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Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 940

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

61

Freitag, 13. Dezember 2013, 16:36

Der junge Endrik Wottrich sang den Andres sowohl in einer Gesamtaufnahme von Bergs Oper, als auch in einer des Werkes von Manfred Gurlitt !
Endrik Wottrich sang den Andres 1994 nicht nur in einer Gesamtaufnahme, sondern auch auf der Bühne der Staatsoper Berlin, es ist nämlich ein Live-Mitschnitt.

In Darmstadt kann man gerade beide "Wozzeck"-Oper, die von Berg und die von Gurlitt, an einem Abend erleben. :)
Allerdings ohne Herrn Wottrich! ;)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • »Antalwin« ist männlich

Beiträge: 320

Registrierungsdatum: 10. Januar 2011

62

Freitag, 13. Dezember 2013, 16:59

Ich bedanke mich in aller Form für die kompetente Information !

Gruß,

Antalwin

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 077

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

63

Freitag, 13. Dezember 2013, 19:26

In Darmstadt kann man gerade beide "Wozzeck"-Oper, die von Berg und die von Gurlitt, an einem Abend erleben


Die armen Zuschauer, wer, bitte, kommt denn auf die Idee? Es gab in Berlin die Strauss'sche "Elektra" und eine wüst zusammengestrichene "Cassandra" von Gnecchi an einem Abend. Das war auch so ein mehr sportlicher oder artistischer Irrtum. Mit Kunst hat so etwas nach meiner Meinung nichts zu tun. :no:

Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 940

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

64

Freitag, 13. Dezember 2013, 22:45

Mit Kunst hat so etwas nach meiner Meinung nichts zu tun.
Ein sehr hartes Urteil, dass die Aufführung zweier Opern an einem Abend nichts mit "Kunst" zu tun haben soll - nicht nur deshalb, weil du den Abend nicht erlebt hast. Ich auch nicht, aber was ich in der Presse darüber gelesen habe, war durchaus positiv. Jedenfalls habe ich zuvor keine weiteren Zweifel darüber vernommen, dass dieser Doppelabend "Kunst" sei.

Es war sicherlich insgesamt kürzer als ein eine "Götterdämmerung".
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 077

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

65

Samstag, 14. Dezember 2013, 09:59

Die Frage ist doch, warum man diese beiden Versionen an einem Abend spielen sollte? Nur, weil die selbe Vorlage von zwei verschiedenen Komponisten fast zeitgleich in Töne gesetzt wurde? Das reicht mir persönlich nicht. Deshalb sehe ich in dem Darmstädter Experiment mehr eine sportliche Leistung, so, als würde man "Elektra" und "Salome" an einem Abend spielen wollen, was zwar mal geplant, nach meinem Kenntnisstand aber nie ausgeführt wurde. Oder an einem Abend die "Soldaten", auch von Gurlitt und dann noch von Zimmermann. Darf es also ein Soldat mehr sein? :D Schaut her, wir können so etwas! :jubel: Wenn ich mir vorstelle, nach dem Gurlitt noch den Berg? Oder umgedreht, ich weiß nicht, wie es gegeben wird. Für meinen Teil bevorzuge ich Berg, wenngleich Gurlitt in seiner Reduzierung nicht uninteressant ist. Einer reichte mir wirklich, schließlich sind das keine leichten Singspiele. Zusammen würden sich beide Werke doch gegenseitig etwas wegnehmen von ihrer Einmaligkeit, sie würden sich erschlagen im kollektiven Selbstmord. Auch wenn beide zeitlich zusammengerechnet noch nicht auf die "Götterdämmerung" kommen, halte ich Zusammenziehung für keine gute Idee.

Deshalb, lieber Stimmenliebhaber, möchte ich diesem Experiment auch nicht bewohnen - weil es meinem Kunstverständnis widerspricht.

Vielleicht ist ja jemand unter uns, der es erlebt hat. Ein Bericht wäre schon interessant.

Grüße von Reingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 940

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

66

Samstag, 14. Dezember 2013, 10:16

Auch wenn beide zeitlich zusammengerechnet noch nicht auf die "Götterdämmerung" kommen, halte ich Zusammenziehung für keine gute Idee.
Sie bleiben zusammen sicher sehr deutlich unter der "Götterdämmerung", vielleicht sogar unter dem "Lohengrin".

Dass du das für keine gute Idee hältst, ist dein gutes Recht, und das darfst du so natürlich auch äußern. Ich verstehe bloß nicht, warum du behauptest, dass das keine "Kunst" sei? Hier schon wieder:

weil es meinem Kunstverständnis widerspricht.
Geht es nicht auch ne Nummer kleiner??? Du ärgerst dich darüber, wenn die Gegner des Regietheaters den entsprechenden Regisseuren absprechen, "Künstler" zu sein, weil deren Arbeiten ihrem Kunstverständnis widersprechen. Und in diesem Fall verfährtst du nun eigentlich ganz genauso wie diejenigen, über die du dich sonst ärgerst - MUSS das wirklich so sein, lieber "Rheingold1876?" ;(
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 077

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

67

Samstag, 14. Dezember 2013, 17:00

Auch wenn beide zeitlich zusammengerechnet noch nicht auf die "Götterdämmerung" kommen, halte ich Zusammenziehung für keine gute Idee.
Sie bleiben zusammen sicher sehr deutlich unter der "Götterdämmerung", vielleicht sogar unter dem "Lohengrin".

Dass du das für keine gute Idee hältst, ist dein gutes Recht, und das darfst du so natürlich auch äußern. Ich verstehe bloß nicht, warum du behauptest, dass das keine "Kunst" sei? Hier schon wieder:

weil es meinem Kunstverständnis widerspricht.
Geht es nicht auch ne Nummer kleiner??? Du ärgerst dich darüber, wenn die Gegner des Regietheaters den entsprechenden Regisseuren absprechen, "Künstler" zu sein, weil deren Arbeiten ihrem Kunstverständnis widersprechen. Und in diesem Fall verfährtst du nun eigentlich ganz genauso wie diejenigen, über die du dich sonst ärgerst - MUSS das wirklich so sein, lieber "Rheingold1876?" ;(


Lieber Stimmenliebhaber, mit Verlaub, ich wüsste nicht, dass ich wie jene verfahre, die neuerdings ihren pauschalen Unwillen gegen gewisse Bilder aus dem Internet mit Seitenhieben auf nicht näher genannte hochqualifizierte Mitglieder dieses Forums verbinden zu müssen meinen. Das ist ihre Sache. Nur bringe mich bitte nicht in solche Zusammenhänge. Darauf lege ich gar keinen Wert. Ich schätze sowohl Berg als auch Gurlitt, bin aber grundsätzlich gegen diese Inszenierungen im Bündel, die ich für ein Missverständnis halte. Das ist alles.

Es grüßt herzlich Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

68

Samstag, 14. Dezember 2013, 23:38

Ich schätze sowohl Berg als auch Gurlitt, bin aber grundsätzlich gegen diese Inszenierungen im Bündel, die ich für ein Missverständnis halte. Das ist alles.
Nun ist es aber absolut üblich, nicht abendfüllende Oper zu kombinieren. "Cavalleria rusticana" und "Bajazzo" usw. Puccini selbst hat drei Einakter zum "Trittico" kombiniert.
Ich finde, dieser Berg-Gurlitt-Abend ist ein interessantes Experiment, das bei vielen, die drin waren, sehr gut angekommen ist.

Hier finden sich gleich zwei Rezensionen:

http://www.deropernfreund.de/darmstadt-neuprod.html

Da steht auch, dass der Gurlitt nur 70 Minuten dauert. Der Berg dauert in der Regel 90 Minuten, das ist also insgesamt eine normale Opernabendlänge, Puccinis "Trittico" ist mit 3x 50 Minuten nur unwesentlich kürzer.

Ich möchte nochmal betonen, das ich deine negative Meinung zu solchen Kombinationen absolut respektiere und auch deine Gründe nachvollziehen kann. Ich verstehe nur nicht, warum du dazu einen Satz bemühst wie "Mit Kunst hat das meiner Meinung nach nichts zu tun." (siehe Beitrag Nr. 63 dieser Rubrik). Kein Mensch zwingt dich, dir das anzusehen, aber einem solchem Theaterabend abzusprechen, "Kunst" zu sein, finde ich problematisch.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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zweiterbass

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Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

69

Donnerstag, 9. März 2017, 17:05

Hallo,

es gibt am Staatstheater Nürnberg (seit 3 Wochen) die Neuinszenierung der Oper Wozzeck von Alban Berg; Auszug aus der Besetzungsliste:
Philharmonie und Chor des Staatstheaters Nürnberg
Dirigent: Gabor Kali
Inszenierung: Georg Schmiedleitner
Bühne: Stefan Brandmayr
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Wozzeck: Jochen Kupfer
Marie: Katrin Adel
Tambourmajor: Tilmann Unger
Doktor: Jens Waldig
Andres: Ilker Arcayürek



Die Handlung ist ins 21. Jh. verlegt, also heraus aus dem Soldatenleben.

Hauptmann, der so heißt, aber keiner ist.
Wozzeck ist der Mensch, der 3 Jobs braucht um (sich und) seine Familie über Wasser halten zu können und zum Gespött der besser Situierten wird, was sich zum Eklat entwickelt, als ruchbar wird, dass „seine“
Marie (der er seinen ganzen Verdienst aushändigt) dem
Sexprotz (Tambourmajor) erliegt.
Andres, der Freund (nicht bis zum bitteren Ende) von Wozzeck

Die Kostüme von Tambourmajor und Marie sind dem in der Handlung angelegten Charakter der beiden Handelnden angepasst.

Die Bühne ist mit drei quadratischen, an gegenüberliegenden Seiten offenen, dreidimensional verschiebbaren Boxen ausgestattet, welche die unterschiedlichen Handlungsräume und -zeiten versinnbildlichen; die Boxen selbst sind innen nur andeutungsweise/spärlich ausgestattet.


Mich hat die gelungene Transponierung ins Heute sehr angesprochen und die Musik von Berg ist ebenso zeitlos wie die der Handlung zugrunde liegende Problematik/Dramatik.


Die Oper hat 3 Akte mit je 5 Szenen, welche in Musik gesetzt werden.
1. Akt – 5 Charakterstücke, in denen Wozzeck mit je 5 Hauptpersonen musikalisiert wird
………..Hauptmann – Suite: Präludium, Pavane,Gigue, Gavotte, Air, Reprise
………..Andres – Rhapsodie über 3 Akkorde – 3-strophiges Jägerlied
………..Marie – Militärmarsch, Wiegenlied
………..Doktor – Passacaglia mit 21 Variationen
………..Tambourmajor – Andante affettuoso, quasi Rondo

2. Akt – Symphonie in 5 Sätzen
………...Sonatensatz
………...Invention und Fuge über 3 Themen
…………Largo
…………Scherzo
…………Rondo martiale con introduzione

3. Akt – 5 Inventionen
…….Invention über ein Thema – Thema, 7 Variationen und Doppelfuge
…….Invention über einen Ton (H)
…….Invention über einen Rhythmus
…….Invention über einen Sechsklang; Orchesterzwischenspiel: Invention über eine Tonart
…….Invention über eine Achtelbewegung



Die 15 Musikstrukturen rational eindeutig zuordnen zu können war mir mit einmaligem Hören nicht möglich. Ich habe große Übereinstimmung zwischen überwiegend (aber nicht stets!) atonaler Musik einerseits und Handlung andererseits gehört und war von der Musik emotional sehr berührt. Die Interpretation und Qualität der Sänger/Darsteller, Orchester und Chor haben mich überzeugt.

Ein nachdenklicher, -wirkender Opernabend mit Musik außerhalb gewohnter Pfade/üblicher Hörgewohnheiten.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 925

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

70

Donnerstag, 9. März 2017, 19:59

Die Diskussion hier um die Aufführung mehrere kleiner Opern an einem Abend erinnert mich an "Monteverdissimo" vor einigen Jahren in Berlin, als alle drei Monteverdi-Opern hintereinander gespielt wurden. Das ein Desaster zu nennen, würde bedeuten, es zu loben.
Was ist der Unterschied zwischen der Titanic und dem Regietheater? Das RT kann den Eisberg jetzt schon sehen! (Dr.Pingel´s musikalische Brosamen, Band 2, Nr. 666)