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oper337

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181

Montag, 21. Juli 2008, 00:05

Erich Wolfgang Korngold -

Er schrieb von 1935 - 1959 unzählige Filmmusiken,

z.B. : "Der Günstling der Königin", "Der Prinz und der Bettelknabe" u.a.m.

Jede nicht unbedingt Klassik, aber jede auf ihre Art reizvoll, jede nicht der "Knüller", aber jede mit der "beonderen Note".

Voriges Jahr war "Korngold Jahr" da sollten wir nicht unbedingt nur an "Die Tote Stadt" oder "Marietta" denken,
sondern dass E.W.Korngold, in meisterhafter Manier, eben in den USA, manchen Filmschinken, ertäglich machte.

Liebe Grüße Peter, aus Wien.

Michael Schlechtriem

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182

Montag, 21. Juli 2008, 00:38

Zitat

Er schrieb von 1935 - 1959 unzählige Filmmusiken,
Falsch.

Es waren nicht unzählige, sondern 17 orginale Filmmusiken.

Der Rest waren Bearbeitungen (Mendelssohn und Wagner) oder Verwendungen von Ausschnitten seiner Filmmusiken nach seinem Tode, sowie in zwei Fällen kleinere Mitarbeiten an Filmen, bei denen er nicht genannt wurde.
Korngold starb am 29.11.1957, insofern konnte er gar nicht bis 1959 "unzählige" Filmmusiken komponieren.


Zitat

Jede nicht unbedingt Klassik
Du kennst alle? ?(

Warum das "nicht unbedingt" ?


Zitat

jede nicht der "Knüller", aber jede mit der "beonderen Note".
Ah, ja.
Äh......? ?(
Kings Row, Robin Hood, Sea Hawk............
Ja klar, keine Knüller...............oder ?(

Für mich ist das "klassische" Musik.
Und zwar originale "klassische" hochromantische Orginalmusik direkt aus der Wiener Quelle und absolut unverfälscht.
Seine Filmmusiken unterscheiden sich in keinster Weise von seinen Opern und sonstigen Werken.

Das Thema zu Kings Row war übrigens in den 40er Jahren durchaus ein "Knüller" in Amerika, es gab damals "unzählige" Anfragen an Warner Broth. , einen Klavierauszug mit diesem Thema herauszubringen, was auch geschah.

Robin Hood war so erfolgreich, daß es eine Neuaufnahme als Hörspiel für den damaligen Rundfunk gab.

Fragt sich jetzt nur, was darüberhinaus die "besondere Note" war.
Vielleicht, daß er aus Österreich 1938 und dann wiederum nach 1945 herausgeschmissen wurde?
Sorry.
:stumm:


Zitat

sondern dass E.W.Korngold, in meisterhafter Manier, eben in den USA, manchen Filmschinken, ertäglich machte.
Tja, das Arbeitsklima soll ja damals( allerspätestens ab 1938 ) auch in Österreich nicht unbedingt gesundheitsfördernd für einen Komponisten mit dem Namen Korngold gewesen sein.
Habe ich mir entfernt sagen lassen, mag aber Quatsch sein. ;) ....neee, eigentlich nicht.

Und es sind durchaus sehr schöne Filme, keine Schinken, eigentlich sollte es m.e. ein Weltkulturerbe sein:

Diese schönen klassischen Hollywood-Filme mit exquisiter Musik eines der allergrößten Wiener Komponisten, der übrigens in Brünn geboren wurde.

Was für eine Kombination - einzigartig.

Das ist mehr als "ertäglich".
Was meinst Du mit täglich?

Täglich grüßt das Murmeltier...........


Zitat

"Die Tote Stadt" oder "Marietta"
Und.


Zitat

Voriges Jahr war "Korngold Jahr" da sollten wir nicht unbedingt nur an "Die Tote Stadt" oder "Marietta" denken,
Das wird hier wohl auch nicht der Fall sein, denn es gibt hier Kenner wie Guercoeur, Gurnemanz, Klingsor, Davidoff, Edwin, JR2, Thomas Pape, Wulf, Andrew und sehr viele andere, denen das bewusst ist.

Schon lange und unabhängig von der Wiener Korngoldausstellung, welche ich leider nicht besuchen konnte.

Trotzdem danke, daß Du auf EWK aufmerksam gemacht hast.


Liebe Grüße Michael, aus Laer nein, eigentlich Leverkusen, oder, so.....
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Humphrey Bogarts letzte Worte.

Zwielicht

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183

Donnerstag, 24. Juli 2008, 14:49

Ein interessantes Gespräch mit dem Dirigenten Frank Strobel über Filmmusik und die Kino-Musik-Kultur der Stummfilmzeit findet sich heute in der Frankfurter Rundschau.


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

pfuetz

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184

Donnerstag, 24. Juli 2008, 15:03

Zitat

Original von Zwielicht
Ein interessantes Gespräch mit dem Dirigenten Frank Strobel über Filmmusik und die Kino-Musik-Kultur der Stummfilmzeit findet sich heute in der Frankfurter Rundschau.


Viele Grüße

Bernd

Und Frank Strobel ist der, von dem ich oben sprach, der die Live-Begleitungen im Frankfurter Filmmuseum am Klavier machte.

Wirklich ein sehr versierter Mann! Und ein wunderbares Interview!

Matthias

maticus

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185

Mittwoch, 29. April 2009, 19:36

Panzerkreuzer Potemkin

Zitat

Zitat von Michael Schlechtriem
Übrigens, wenn wir schon bei russischer Fimmusik sind, könnten wir auch mal zum Stummfilm zurückblicken.

Und zwar habe ich vor 15 Jahren mehrmals die Musik zu "Panzerkreuzer Potjomkin" von Edmund Meisel gespielt, live zum Film.

Seeeeehr imponierende Musik, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht hat Schostakowitsch daraus in seiner 11.Sinfonie zitiert.

Lieber Michael,

ich kann Dir zustimmen, Meisels Musik ist sehr spannend, frisch, kraftvoll und dramatisch. Mir ist auch sofort aufgefallen, dass die Trauermusik auch im 3. Satz von Schostakowitschs 11. Sinfonie wörtlich verwendet wird. Aber meinst Du, es handelt sich um eine Komposition von Meisel? In einem CD-Booklet habe ich gelesen, es würde sich um ein populäres (Trauer-) Lied handeln, den Titel habe ich gerade nicht griffbereit (liefere ich nach). Ich hatte daraus geschlossen, es würde sich eher um "Folklore" handeln würde. Man muss wohl eingestehen, dass die 11. Sinfonie, die ich sehr mag, eine intelligente Collage von Zitaten zu sein scheint.

:hello: maticus

maticus

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186

Freitag, 1. Mai 2009, 01:05

Nachtrag

In einem CD-Booklet (Bychkov, WDR) zum 3. Satz von DSCHs 11. Sinfonie:

Zitat

Den Rahmen dieses "Trauermarsches" bildet ein auch heute noch populäres Lied mit dem Titel "Unsterbliche Opfer, ihr sänket dahin". Schostakowitsch zitiert es notengetreu und vollständig.


Im Internet finde ich dazu:

Zitat

Trauerhymne auf die Opfer der russischen Revolution von 1905. In der internationalen Arbeiterbewegung wurde es nach 1919 zum proletarischen Grabgesang für gefallene oder ermordete Genossen.


Also wird es Meisel im Panzerkreuzer Potemkin wohl selbst schon zitiert haben.

:hello: maticus

Michael Schlechtriem

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187

Freitag, 1. Mai 2009, 01:33

Hallo maticus,

Zitat

Also wird es Meisel im Panzerkreuzer Potemkin wohl selbst schon zitiert haben.
oh, das kann sehr gut hinkommen, immerhin würde ich Schostakowitsch unterstellen, daß er die Filmmusik von Meisel kannte.

Natürlich kann keine Rede von einem Plagiat sein, sicherlich wurde Schostakowitsch aber von Meisels Musik inspiriert, was ja nichts schlimmes ist.


Zitat

Man muss wohl eingestehen, dass die 11. Sinfonie, die ich sehr mag, eine intelligente Collage von Zitaten zu sein scheint.
Ich gebe Dir absolut recht, mit der Erweiterung, daß es eine "sehr" intelligente Collage von Zitaten ist.

Und ebenso ist Meisels Filmmusik sehr intelligent komponiert, schön, daß Du du auf die Zusammenhänge hinweist und danke dafür!


:hello:

Michael
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William B.A.

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188

Samstag, 22. November 2014, 17:14

Herbert Windt

Ich versuche mal, den folgenden Beitrag hier unterzubringen:

Herbert Windtt, geboren am 15. Setember 1894 in Senftenberg, dessen 50. Todestag wir im nächsten Jahr begehen, starb am 22. November 1965 in Deisenhofen. Er war ein deutscher Komponist.

Er begann 1910 ein Musikstudium am Sternschen Konservatorium. Durch den Ersten Weltkrieg wurde sein Studium unterbrochen. Er begann erneut mit dem Studium im Jahre 1921/22 an der Deutschen Hochschule für Musik in Berlin, wo er bei Franz Schreker studierte und mehrere Auszeichnungen erhielt. Seine bedeutendste Oper ist Andromache, zu der er auch das Libretto schrieb. Sie wurde jedoch schon nach vier Vorstellungen vom Spielplan genommen. Ein zufällig anwesender UFA-Filmproduzent bot ihm jedoch an, Filmmusiken zu schreiben. So kam er also zur Filmmusik.
Er lieferte vor allem in der NS-Zeit die Filmmusik für zahlreiche Filme, auch Propagandafilme.
Bekannte Filme waren "Die Entlassung" (1942) von Wolfgang Liebeneiner, Paracelsus (1943) von Georg Wilhelm Pabst, von Frank Wisbar: "Die Unbekannte" (1936), "Fährmann Maria" (1936) oder "Morgenrot" (1933) von Gustav Ucicky.
Besonders seine Partituren zu Propagandafilmen erregten schon während des Zweiten Weltkrieges die Aufmerksamkeit des Filmsoziologen Wolfgang Kracauer, der dem Komponisten in seinen Abhandlungen ausführliche Analysen widmete.
Nach mehrjährigem Berufsverbot wegen seiner NS-Vergangenheit komponierte er auch nach dem Krieg wieder, z. B. für Frank Wisbars Stalingradfilm "Hunde, wollt ihr ewig leben". Seine Musik zeichnet sich auch durch eine ausgefeilte Rhythmik aus, z. B. in dem Film "Friedrich Schiller - Triumph eines Genies" (1940):

Herbert Windt war seit 1921 mit der Altistin Friedel Bosch verheiratet. Seine zweite Ehefrau Else war die Mutter seiner gegen kriegsende geborenen Tochter.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Rheingold1876

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189

Samstag, 22. November 2014, 20:41

Er lieferte vor allem in der NS-Zeit die Filmmusik für zahlreiche Filme, auch Propagandafilme.

Windt, der bereits 1931 in die NSDAP eingetreten war, wurde auch von Leni Riefenstahl, der Ikone des Propagandafilms in Nazideutschland, hoch geschätzt. Er komponierte die Musik zu "Triumph des Willens", ein ganz übles Machwerk, allerdings mit starken Bildern in Szene gesetzt, und zu ihren Olympiafilmen. An den Schiller-Film mit Horst Caspar in der Hauptrolle habe ich sehr gemischte Erinnerungen. So entschlossen sah das Filmprogramm-Heft aus:



Die DVD-Ausgabe ist dagegen sehr zurück genommen.
Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

Cello_perfekt

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190

Freitag, 2. Dezember 2016, 18:46

Das Parfum

In der Hoffnung hier richtig zu posten:



Das Parfüm gehört für mich eindeutig zum klassischen Repertoire. Darüber hinaus ist die Aufnahme mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern hervorragend gelungen. Ein dynamisches Klangerlebnis mit ebenso feinfühligen Passagen.
His Master´s Voice

âme

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191

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 17:44

Ich hab hier jetzt nicht alles durchgelesen, mag sein es wurde schon alles dazu gesagt oder zum. ein Teil von dem was ich hier schreibe. Nur meine eigenen Gedanken dazu:

Als jemand der in der Kindheit überwiegend Filmmusik gehört hat und dann erst im Laufe der Teenager-Zeit zur Klassik kam kenne ich beide Welten bis zu einem gewissen Grad mehr oder weniger gut ... mittlerweile wohl eher die Klassik, auch wenn das bei so einem riesigen Gebiet auch alles relativ ist. Ganz habe ich den Kontakt zur Filmmusik nicht abgebrochen und gewisse Komponisten höre ich noch hin und wieder, wenn auch im Vergleich zur Klassik in eher marginalen Mengen.

Ich beziehe mich wieder auf die Eingangsfrage (auch wenn hier schon längst nicht mehr darüber diskutiert wird). Das Problem ist wohl vordergründig, dass es keine gültige Definition darüber gibt ab wann eine Musik zur Klassik gehört und ab wann nicht mehr, dazu gibt es natürlich immer wieder Fälle wo die Grenzen fliessend sind, ganz zu schweigen von subjektiven Einschätzungen basierend auf den jeweiligen persönlichen Hörerfahrungen und was für Kriterien diese Person an eine Musik stellt um sie als "Klassik" zu definieren. Ich habe z.B gar nicht so selten Meinungen gehört/gelesen, bei dem es sich einfach nur um ein instrumentales Orchester- oder Klavierstück handeln muss, um als Klassik durchzugehen (also z.B. Einaudi, Clayderman, Tiersen, ... eigentlich offiziell im "Easy Listening"-Bereich zugeordnet, als Klassik wahrgenommen werden) - d.h. hier definiert man scheinbar Klassik nur nach dem Klang und überhaupt nicht nach der musikalischen Substanz. Seltener gibt es wiederum das andere Extrem, die Klassik-Hardliner die Musik von Johann Strauss & Konsorten als Klassik ablehnen. Im Grunde genommen ist diese Frage eigentlich auch nicht wichtig, aber es zeigt nur dass man sie nicht zufriedenstellend beantworten kann, zumal ja auch die Bandbreite der Filmmusik enorm ist. Es liegt ein Weltenunterschied zwischen den besseren Filmmusiken von z.B. Korngold, John Williams, ... und Instrumental-Pop von z.B. Faltermeyer, Moroder, ... sowohl klanglich als auch von der musikalischen Substanz ohne das jetzt werten zu wollen (Geschmäcker sind ja verschieden).

Eines ist aber schon wichtig ... etwas das hier schon ziemlich am Anfang erwähnt wurde. Man darf ja auch nicht vergessen dass Filmmusik im Grunde genommen einen anderen Zweck erfüllen soll, nämlich die Bilder emotional zu unterstützen und nicht vordergründig als Konzertmusik (absoluter Musik) konzipiert wurde. Das mag zwar in manchen Fällen zwar auch funktionieren, wenn der Komponist viel Liebe zum Detail aufgewendet hat und auch genug Zeit zur Verfügung hatte, aber meist kann man es der Filmmusik leider anhören dass sie nur eine unterstützende, nebensächliche Funktion erfüllen soll, zumal die Praxis ja auch so aussieht, dass die Filmkomponisten heutzutage meist sehr wenig Zeit haben, knappe Deadlines aufgrund von Kostendruck der Filmstudios angesetzt werden und ich schon öfter von Filmkomponisten gehört/gelesen habe, dass es keine Seltenheit ist pro Tag eine halbe Stunde an Musik schreiben zu müssen um die Deadline zu schaffen ... wer selber Musik macht, der weiß, was das bedeutet und dass man da nicht einfach auf die besten Inspirationen warten und mit viel Liebe zum Detail vorgehen kann ... da ist man dann oft noch froh, wenn sie zum. den Zweck erfüllen kann.
Was mich persönlich auch oftmals stört - ich bin eher der Hörtyp, der Wiederholungen nicht so gerne hat. In der Klassik kommen die natürlich auch vor, schon alleine mit der Reprise in der Sonatenhauptsatzform, manchmal auch wenn der Dirigent die Wiederholungszeichen (wie Harnoncourt bei manchen Mozart-Sinfonien) sehr ernst nimmt. Bei der Filmmusik ist es aber leider gar nicht so selten, dass die Musik von lediglich 1 bis maximal 2 Themen lebt und diese etliche Male an verschiedensten Stellen im Film immer wieder durchgekaut werden (dazwischen das triviale Hintergrundgeschwurbel zur szenischen Unterstützung) Das müssen dann schon wirklich geniale Themen sein damit ich dem nicht überdrüssig werde und das ist leider auch selten der Fall. Für mich persönlich auch ein wichtiger Grund warum ich viel lieber (gewisse Bereiche der) klassische(n) Musik höre. Aber es gibt durchaus ein paar Soundtracks die mir ziemlich gut gefallen ... allen voran E.T. von John Williams, für mich ein Meisterwerk innerhalb der Filmmusik (aber ich kenne natürlich noch nicht alles von den besseren Komponisten).
:hello:
„Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

Alfred_Schmidt

Administrator

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192

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 18:09

Filmmusik KANN durchaus hochwertige Musik sein - aber zur klassischen Musik sollte man sie nicht zählen.
Es gibt ja verschiedene Definitionen dafür, wo die Klassische Musik beginnt und wo sie aufhört. Ist beispielsweise "Frühe Musik" und "Barockmusik" "klassische Musik"? Streng genommen eigentlich nein, Dennoch wird sie, einem allgemeinen Konsens folgend so bezeichnet und akzeptiert. Ähnliches ließe sich über Musik der Romantik und der sogenannten "Klassischen Moderne" sagen.
Spätestens mit Auftreten der "Avantgarde" ist IMO der Begriff der Klassischen Musik nicht mehr anwendbar.
"Experimentelle Musik" 0der "Musik der Moderne" wären vorgeschlagene Titel von mir. Sie beschreiben recht genau was es ist, ohne direkt diskriminierend zu sein, beinhalten aber für die Hardliner unter den Klassikfreunden eine wohldosierte Warnung.
Filmmusik - auf welchem Niveau immer - ist "Gebrauchsmusik" im Verhältnis zur "Klassischen Musik" zu zu sehen wie "Angewandte Kunst" zur Kunst.
Schubladisierungen werden gerne abgelehnt - vor allem von jenen, die man in eine Schublade steckt, die ihnen nicht gefällt.
Im Falle von "Filmmusik" ist der Name ohnedies schon vorgegeben und bedarf keiner weiteren Schubladisierung, indes den Anspruch zu erheben, der Klassik zugezählt zu werden betrachte ich als eine unzulässige Anmaßung

mfg Grüßen aus Wien
Alfred

Wo ein Internetforum ist, da ist auch der Teufel nicht weit
(Alfred Schmidt)

Theophilus

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193

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 19:06

Filmmusik KANN durchaus hochwertige Musik sein - aber zur klassischen Musik sollte man sie nicht zählen.
...
Filmmusik - auf welchem Niveau immer - ist "Gebrauchsmusik" im Verhältnis zur "Klassischen Musik" zu zu sehen wie "Angewandte Kunst" zur Kunst.

Diese Ansicht ist vollkommen unhaltbar. Die Schublade "Gebrauchsmusik" ist für die Bewertung von musikalischer Qualität unbrauchbar. Man sehe:

- Jede Messe, im weiteren Sinne eigentlich jegliche geistliche Musik ist "Gebrauchsmusik". Sie dient zur Unterstützung, Begleitung aber auch zur Veredelung sakraler Vorgänge.
- Jede Ballett-Partitur ist "Gebrauchsmusik", ob und inwieweit man dies auch über Opernpartituren sagen könnte, will ich gar nicht weiter verfolgen.
- Händels Feuerwerk- und Wassermusiken z.B. waren reine "Gebrauchsmusiken" zur Unterstützung und Begleitung ganz anderer Vorgänge.
...

Die einzige Möglichkeit zur Qualifizierung von "Gebrauchsmusik" ist die Beurteilung, ob sie auch lösgelöst von ihrer ursprünglichen Verwendung für sich alleine bestehen kann. Auch ein Buddhist, Agnostiker oder gar Atheist kann Bachs H-moll-Messe als großes musikalisches Kunstwerk erkennen und würdigen, man kann Tschaikowskys große Ballettmusiken (vor allem als Suiten) genießen ohne jemals in einer Vorstellung gewesen zu sein, oder man kann sich an der Kakophonie vor Wotans Eintreffen in Niebelheim erfreuen - dabei ganz vergessend, das dies eigentlich nur mehr lautmalerische Beschreibung des dortigen Treibens ist, die bei Licht betrachtet kaum irgendwelche Kriterien für "klassische" Musik erfüllt.

Wenn also eine Filmmusik entsprechend aufbereitet für sich alleine gehört den "Wiederholungstest" besteht, dann kann sie als ernsthafte Musik durchgehen - "Gebrauchsmusik" hin oder her.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, welche Symbiose Musik mit Bildern eingehen kann. Paul Dukas' Zauberlehrling ist für sich betrachtet ein sehr ansprechendes Stück klassische Musik. Aber ich glaube sagen zu können, dass praktisch jeder, der dieses Stück einmal als "Soundtrack" zum Video aus Fantasia "gesehen" hat, es nie wieder hören wird, ohne dass im inneren Auge der dazugehörige Film abläuft. Um wieder zur Filmmusik zurückzukommen, geht es mir beispielsweise ähnlich mit Ennio Morricones Beitrag zu Once Upon a Time in the West: dieser ist für sich alleine eine großartige Filmpartitur, aber eigentlich kann man sich die Bilder nicht ohne die Musik und die Musik nicht ohne die dazugehörigen Bilder vorstellen. Film und Musik zusammen bilden ein herausragendes Kunstwerk, die Kombination überragt die Einzelteile...

:hello:

zweiterbass

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194

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 19:46

Hallo,

und wie wird diese Filmmusik bewertet - Gebrauchsmusik oder doch mehr?

https://www.youtube.com/watch?v=yg6FUofHH50

Auf die Antwort(en) bin ich gespannt.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Theophilus

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195

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 19:59

und wie wird diese Filmmusik bewertet - Gebrauchsmusik oder doch mehr?

Vorsicht Fußangel! ;)

Dies ist ja wohl der umgekehrte Fall: man nimmt ein Musikstück und macht dazu einen Film, der die Stimmung der Musik bildlich übersetzt. Also Film zur Musik und nicht Musik zum Film...

:hello:

Dieter Stockert

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196

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 20:47

Dies ist ja wohl der umgekehrte Fall: man nimmt ein Musikstück und macht dazu einen Film, der die Stimmung der Musik bildlich übersetzt. Also Film zur Musik und nicht Musik zum Film...

In der Tat. Wobei mir die Musik schon gleich in den ersten Sekunden (und dann durchgehend) süßlicher vorkam als die Farbstimmung der Bilder und insofern eigentlich nicht so besonders gut passend (als Kontrast war’s wiederum zu wenig). Ich hatte aber gleichzeitig den Eindruck, dass die Musik für sich allein wohl eher bestehen könnte, während ich die Bebilderung als ziemlich nichtssagend empfand.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

zweiterbass

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197

Freitag, 23. Dezember 2016, 20:51

Vorsicht Fußangel!

Dies ist ja wohl der umgekehrte Fall: man nimmt ein Musikstück und macht dazu einen Film, der die Stimmung der Musik bildlich übersetzt. Also Film zur Musik und nicht Musik zum Film...
- Unterstreichung von mir

Hallo Theophilus,

ist das Deine Annahme oder entspricht das dem damaligen (2004) Ablauf, was ich mir nicht vorstellen kann.

Viele Grüße
zweiterbass
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Theophilus

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198

Freitag, 23. Dezember 2016, 22:36

Hi

Das ist eine Annahme von mir. Ich finde es einfach viel wahrscheinlicher, dass man die (bestehende) Musik bebildert als dass man zu diesen Bildern eigens eine Musik komponiert...

:hello:

Stimmenliebhaber

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199

Freitag, 23. Dezember 2016, 22:55

Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Fellini, Visconti, Coppola oder Zeffirelli von einem Musikstück von Nino Rota ausgehend ihre inhaltliche Filmidee entwickelt haben, sondern die hatten ihre Idee und Rota schrieb dazu geeignete Musik (was nicht gegen deren Qualität spricht).
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


Theophilus

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200

Freitag, 23. Dezember 2016, 23:19

Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, ...

Dir ist aber schon klar, dass deine allgemeine Antwort absolut nichts mit der konkreten Fragestellung von zweiterbass zu tun hat, oder?

8-)

Stimmenliebhaber

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201

Freitag, 23. Dezember 2016, 23:39

Ich beziehe mich auf deine beiden letzten Beiträge vor meiner Antwort, auf nichts sonst.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


Theophilus

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202

Samstag, 24. Dezember 2016, 03:28

Ich beziehe mich auf deine beiden letzten Beiträge vor meiner Antwort, auf nichts sonst.

Nein, tust du nicht. Denn meine Antworten galten einem konkreten Beispiel, auf das zweiterbass verlinkt hatte. Wir sprachen von Äpfeln und du kommst mit Birnen daher...

WoKa

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203

Samstag, 24. Dezember 2016, 09:03

Hallo!

Die Filmmusik zu Ladies in Lavender stammt von Nigel Hess. Und so wie es aussieht, hat er sie tatsächlich für den Film geschrieben. Hier ein Auszug aus seiner Website:

With music so key to the story of the film, composer Nigel Hess had to have a head start on his composing for it and so created the gorgeous ‘Fantasy for Violin and Orchestra’ that we hear Andrea perform fully in the film’s concert climax. Originally performed by Joshua Bell on the soundtrack, with the Royal Philharmonic Orchestra, no less, it’s a luscious composition that sweetly underpins the longing in Ursula’s heart and the mourning of the youth she has lost to time.


Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

WoKa

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204

Samstag, 24. Dezember 2016, 09:16

Hallo!

Ich finde es ganz passend, wie Klassik Radio mit dem Thema umgeht. Dort läuft Filmmusik unter "New classics". Damit kann ich leben, wobei natürlich der künstlerische Anspruch unterschiedlich ist.

Beeindruckend finde ich beispielsweise dieses Werk, das der Regisseur Zbigniew Preisner selbst geschrieben hat. Hier bewegen wir uns in einer anderen Kategorie als bei der Musik zur 17ten Fortsetzung der Ghost Busters:



Gruß WoKa
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Victor Hugo

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205

Samstag, 24. Dezember 2016, 09:37

Ich beziehe mich auf deine beiden letzten Beiträge vor meiner Antwort, auf nichts sonst.

Nein, tust du nicht. Denn meine Antworten galten einem konkreten Beispiel, auf das zweiterbass verlinkt hatte. Wir sprachen von Äpfeln und du kommst mit Birnen daher...
Doch, das habe ich getan. Und wenn deine Antworten wie im folgenden nochmals zitierten Fall wie im Mantel allgemeingültiger Weltweisheiten daherkommen, ohne dass sich aus ihnen ergibt, dass sie auf ein konkretes Beispiel bezogen sein sollen, dann kann man dazu auch was anmerken.


Ich finde es einfach viel wahrscheinlicher, dass man die (bestehende) Musik bebildert als dass man zu diesen Bildern eigens eine Musik komponiert...
Klingt überhaupt nicht wie auf ein konkretes Beispiel bezogen.

Daher habe ich mir erlaubt, auf diese Aussage, die wie Allgemeingültigkeit beanspruchend klingt, ein konkretes Gegenbeispiel zu nennen.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


zweiterbass

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206

Samstag, 24. Dezember 2016, 10:35

Das ist eine Annahme von mir. Ich finde es einfach viel wahrscheinlicher, dass man die (bestehende) Musik bebildert als dass man zu diesen Bildern eigens eine Musik komponiert...

Hallo,
meinst Du damit die Bilder von YouTube? Ich verstand den 2004 gedrehten Film.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

âme

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207

Sonntag, 25. Dezember 2016, 18:00

Beeindruckend finde ich beispielsweise dieses Werk, das der Regisseur Zbigniew Preisner selbst geschrieben hat.

Ich glaube hier liegt eine Verwechslung vor, Zbigniew Preisner ist ausschließlich Komponist/Filmkomponist:
imdb Zbigniew Preisner

Der Regisseur des Filmes heißt Krzysztof Kieslowski, welcher wiederum nichts musikalisches in seiner Vergangenheit getan hat.
Soweit ich das aber mitbekommen habe, haben Beide schon öfters miteinander gearbeitet, vielleicht nimmt man sie ja
schon fast wie eine Art Symbiose wahr, so wie bei Spielberg und John Williams. ;)
„Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

WoKa

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Sonntag, 25. Dezember 2016, 18:50

Hallo!

Das stimmt natürlich. Danke für den Hinweis.

Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo