Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!
  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 228

Registrierungsdatum: 12. August 2005

61

Montag, 21. August 2006, 23:51

Zitat von »musicophil«

Zitat von »a.b.«

"Kultiviert" ist für Fournier jedenfalls richtig ausgedrückt, "aristokratisch" ist auch oft zu lesen.

Erstmals recht herzlich Wilkommen.
Meinst Du damit, was bei den Sänger so oft mißbilligend "manieriert" genannt wird?

Meiner Ansicht nach (wobei ich von Fournier nur Bach und Dvorak kenne) gilt für ihn eher das Gegenteil von Manierismus. Er musiziert schlank, geradlinig, nüchtern, aber ohne dabei trocken oder kühl zu sein.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

a.b.

Prägender Forenuser

  • »a.b.« ist männlich

Beiträge: 881

Registrierungsdatum: 19. August 2006

62

Dienstag, 22. August 2006, 10:26

Zitat von »musicophil«

Meinst Du damit, was bei den Sänger so oft mißbilligend "manieriert" genannt wird?

Nein, auch wenn heutige Aristokraten ein anderes Bild in der Presse vermitteln, gemeint ist die große Zurückhaltung. Freunde dramatischen, expressiven und höchst gestalterischen Zugriffs werden eine solche Aufnahme leicht missverstehen als "öde" oder "langweilig", wertneutraler ausgedrückt vielleicht "sachlich". (Etwas, was übrigens bei Casals/Serkin auch leicht passieren kann. Ich habe auch diese und bin von ihr eher enttäuscht, weil sie mir für deren ruhende Art einfach zuwenig (musikalisch) räumlich und klangsinnlich vorkommt).

Ich höre ja am Liebsten trotz einiger Mängel Rostropovich/Richter, auch wenn ich finde, dass derzeit die beste (aber halt nicht die schönste) Aunfahme wohl die von Pérnyi/Schiff ist.

Auf alten Instrumenten finde ich die oben schon genannte mit Bylsma/Bilson am abgerundetsten, aber auch die von 4. Anssi Karttunen / Tuija Hakkila (Finlandia), dort insbesondere Nr. 3.

Kennt jemand die von Pierre Fournier / Artur Schnabel (Archipel)?
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 665

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

63

Dienstag, 22. August 2006, 15:13

sehr gut weil sehr delikat und gefühlvoll musiziert finde ich die aufnahme mit coin und cohen auf alten instrumenten:


Radagast

Prägender Forenuser

Beiträge: 1 511

Registrierungsdatum: 1. März 2005

64

Donnerstag, 27. Dezember 2007, 00:35

Variationen

Beethovens 12 Variationen über „See here the conquiring hero comes „ aus Händels Judas Maccabeus WoO 45 entstanden zeitgleich mit den Zauberflötenvariationen 1797 und seinen ersten beiden Cellosonaten 1796.

Ich mag diese Variationen als melodiöse Hommage mit viel Humor sehr.
Grüsse aus Rhosgobel

Radagast

Stabia

Profi

  • »Stabia« ist männlich

Beiträge: 510

Registrierungsdatum: 19. Mai 2007

65

Donnerstag, 27. Dezember 2007, 12:43

Beethoven, Cellosonaten

Meine absoluten Favoriten sind:



neben Wispelway, Klengel, Schiff und Partner, Argerich und Maisky, Casals und Stern. DuPre und Barenboim höre ich auch so gut wie nie.

Brendelx2 ist nicht mein Fall, der Vater schon, der Sohn kann die schönen Einfälle des Vaters nicht adäquat beantworten.

Bei oben abgebildeten Favoriten ist der Klang des Hammerklaviers zusammen mit dem wunderbaren sonoren Celloklang einfach ein Ohrenschmaus.

Gruß aus Bonn :jubel:
Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu

WolfgangZ

Prägender Forenuser

  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 223

Registrierungsdatum: 16. April 2007

66

Donnerstag, 27. Dezember 2007, 13:05

Zunächst besitze ich die mehrfach genannte Einspielung mit Casals und Serkin, die ich als beeindruckendes Dokument eines hoch engagierten, vielleicht nicht mehr zeitgemäßen Beethoven-Stils empfinde, dann im Rahmen der Sony-Box die Aufnahme mit Bylsma und Immerseel. Damit sind quasi die Eckpfeiler abgedeckt, weitere Alternativen wären des Nachdenkens Wert.

Besten Gruß, Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

flotan

Prägender Forenuser

Beiträge: 612

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

67

Donnerstag, 27. Dezember 2007, 14:14

Zitat von »WolfgangZ«

Zunächst besitze ich die mehrfach genannte Einspielung mit Casals und Serkin, die ich als beeindruckendes Dokument eines hoch engagierten, vielleicht nicht mehr zeitgemäßen Beethoven-Stils empfinde, dann im Rahmen der Sony-Box die Aufnahme mit Bylsma und Immerseel. Damit sind quasi die Eckpfeiler abgedeckt, weitere Alternativen wären des Nachdenkens Wert.
Besten Gruß,

Lieber Wolfgang,

zwei Einspielungen, die man ohne Nachzudenken empfehlen/ kaufen kann:
Brendel / Brendel :jubel:
Perenyi / Schiff :faint:

Je nachdem, welcher smiley Dich mehr beeindruckt....:D
:hello:

WolfgangZ

Prägender Forenuser

  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 223

Registrierungsdatum: 16. April 2007

68

Donnerstag, 27. Dezember 2007, 15:35

Hallo, Flotan!

Der bei Schiff - einverstanden? :]

Besten Gruß, Wolfgang

... drei Minuten später: auf dem Marktplatz bestellt; so schnell geht das ...

:D
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • »Frank Pronath« ist männlich

Beiträge: 318

Registrierungsdatum: 21. September 2006

69

Donnerstag, 27. Dezember 2007, 21:38

Diese Einspielung wurde hier unverdientermaßen noch nicht erwähnt (falls ich sie nicht übersehen habe):


Guido Schiefen (Cello), Alfredo Perl (Klavier)

Lasst Euch bitte nicht von der etwas unglücklich geratenen Covergestaltung irritieren. Der musikalische Inhalt ist viel besser als die Verpackung. Die Interpretation halte ich für stimmig. Schiefen und Perl spielen die Sonaten sehr lebendig und kraftvoll. Ich bin mit der auch klanglich sehr guten Aufnahme recht zufrieden und kann sie Euch nur empfehlen.

Viele Grüße
Frank

miguel54

Prägender Forenuser

  • »miguel54« ist männlich

Beiträge: 1 747

Registrierungsdatum: 12. September 2007

70

Freitag, 28. Dezember 2007, 01:19

Ich liebe die Aufnahme mit Bylsma und Immerseel, finde das Bylsma die Musik hier noch liebevoller spielt als in seiner ersten Aufnahme mit Bilson, aber dass muß ja nicht viel bedeuten .... mir gefällt auch Immerseels Flügel und die Instrumentenbalance besser.


a.b.

Prägender Forenuser

  • »a.b.« ist männlich

Beiträge: 881

Registrierungsdatum: 19. August 2006

71

Freitag, 28. Dezember 2007, 01:52

Mir hat die Bilson-Aufnahme stets besser gefallen. :D

Was für ein Faden: nun sind so gut wie fast alle bekannteren Einspielungen genannte - und alles stehen wie gleich gut nebeneinander.
Kann da wirklich sein !???
:no:
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

72

Dienstag, 10. Februar 2009, 20:28

Zitat von »a.b.«

Was für ein Faden: nun sind so gut wie fast alle bekannteren Einspielungen genannte - und alles stehen wie gleich gut nebeneinander.
Kann da wirklich sein !???

'Türlich nicht :D - einfach alle vergessen und diese hier nehmen:



Lodevig van Beethoven [1770-1827]
Cellosonaten op. 5

Sonate F-Dur op. 5 Nr. 1
Sonate g-moll op. 5 Nr. 2

Kenneth Slowik, Violoncello [by Carlo Antonio Testore, Milano, 1708]
James Weaver, Fortepiano [by Thomas and Barbara Wolf, Washington, 1987, after Johann Schantz, Vienna c1800]


Die Aufnahme habe ich überraschenderweise während meines Frankfurtaufenthaltes im Netz entdeckt: Während 2007 mein Beethoven-Violinsonaten-Jahr [Terakado] und 2008 mein Beethoven-Klaviertrio-Jahr [Queyras u.a.] war, sollte 2009 das der ewig vernachlässigten Cellosonaten werden. Bei Pius hörte ich in die ein oder andere hinein und der Entschluß festigte sich. Und dann schwirrte da diese CD aus der Smithsonian-Collection herum, von der ich eigentlich annahm, ich habe sie vollständig. Naja, man lernt nie aus...

Schade nur, daß es da keine Gesamteinspielung zu geben scheint. Für die weiteren Sonaten muß ich dann wohl auf andere Interpreten zurückgreifen, was einerseits schade ist, denn das Testore-Cello klingt sehr schön brummig! Andererseits gibt es sicherlich genügend andere HIPpe Einspielungen.

Schaunmermal.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

a.b.

Prägender Forenuser

  • »a.b.« ist männlich

Beiträge: 881

Registrierungsdatum: 19. August 2006

73

Dienstag, 10. Februar 2009, 20:57

Zitat von »a.b.«

Kennt jemand die von Pierre Fournier / Artur Schnabel (Archipel)?

Die ist inzwischen in meinem Besitz, weil billig bei Andromeda herausgekommen.



Was für ein großartiger Pianist! Er hätte einen passenderen Cellisten verdient...
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

74

Dienstag, 17. Februar 2009, 22:37

Hallo,

die oben von mir vorgestellte Einspielung der Sonaten op. 5 Nr. 1 und 2 Slowik/Weaver gefällt mir immer noch sehr gut. Ich kann nicht entscheiden, welche der beiden Sonaten mir besser gefällt. Aber eins ist sicher: Die jeweiligen Finalsätze finde ich, wenn auch ganz nett, eher überflüssig. Das Gewicht liegt in beiden Sonaten deutlich jeweils auf der langsamen Einleitung mit nachfolgendem Hauptsatz. Während mir Nr. 2 in g-moll eher etwas archaisch daherkommt, ist Nr. 1 in meinen Ohren moderner i.S.v. mutiger.

Ich bin schon gespannt, wie es mit den Cellosonaten und mir weitergeht...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

flotan

Prägender Forenuser

Beiträge: 612

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

75

Dienstag, 17. Februar 2009, 23:52

Ach Ulli,
wenn Du es brummig willst, knarzig, harzig, fast unschön hippig, dann probier einmal diese hier:


Der Cellist ist ein Star, auch wenn man ihn hier nicht wirklich kennt....
Das Klavier ist bestimmt auch nach Deinem Geschmack. Und billig ist das allemal.
:hello:

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

76

Montag, 2. März 2009, 20:26

Hallo,

Danke für die Tips - per Zufall aber habe ich am Samstag diese ergattert:



Ludwig van Beethoven [1770-1827]
Werke für Pianoforte und Violoncello

Sonate Nr. 3 A-Dur für Violoncello und Klavier op. 69
Sieben Variationen über "Bei Männern, welche Liebe fühlen" Es-Dur WoO 46
Zwölf Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen" F-Dur Op. 60

Zoltan Racz, Violincello in alter Mensur von Matteo Gofriller, Venedig 1711
Rolf Junghanns, Hammerflügel von Michael Rosenberger, Wien c1818


Angeblich (jedenfalls lt. Angaben im Booklet) handelt es sich dabei um die Erstaufnahme auf Originalinstrumenten. Aufgenommen wurde 1978 im Schloß Bad Krozingen - die Instrumente stammen aus dem Besitz der Klaraliese von Gleichenstein, einer direkten Nachfahrin von Baron Ignaz von Gleichenstein, einem Freund Beethovens, der zugleich Widmungsträger der Sonate op. 69 ist. Möglich also, daß Beethoven das Instrument selbst bespielte.

Der Klang des Rosenberger ist ein recht zartbesaiteter und verschwindet in den höheren Registern daher manchmal etwas hinter dem hervortretenden Violonzell.

Die Aufnahme gefällt mir absolut gut!

:jubel: :jubel: :jubel:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Signor.abate

Anfänger

  • »Signor.abate« ist männlich

Beiträge: 29

Registrierungsdatum: 23. Februar 2009

77

Dienstag, 3. März 2009, 01:50

Ich bevorzuge trotz des Hustens die Aufnahmen von Barenboim / Du Pre.

a.b.

Prägender Forenuser

  • »a.b.« ist männlich

Beiträge: 881

Registrierungsdatum: 19. August 2006

78

Dienstag, 3. März 2009, 09:38

Zitat von »Signor.abate«

Ich bevorzuge trotz des Hustens die Aufnahmen von Barenboim / Du Pre.

Wenn du Pré, dann höre ich diese mit Stephen Bishop-Kovachevich!
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

79

Freitag, 6. März 2009, 19:32

Zitat

Original von Ulli


Ludwig van Beethoven [1770-1827]
Werke für Pianoforte und Violoncello

Sonate Nr. 3 A-Dur für Violoncello und Klavier op. 69
Sieben Variationen über "Bei Männern, welche Liebe fühlen" Es-Dur WoO 46
Zwölf Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen" F-Dur Op. 60

Zoltan Racz, Violincello in alter Mensur von Matteo Gofriller, Venedig 1711
Rolf Junghanns, Hammerflügel von Michael Rosenberger, Wien c1818

Die Variationen zu Mozarts 'Zauberflöte' können ja auch hier im Thread besprochen werden (?)

Ich wundere mich doch sehr über die Werknummernverteilung der beiden Variationswerke: Während op. 60 in F-Dur über "Ein Mädchen oder Weibchen" offenbar ein von Beethoven autorisiertes Werk ist (was ich der Vergabe einer Opusnummer entnehme) und es sich bei WoO 46 in Es-Dur über "Bei Männern, welche..." offensichtlich um ein Werk handelt, das Beethoven für eine Veröffentlichung unwürdig hielt, so erachte ich es fast, ja beinahe - aber nicht wirklich - eher als umgekehrt. Op. 60 - oder ist das ein Druckfehler? lt. DG-Katalog ist die es op. 66 - ist auch nach dem DG-Katalog ca. 1796 entstanden, 1798 erstgedruckt bei Traeg (wohl aber kaum als op. 60 bzw. 66). Währenddessen ist WoO 46 1801 entstanden und - wenn man der Logik glauben darf - dann ohne Beethovens Gutheißung 1802 bei Mollo gedruckt worden.

Witziger Weise kann man die wenigen Jahre Differenz an Entstehungszeit sofort erahnen...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Hüb'

Prägender Forenuser

  • »Hüb'« ist männlich
  • »Hüb'« wurde gesperrt

Beiträge: 1 503

Registrierungsdatum: 9. Juli 2007

80

Dienstag, 10. Januar 2017, 09:54

Hallo zusammen,


Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Cellosonaten Nr.1-5


Daniil Shafran, Anton Ginsburg
Melodiya, ADD, 1971
Doppel-CD

Über Daniil Shafran ist vergleichsweise wenig hier im Forum zu finden. Etwas umfassender wird sein Stil in diesem Faden besprochen.
Ich habe Beethovens Cellosonaten länger nicht gehört und war fast ein bißchen erstaunt, wie geläufig sie mir dennoch sind. Die vorliegende Einspielung ist eine Wiederveröffentlichung aus 2016. Die CD enthält nur die Sonaten, die Variationswerke fehlen leider.
Musikalisch wird Begeisterndes geboten. Shafran spielt mit warmen Ton und liefert eine hingebungsvolle, hoch emotionale Deutung. Dabei agieren er und Ginsburg absolut gleichberechtigt. Ihr Spiel greift wunderbar ineinander. In manchen Augenblicken gewinnt man beinahe denn Eindruck, Shafran rolle seinem "Begleiter" einen roten Teppich aus, auf dem Ginsburg dann brilliert. Ich habe das Gefühl, dieser Musik in dieser Auslegung ganz nahe zu kommen. Beethovens Genialität wird unmittelbar erfahrbar.
Das Remastering ist gut gelungen. Den Klang würde ich als "guten Durchschnitt" beschreiben. Eher direkt aufgenommen, handelt es sich um eine Einspielung in zeittypisch-guter Klangqualität, die zwar nicht besonders gelungen oder gar "audiophil" ist, der großen Hörfreude, welche mir die Interpretation bereitet hat, aber auch nicht im Wege steht.
Das editorische Konzept der Produktion scheint mir hingegen nicht so gelungen, gerade angesichts der High- bis Mid-Price-Positionierung. Der Beihefttext fällt tendenziell "dünn" aus (engl., franz., russ. - ein dt. Text fehlt leider). Das Cover ist nicht authentisch. Es wirkt zwar zeittypisch, ich kann allerdings keine Melodyia-LP mit diesem oder einem ähnlichen Titelbild im Netz finden (was möglich sein müsste, denn Shafran-LPs sind begehrte Sammlerobjekte). Sei's drum. Die Einspielung finde ich so großartig, dass man über diese Punkte hinwegsehen sollte. Das ist eine Deutung, die auch in viele mit diesen Sonaten gut bestückte Sammlungen passen dürfte. Sie ist individuell, wahrscheinlich sogar subjektiv, macht Beethovens Musik aber zu einer packenden Erfahrung.

Viele Grüße
Frank

lutgra

Prägender Forenuser

  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 4 840

Registrierungsdatum: 9. April 2013

81

Freitag, 21. April 2017, 13:48

Jetzt auch auf Vinyl.