gar nicht dazu gepasst. Immerhin haben aber die Autoren das Genre "Operette" und nicht etwa Musical gewählt. Das lässt doch hoffen, dass die Renaissance der Operette auf der Bühne vielleicht doch noch neue Werke hervorbringt. Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Soeben durch Zufall entdeckt: der Titel der von mir vergessenen Operette: Charleys Tante - wie konnte ich so einen Titel vergessen :no:

Auf dieser Seite von "Der Opernfreund" gibt es eine sehr positive (!!) Besprechung einer Aufführung aus Schweinfurft.

:) Uwe

9079wolfgang

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Sonntag, 23. April 2017, 18:04

Leider kann ich zu dem Thema über aktuelle Operetten-Aufführungen momentan nichts zu beitragen. Aber ich höre jetzt eine sehr gute Aufnahme von "Boccaccio" in einer hervorragenden Besetzung. Schade, daß es davon keine Gesamtaufnahme gibt:

W.S.

Stimmenliebhaber

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379

Sonntag, 23. April 2017, 18:17

Leider kann ich zu dem Thema über aktuelle Operetten-Aufführungen momentan nichts zu beitragen. Aber ich höre jetzt eine sehr gute Aufnahme von "Boccaccio" in einer hervorragenden Besetzung. Schade, daß es davon keine Gesamtaufnahme gibt:

Oh, die kenne ich gar nicht. Berry als Scalza?
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


9079wolfgang

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380

Sonntag, 23. April 2017, 19:58

Ja, Walter Berry singt den Scalza! Eine insgesamt überzeugende Besetzung mit einer bezaubernd singenden Elisabeth Roon.
W.S.

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Montag, 24. April 2017, 19:44

Dieser CD liegt eine Bearbeitung des "Boccaccio" durch Adolf Rott, Friedrich Schreyvogel, Rudolf Kattnig und Anton Paulik für das Burgtheater 1951 zugrunde.Während die Originaltexte offenbar weitgehend beibehalten wurden, gab es bei dieser Version einige zusätzliche Balleteinlagen. Dabei wurde auch Musik aus anderen Operetten Suppés verwendet. So stammt etwa das erste und zweite Motiv des Walzers aus "Donna Juanita", das dritte Motiv aus "Die Jagd nach dem Glück". Lediglich das letzt Motiv stammt aus dem "Boccaccio" selbst (Wonnevolle Kunde).

Dass die dem Original hinzugefügten Musiknummern auch in einen Querschnitt erscheinen hat sicher u.a. damit zu tun, dass die Bearbeiter dadurch nochmals zusätzlich Tantiemen kassieren konnten.

:) Uwe

Stimmenliebhaber

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382

Montag, 24. April 2017, 20:04

Und wie ist Herr Kmentt als Boccaccio?
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


Alfred_Schmidt

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Montag, 24. April 2017, 23:49

Zitat

Und wie ist Herr Kmentt als Boccaccio?

Es ist ja eine prinzipielle Frage wie Bocaccio denn eigentlich zu besetzen sei. Im Tamino Opernführer steht: Bariton.
Die meisten opernführer, die gnadenweise auch Operette aufgenommen hanben, tun dies nur halbherzig und verschweigen derlei Details. Immerhin fand ich in einem Opernführer as den siebziger Jahrem den Hinweise , die Rolle des Bocaccio sei mit einem Toneor oder aber alternativ mit einer Hosenrolle als Alt zu besetzen. Je nachdem was man präferiert wird die Beurteilung der Frage ausfallen.

mfg aus Wien
Alfred

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384

Montag, 24. April 2017, 23:55

Naja, dass der Boccaccio bei der Uraufführung mit einer Sängerin besetzt wurde, weiß man ja. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich die Besetzung mit einem Mann (Tenor oder Bariton) durch. Ich habe Prey im Ohr und kann mir Kmentt daher nicht so gut vorstellen. Daher meine Nachfrage.
Inzwischen besetzt man den Boccaccio aber auch häufig wieder als "Hosenrolle".
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


Alfred_Schmidt

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385

Montag, 24. April 2017, 23:56

Operette tot ?
Im Tamino Klassikforum nicht !!
Ich habe mir überlegt, welche Threads denn noch fehlen und wie man das Operettenforum beleben könne.
Zu diesem Zweck wollte ich mir einen Überblick verschaffen, was denn hier noch fehle (Ich plane einen neuen Thread, bin aber nicht sicher, ob der nicht schon existiert) Ich war einfach überwältigt, was sich im Laufe von über einem Dutzend Jahren hier angesammelt hat. Na gut - vielleicht gibt es vile Threads - aber die sind nicht gut besucht - MITNICHTEN. Die Beteiligung war über alle Maßen groß.
Natürlich ist es den Anhängern eines Genres immer zuwenig, was sich da tut.
Dennoch - ich werde ein waches Auge auf diesen Bereich werfen....

mfg aus Wien
Alfred

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Dienstag, 25. April 2017, 10:52

Naja, dass der Boccaccio bei der Uraufführung mit einer Sängerin besetzt wurde, weiß man ja. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich die Besetzung mit einem Mann (Tenor oder Bariton) durch. Ich habe Prey im Ohr und kann mir Kmentt daher nicht so gut vorstellen. Daher meine Nachfrage.
Inzwischen besetzt man den Boccaccio aber auch häufig wieder als "Hosenrolle".


Ich finde Prey als Boccaccio entsetzlich (knödelnd). Wie man auf Bariton verfallen konnte, ist mir schleierhaft. Boccaccio ist in der Handlung ein junger Mann und sollte demnach eigentlich ein Tenor sein. Ich weiß, dass Boccaccion wie fast alle Suppé-Operetten, die im Carl-Theater uraufgeführt wurden, ursprünglich eine Hosenrolle (Alt oder Mezzospran) war. Vielleicht ist da ein Automatismus: Alt=Bariton. Puristen wie Suppés Biograph Roser und Volker Klotz bestehen gar darauf, die Rolle wieder von einer Frau zu besetzen. Ich selbst habe Boccaccio als Tenor kennen gelernt - wie ein Mezzo klingt, weiß ich erst seit der Fatinitza CD bzw. seit der Kulmann.

:) Uwe

9079wolfgang

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Dienstag, 25. April 2017, 12:13

Zitat

Wie man auf Bariton verfallen konnte, ist mir schleierhaft. Boccaccio ist in der Handlung ein junger Mann und sollte demnach eigentlich ein Tenor sein.

Lieber Uwe, das sehe ich genauso! Ich erinnere mich an eine Fernseh-Übertragung dieser Operette, in der Rudolf Schock den Boccaccio sang. Eine sehr gelungene Aufnahme, von der ich gerne eine DVD hätte. Desgleichen sehe ich bei der Operette "Gasparone". Hier wird der Fremde auch öfter mit einem Bariton (z. Bsp. Prey) besetzt. Ich höre hier auch lieber einen Tenor. In einem hier gezeigten Ausschnitt singt den Fremden Wilfried Badorek:

W.S.

9079wolfgang

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388

Mittwoch, 21. Juni 2017, 15:42

Eine Frage an unseren Experten Uwe Eisenpreis: Ich hörte gerade auf einer Schellackplatte mit Peter Anders das Lied "Meines Herzens brennende Sehnsucht" aus der Operette von Nico Dostal DIE FLUCHT INS GLÜCK. Eine Operette, von der man scheinbar nichts anderes mehr hören kann? Jedenfalls bin ich nicht fündig geworden. Weißt du mehr?

Gruß Wolfgang
W.S.

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389

Mittwoch, 21. Juni 2017, 20:10

Lieber Wolfgang,

danke für den "Experten". Ich hab' selbst auch nur ein paar Rundfunkmittschnitte und weiß nicht, woher sie stammen:

  • Das soll der schönste Walzer sein mit Herta Talmar/Franz Fehringer - da sollte es mal mindestens einen Querschnitt gegeben haben
  • Wiegenlied (evtl. Hilde Güden)
  • Tausend Blumen blühn auf jeder Wiese (Interpret unbekannt)
  • Wenn dein Herz von Liebe spricht (Interpret unbekannt)
  • Ringel ringel reih'n (Interpret unbekannt)
  • Ich suche ein Kleines Abenteuer mit Lili Klaus


Solche Titel sind vermutlich nur auf Sampler-CD's enthalten.

Viele Grüße
Uwe

Rheingold1876

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Mittwoch, 21. Juni 2017, 20:30

Solche Titel sind vermutlich nur auf Sampler-CD's enthalten.


Lieber Uwe, das hat Du sehr richtig erkannt. Was nun die von Dir erwähnte Lillie Claus anbelangt, die ich über die Maßen schätze, so findet sich das Lied "Schlafe ein, mein süßes Kind" aus der Operette "Die Fliucht ins Glück" auch bei YouTube, wo noch andere Nummern zu entdecken sind, zum Beispiel "Meines Herzens brennende Sehnsucht" mit Rudolf Schock:



Die Schock-Aufnahme entstammt übrigens dieser LP von Eurodisc:



Besser als nichts! Eine ganze CD mit der Claus kann ich Dir nur wärmstens ans Herz legen - wenn Du sie nicht längst Dein eigen nennst. Das Dostal-Stück ist allerdings nicht darunter:

Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

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