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operus

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1

Sonntag, 10. Juli 2016, 19:36

Die benachteiligte Sängergeneration

Auch hier im Tamino-Klassik-Forum haben wir bereits häufig darüber diskutiert ,ob frührere Sängergenerationen besser gesungen haben als die heutigen Sänger. Selbstverständlich ist diese Frage pauschal kaum zu beantworten. Ich meine jedoch, dass es heute wesentlich schwerer ist, einen öffentlichen Bekanntheitsgrad zu erlangen als früher. Popularität bringt Anerkennung und schafft ein Image, das Qualität und Bedeutung signalisiert. Welche Faktoren hemmen bei der heutigen Sängergeneration die Entwicklung. Der Kampf um ein festes Engagement an einem Opernhaus ist wegen der zu großen Konkurrenz fast gnadenlos. Die deutschen Musikhochschulen entlassen jährlich rund 300 diplomierte Absolventen. Dem gegenüber steht ein Bedarf von ca. 150 - 160 freien Stellen im Solo und im Chorbereich. Die Hälfte der jungen Sänger hat nach einem langen und teuren Studium also kaum eine Chance auf ein festes Engagement. Dazu drängen meist gut ausgebildete ausländische Sänger auf den deutschen Markt. Die Gesangsausbildung in Deutschland wird hinterfragt und kritisiert. (Über dieses Thema wird in diesem Jahr in der Matinee des Künstlertreffens der Gottlob-Frick-Gesellschaft mit hochkarätigen Persönlichkeiten der Opernszene diskutiert.) Da die Ensembles an den deutschen Opernhäusern zahlenmäßig reduziert werden, fehlt den jungen Sängern häufig die Chance, in der Provinz das Rollenrepertoire zu erweitern, sich dort zu entwickeln, um sich von da aus für höhere Aufgaben zu qualifizieren. Hoffnungsvolle junge Talente müssen oft zu schnell für ihren Entwicklungsstand noch nicht passende Aufgaben übernehmen und werden dadurch verheizt. Nun kommt ein ganz gewichtiger Grund, der den Bekanntheitsgrad der heutigen Sänger entscheidend bremst. Es werden heute weit weniger Operngesamtaufnahmen und Sängern gewidmete Produktionen gemacht als dies früher der Fall war. Sänger schaffen meist nur dann Bleibendes, wenn sie ihre Gesangsleistungen auf Tonträgern verewigen können. Die CD dient auch heute noch als Leistungsnachweis und Visitenkarte, die vor allem jungen Sängern eine breitere Publikumsresonanz ermöglicht. Selbst an großen Opernhäusern singen heute Sänger Hauptrollen, die dem breiten Nicht-Insider-Publikum nahezu unbekannt sind. Nach wie vor gilt: Ohne Tonaufnahmen weniger Aufmerksamkeit, kaum Bekanntheitsgrad und schwierigeres Weiterkommen in der Karriere. Nun kommt ein Faktor, der diese fatale Situation noch verstärkt. Für die wenigen Tonaufnahmen werden dann auch noch die Sängerinnen und Sänger besetzt, die bereits Bekanntheitsgrad besitzen und die Lieblinge der Marketingstrategen in der Opernbranche sind. Hier wäre zu klären: Wie wird man zum Favoriten der Sängervermarkter? Gute Stimme als selbstverständliche Voraussetzung, fabelhafte optische Erscheinung, persönliche Ausstrahlung, spontan ankommendes, gewinnendes Wesen, Medien-Eloquenz, erkennbar eigenes Profil, gute Beziehungen, Vernetzung und das berühmte Quäntchen Glück. Offensichtlich gibt es diese "Wunderkinder" der Oper. Auf die stürzt sich dann alles, es entsteht eine Hype um den neuen Opernstar, er wird hochgeschossen und verglüht oft nach kurzem Strahlen, weil der die hochgespannten Erwartungen doch nicht erfüllen kann. Aus den aufgezeigten Gründen haben es in unserer schnelllebigen Zeit unsere jungen Sänger also sehr schwer, in ihrem Beruf eine anerkannte bleibende Lebensleistung zu schaffen. Früher verliefen die beruflichen Werdegänge der Opernschaffenden ruhiger, konstanter, geförderter und sicherer. Damals war zum Beispiel die skandalöse Unsitte undenkbar, dass langjährig bewährte Ensemblemitglieder kurz vor ihrer 15jährigen Zugehörigkeit, durch die sie unkündbar und pensionsberechtigt werden, gekündigt werden. Wahrscheinlich waren früher die Chancen eine gewisse Bekanntheit und Bedeutung zu erlangen und die Sicherheit größer als heute. Vielleicht ist dieses Mehr an beruflicher Sicherheit das Fundament, von dem aus eine beständige hohe Leistung auch im Beruf des Sängers leichter, besser und langfristig stabiler erbracht werden kann.
Nun interessiert es schon sehr, ob die These von der benachteiligten heutigen Sängergeneration geteilt wird. Wenn weitere Gründe gesehen werden, die zur diagnostizierten Entwicklung führen, wären diese für die weitere Diskussion auf die ich hoffe interessant und hilfreich. Am Bereicherndsten wäre es allerdings, wenn auch Wege aufgezeigt werden könnten, die zur Verbesserung der Situation führen.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Siegfried

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2

Sonntag, 10. Juli 2016, 20:08

Vielen Dank, lieber Operus, dass du dieses wichtige Thema ansprichst und uns in deiner sachlich-fundierten Art darlegst. Ja, es ist bedauerlich, dass die Musikhochschulen so viele Arbeitslose produzieren. Und diejenigen jungen Sänger, die es in eine Anstellung schaffen, sind einem gnadenlosen Konkurrenzdruck ausgesetzt, der wiederum eine ganze Anzahl scheitern lässt.

Auch die Schikanen, die den Besetzungen weiblicher Rollen vorausgehen, sind ein weiteres trauriges Kapitel. Verbürgt ist ein kleines Beispiel an der Stuttgarter Oper bei der letzten "Fledermaus"-Produktion: Die Mini-Rolle der Ida (Adeles Schwester) wurde nicht der besseren Sängerin übertragen, sondern der Kollegin, die bereit war, diese Rolle barbusig darzustellen. Auch so werden "Karrieren" geschaffen und gefördert.
Freundliche Grüße Siegfried

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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3

Sonntag, 10. Juli 2016, 20:32

Auch die Schikanen, die den Besetzungen weiblicher Rollen vorausgehen, sind ein weiteres trauriges Kapitel. Verbürgt ist ein kleines Beispiel an der Stuttgarter Oper bei der letzten "Fledermaus"-Produktion: Die Mini-Rolle der Ida (Adeles Schwester) wurde nicht der besseren Sängerin übertragen, sondern der Kollegin, die bereit war, diese Rolle barbusig darzustellen. Auch so werden "Karrieren" geschaffen und gefördert.

Lieber Siegfried,

das ist in der Tat auch ein wichtiger Grund, der mir nicht einfiel: Das heißt nämlich: wer die ganzen Zumutungen und Narreteien der modernen Regisseure nicht mitmacht - also nicht pflegeleicht ist - ist nicht brauchbar. Frage: Können sich unter solchen Umständen Charaktere und Persönlichkeiten entwickeln, die dann auf der Bühne Aurorität und Bühnenpräsenz ausstrahlen?

Herzlichst
Operus
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Erich Ruthner

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4

Sonntag, 10. Juli 2016, 23:03

Es sind nicht nur die Musikhochschulen, die zu viele Sänger ausbilden, sondern auch private Institute, die auf Schulgelder angewiesen sind und daher minder begabte oder chancenlos Studenten Semester für Semester weiter ausbilden und ihnen gute Möglichkeiten versprechen. Was sich dann leider als falsch herausstellt.

Und eine Möglichkeit für ein berufliches Weiterkommen besteht dann eventuell darin, so wie wir es von einem Sänger kennen, der in Klagenfurt gekündigt wurde und es dann bis zu einem Direktor gebracht hat, sich im Management weiterzuhanteln, wo sie dann auch nichts von Stimmen verstehen und weiteren Schaden anrichten.

Erich
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

rodolfo39

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5

Sonntag, 10. Juli 2016, 23:42

An der Rheinoper haben wir ein sehr großes Sänger Ensemble. Viele Sänger weden vom Opernstudio übernommen. Das Hauptproblem ist aber, sobald die Sänger zu Publikums Lieblingen geworden sind, werden sie dann von größeren Open Häusern, wie zum Beispiel der Wiener Staatsoper abgeworden. Ein Sänger wie Norbert Ernst versauern dort, weil er nur mittlere Rollen , außer dem Logen im Rheingold, singen darf. Und ich sehe nicht da er sich in Wen großartig weiterentwickelt hat.Die Rollen die er dort singe, hat er auch an der Rheinoper gesungen. Die Ida ist doch eigentlich eine Sprechrolle. Hat nicht viel zu sagen und muss sich dann durch andere Qualitäten hervorheben :) .

dr.pingel

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6

Montag, 11. Juli 2016, 11:12

An der Rheinoper haben wir ein sehr großes Sänger Ensemble. Viele Sänger weden vom Opernstudio übernommen. Das Hauptproblem ist aber, sobald die Sänger zu Publikums Lieblingen geworden sind, werden sie dann von größeren Open Häusern, wie zum Beispiel der Wiener Staatsoper abgeworden. Ein Sänger wie Norbert Ernst versauern dort, weil er nur mittlere Rollen , außer dem Logen im Rheingold, singen darf. Und ich sehe nicht da er sich in Wen großartig weiterentwickelt hat.Die Rollen die er dort singe, hat er auch an der Rheinoper gesungen. Die Ida ist doch eigentlich eine Sprechrolle. Hat nicht viel zu sagen und muss sich dann durch andere Qualitäten hervorheben :) .


Diese Entwicklung kennen wir ja vom Fußball, siehe etwa den Fall (im doppelten Sinn!) von Mario Götze. Norbert Ernst hätte es vielleicht doch wissen können, dass er in Wien zu große Konkurrenz hat. Schließlich ist Düsseldorf nicht gerade Provinz.
(Weisheit der Brahmanen)
Die Tage sehen wir, die teuren, gerne schwinden,/um etwas Teureres herangereift zu finden:/ ein seltenes Gewächs, das wir im Garten treiben,/ ein Kind, das wir erziehn, ein Büchlein, das wir schreiben.
(Friedrich Rückert)

Alfred_Schmidt

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7

Montag, 11. Juli 2016, 13:18

Prinzipiell war es immer schon so, dass nur eine kleine Minderheit das Privileg hatte Schallplattenaufnahmen machen zu dürfen.
Aber eigentlich hat ja das Übel (für die Sänger) mit der Einführung der Schallplatte erst begonnen. Die Entwicklung ging langsam vor sich. Di ersten akustischen Aufnahmen waren in der Tat keine Konkurrenz für live auftretenden Sänger. 1925 gab es dann die erste signifikante Verbesserung durch die elektrische Tonaufnahme (Statt des Trichters sang man in ein Mikrophon) In den 30er Jahren konnten männliche Singstimmen schon akzeptabel aufgezeichnet werden, um 1950 verminderten die Schallplatten mit Mikrorillen das Grundrauschen, und zwischen 1955 und 1960 trat die rauschame Stereoplatte ihren Siegeszug an. Spätestens seit damals konnte man Singstimmen weitgehend tonfarbentreu aufnehmen, was natürlich Konsequenzen für alle nachfolgenden Generationen hatte. Ein junger Sänger muß sich nicht nur am Markt gegen seine lebenden Konkurrenten behaupten, nein er muß auch gegen die "großen Toten" antreten. Zum einen waren die Tonaufnahmen zumeist mit den mutmaßlich besten Sängern ihrer Zeit gemacht worden, zum anderen ist die Legendenbildung nicht zu unterschätzen. Wir hören - wenn wir Tonträger kaufen - eigentlich lieber Aufnahmen aus der Vergangenheit. Ich glaube, es ist weniger so, daß die früheren Stimmen besser waren, sondern eine Frage der Prägung des Publikums.
Früher waren Tonaufzeichnungen eine Ergänzung zur Karriere - heute sind sie wichtiger als der Liveauftritt....
Das nur fürs allererste...
mfg aus Wien
Alfred

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Melot1967

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8

Montag, 11. Juli 2016, 17:50

Prinzipiell war es immer schon so, dass nur eine kleine Minderheit das Privileg hatte Schallplattenaufnahmen machen zu dürfen.
Aber eigentlich hat ja das Übel (für die Sänger) mit der Einführung der Schallplatte erst begonnen. Die Entwicklung ging langsam vor sich. Di ersten akustischen Aufnahmen waren in der Tat keine Konkurrenz für live auftretenden Sänger. 1925 gab es dann die erste signifikante Verbesserung durch die elektrische Tonaufnahme (Statt des Trichters sang man in ein Mikrophon) In den 30er Jahren konnten männliche Singstimmen schon akzeptabel aufgezeichnet werden, um 1950 verminderten die Schallplatten mit Mikrorillen das Grundrauschen, und zwischen 1955 und 1960 trat die rauschame Stereoplatte ihren Siegeszug an. Spätestens seit damals konnte man Singstimmen weitgehend tonfarbentreu aufnehmen, was natürlich Konsequenzen für alle nachfolgenden Generationen hatte. Ein junger Sänger muß sich nicht nur am Markt gegen seine lebenden Konkurrenten behaupten, nein er muß auch gegen die "großen Toten" antreten. Zum einen waren die Tonaufnahmen zumeist mit den mutmaßlich besten Sängern ihrer Zeit gemacht worden, zum anderen ist die Legendenbildung nicht zu unterschätzen. Wir hören - wenn wir Tonträger kaufen - eigentlich lieber Aufnahmen aus der Vergangenheit. Ich glaube, es ist weniger so, daß die früheren Stimmen besser waren, sondern eine Frage der Prägung des Publikums.
Früher waren Tonaufzeichnungen eine Ergänzung zur Karriere - heute sind sie wichtiger als der Liveauftritt....
Das nur fürs allererste...
mfg aus Wien
Alfred


Interessantes Thema, allerdings dachte ich zunächst nicht an Aufnahmen. Lukrative Aufnahme-Verpflichtungen sind sicher hilfreich. Aber für einen Sänger, eine Sängerin ist es doch sicher wichtiger, für interessante Bühnen- oder Konzert-Produktionen verpflichtet zu werden. Ich denke sogar, dass sich das verschoben hat und die Bühnentätigkeit heute mehr als früher wichtiger ist als tolle Aufnahmen. Ich weiß auch gar nicht, ob folgendes früher anders war: Es gibt mehr hervorragende Künstler, als an guten Häusern engagiert werden können. Nicht selten erlebt das Publikum an einer "Provinzbühne" Sänger, die in der jeweiligen Partie besser singen als manche, die regelmäßig für diese Partien an großen Bühnen engagiert werden. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle: Abgesehen von Können, Stimme und Persönlichkeit auch Glück, Zufall, Beziehungen, immer am Ball bleiben, ...
Ich denke nur an einen italo-österreichischen Bass-Bariton, der zwar schon bei Festivals oder an mehreren größeren Häusern hervorragende Leistungen mit seinen Hauptpartien erbrachte, allerdings relativ selten Verpflichtungen eingeht oder es sich gar mit den Verantwortlichen "verscherzt" aufgrund seiner zurückhaltenden Persönlichkeit. Das ist halt eine ungeschickte und nicht förderliche Voraussetzung, zumal wenn man ein hervorragender Wotan, Osmin, Commendatore, Hagen ist und sich in den Partien schon mal erfolgreich bewiesen hat. Aber wenn niemand auf einen zurückgreift bzw. man sich nicht weiter anbietet, dann bleiben die Engagements aus.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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9

Montag, 11. Juli 2016, 20:04

In gewisser Hinsicht sind heutige Sänger in der Tag benachteiligt. Die jüngeren Klassikhörer sind nicht so bewunderungswillig, wie die ältere Generation. Diese aber bewundert vorzugsweise die Größen der Vergangenheit und sind nicht bereit für die Aufnahme eines unbekannten Newcomers Vollpreis zu bezahlen, wo doch jene vergangener berühmtheitne oft schon ums halbe Geld und billiger zu haben sind. Die großen Plattenfirmen wollen nicht von ihren Preis und Umsatzvorstellungen abrücken - und lassen einen Nachwuchskünstler schnell fallen, wenn er nicht den (meist unerfüllbaren) Erwartungen entspricht.
Schaun wir uns den "Fall Callas" an: Eine ursprünglich dickliche unattraktive graue Maus mit eigentlich unschöner Stimme entwickelt sich relativ rasch zur "Primadonna Assoluta", der die gesamte Welt (nicht nur die Musikwelt) zu Füßen liegt.
So etwas wird es kaum mehr geben, und zwar nicht, weil es keine qualitativ vergleichbare Stimme gibt, sondern weil das Publikum eine "neue Callas" vermutlich nicht erkennen - und schon gar nicht vergöttlichen würde. Man hat mehr Distanz zu den Künstlern und neigt nicht dazu sie anzubeten,: Das gilt natürlich insbesondere für Nachwuchskräfte.
Dazu kommt noch (mein Lieblingsthema) das Regietheater. Ein gewisser Tei des Publikums, der das TR ablehnt, geht TROTZDEM in moderne Inszenierungen - meist wegen der Stimmen, aber auch weil es ohndies keine Alternative gibt. Ein anderer Teil des Publikums verweigert sich indes dem Opernbetrieb und teilweise auch Sängern, die in modernen Inszenierungen mitwirken. Zum Teil als quasi "Bestrafung", zum Teil ganz einfach, weil man Sänger, die nur in modernen Inszenierungen auftraten, gar nicht kennt - oft nicht mal namentlich.

mfg aus Wien
Alfred

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Bertarido

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10

Montag, 11. Juli 2016, 20:13

Lukrative Aufnahme-Verpflichtungen sind sicher hilfreich. Aber für einen Sänger, eine Sängerin ist es doch sicher wichtiger, für interessante Bühnen- oder Konzert-Produktionen verpflichtet zu werden.

Das scheint mir schon deswegen plausibel, weil die überwiegende Mehrheit der Nachwuchssängerinnen und -sänger eben nicht in München, Berlin oder Wien ihre Karriere beginnen, sondern bei einem der kleinen oder mittleren Häuser in der "Provinz" (nicht negativ gemeint), um deren Dichte wir weltweit beneidet werden. Und die sind nunmal eher selten bis gar nicht auf Tonträger vertreten.

Alfred_Schmidt

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11

Montag, 11. Juli 2016, 22:29

Da ist sicher was Wahres dran. Aber diese Sänger werden nur in den seltensten Fällen überregional bekannt. Gute Positionen bekommt man hauptsächlich dann, wenn man
a) überdurchschnittlich talentiert ist
UND
b) über einen berühmten und einflußreichen. gut vernetzten Lehrer verfügt, der einen uber seine Verbindungen den Weg an die Spitze ebnet.

Es wird heutzutage von den Nachwuchskünstlern auch veralngt, daß sie in jedem Interview, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erwähnen, daß ihnen SELBSTVERSTÄNDLICH die zeitgenössische Musik ein persönliches Anliegen ist......

mfg aus Wien
Alfred

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rodolfo39

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12

Montag, 11. Juli 2016, 22:43

Außerdem müssen Sänger immer betonen, das sie dem RT gegenüber offen sind. Ich hab mich immer gewundert, warum in den internationalen Opernhäusern immer die gleichen Sänger in den unterschiedlichen Aufführungen auftreten. Bis ich dann die Antwort bekam. das immer mehrere Sänger bei einem Agenten untergebracht sind. Also kommt es hauptsächlich auf gute Kontakte an, oder ich heirate eine schon bekannte Sopranistin, die ihren Partner dann immer mit im Schlepptau hat, wie die Damen Nebtreko und Damrau. Und was die Callas betrifft , wäre sie auch so erfolgreich, wenn sie heute gesungen hätte ?

Alfred_Schmidt

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  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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13

Montag, 11. Juli 2016, 22:53

Ich habe in meinem letzten Beitrag die Wichtigkeit eines prominenten, einflußreichen und fachlich versierten Gesangslehrers nachdrücklich betont. Um zu unterstreichen wie sowas aussehen kann, habe ich ein klassisches Beispiel hier eingestellt und bitte alle Aspiranten des Gesanges dieses Beispiel genau zu studieren. Mit diesem Lehrer an der Seite ist ein Engagement an der Wiener Staatsoper wohl das mindeste was man zu erwarten hat.
Wem das Ansehen des Clips zu aufwändig erscheint und dem seine Karriere das nicht wert ist - dem ist eben nicht zu helfen - er wird seine Karriere in Castrup-Bauxel beenden - Als Billeteur.....



mfg aus Wien
Alfred

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Rheingold1876

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14

Dienstag, 12. Juli 2016, 08:38

Das Thema sehe ich gar nicht so dramatisch und würde also nicht von einer benachteiligten Sängergeneration reden. Vergleiche mit "früher" hinken oft schon deshalb, weil nur selektiv verglichen wird oder werden kann. Freund Operus hatte gleich eingangs vermerkt, "dass es heute wesentlich schwerer ist, einen öffentlichen Bekanntheitsgrad zu erlangen als früher". Wirklich? Seine Festellung übersieht die rasanten Möglichkeiten des Internets. Jeder oder fast jeder Sänger unterhält heute eine eigene Homepage. Dort können alle möglichen Informationen ständig aktualisiert abgerufen werden. Das war noch vor wenigen Jahren überhaupt nicht möglich. Hinzu kommen Fanseiten und Foren wie das unsere, die bestimmte Themen ständig im Gespräch halten und also nicht wenig zur Popularität von Sängern beitragen. Dass dabei oft die Alten gegenüber den Jungen die Oberhand haben, sagt mehr über Verfasser solcher Beiträge aus. Wir sind hier bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr so ganz taufrisch. ;) An anderer Stelle war neulich mal zusammengetragen worden, wie viele Einträge es zu bestimmten Sängern gibt. Das ist gigantisch. Sänger unterhalten auch oft Facebook-Profile und twittern munter vor sich hin. Von Youtube und diversen Tauschseiten nicht erst zu reden. Wann hat es das je so gegeben?

Die Frage nach den Tonaufnahmen ist nach meinem Eindruck auch nicht so einfach zu beantworten. Ich wette, dass gegenwärtig viel mehr Einspielungen verschiedener Sänger vorliegen als noch vor ein paar Jahrzehnten. Damals gab es über Jahre nur einen "Ring", jetzt sind es bestimmt dreißig - gefühlt hundert. Werfen wir einen Blick auf den Lieder-Sektor, schneidet die Vergangenheit sehr viel schlechter ab. So viele "Winterreisen" wie jetzt waren nie auf dem Markt. Es gibt Editionen in Form von Gesamtausgaben (Loewe, Schubert, Pfitzner etc.), an denen - ich habe es nicht gezählt - gewiss hunderte Sänger beteiligt sind. Wenn auch manches lässlich ist und bald wieder verschwindet, es gibt und gab es aber! Und so könnte man fortfahren.

Andersherum das Problem angegangen, vermisse ich von sehr vielen Sängern, die nach dem Krieg für Jahrzehnte das Opernleben bestimmt haben, Aufnahmen. Die hatten oft keine Chance gegen die immer und immer wieder bevorzugten Größen wie eine Rothenberger, einen Schock oder sonst wen. Bei allem Respekt, was haben die nicht alles aufnehmen dürfen, was sie lieber hätten sein lassen und an Kollegen abtreten sollen.

Was nun anderes ist, ist auch auf die Globalisierung zurückzuführen, zu der es gehört, dass sich Besetzungen sehr durchmischen. Der Markt ist frei - zunehmend auch frei von Protektionismus. Darin liegt aber auch eine Chance zu mehr Wettbewerb.

Sänger von heute haben aus meiner Sicht hervorragende Bedingungen. Eine Voraussetzung muss aber vorhanden sein - Talent.

Das nur ein paar wenige Gedanken.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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15

Dienstag, 12. Juli 2016, 13:16

Lieber Operus!
Als ich den Titel des Theads las, musste ich auch erst mal an die Generation von Sängern denken, denen in der NS-Zeit und in den
Krieg- und Nachkriegsjahren ganz oder weithin verwehr war, eine internationale Karríere zu machen.
Gemeint waren aber die heutigen Sänger. Da habe ich gestutzt.
Genau wie Rheingold sehe ich eigentlich ungewöhnlich günstige Bedingungen, sich einen "öffentlichen Bekanntheitsgrad" zu erwerben. Rheingold hat das schon ausgeführt. ich will da nichts wierholen. Allein auf YouTube finden viele Aufnahmen von vorzüglichen Sängern, deren Namen noch nicht bekannt sind und die zu hören sich lohnt. Ich weiss von Konzertveranstaltern, dass sie sich auch immer wieder mal schauen, was es da so gibt....

Das Problem scheint mir eher, feste Engagements zu bekommen.
Für die Entwicklung von Sängern scheint mir die Arbeit in einem Ensemble für eine gewisse Zeit nach wie vor wichtig. Dadurch können sie ein künsterisches Profil entwickeln und einen "öffentlicher Bekanntheitsgrad" erlangen - zunächst bei dem Pubikum der Stadt, in der sie vornehmlich singen. Wer nur immer herumgereicht wird, den Cherubino zu singen oder den Turridu, wird nirgends leicht haben, bekannt zu werden.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Stimmenliebhaber

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16

Dienstag, 12. Juli 2016, 13:52

Ich denke auch, dass die "benachteiligte" Sängergeneration am allerwenigsten die heutige ist.

Sie leben und können singen - welchen größeren Vorteil könnte es geben???

Und selbst wenn der Job schwer und der Markt hart ist - niemand von ihnen muss Hunger leiden und frieren, niemand von ihnen muss (zumindest in Deutschland und Mitteleuropa) vor den Fliegerbomben in den Keller flüchten, niemand seine Heimat verlassen usw.
Niemals konnte man so für sich die Werbetrommel rühren (eigene Homepages, Youtube-Videos, Agenturen), konnte so unkompliziert und mit so hoher Mobilität gastieren usw.
Und, das gilt zumindest für die wenigen, die es zum "Star" bringen: noch nie waren die ersingbaren Gagen potentiell (also für die Stars) so hoch wie heute.

Als ich das Rubrikthema "Die benachteiligte Sängergeneration" las, dachte ich unwillkürlich an die Sängerinnen und Sänger, die mir so wichtig: die Sängerinnen und Sänger der 1970er bs 1990er Jahre im allgemeinen, und die, die in der damaligen DDR wirkten, im besonderen.

Als ich diese Sänger damals häufig erlebte, gab es die alte, abgetretene Garde, von denen die älteren Besucher schwärmten und von denen viele Studioaufnahmen vorhanden waren (also Frick und Co) - und es gab eben die aktuelle Garde, die sang und die live immer wieder zu erleben war - und weil das so war, hielt sich auch der Kummer über die häufig nicht vorhandenen Studioaufnahmen (in repräsentativen Hauptrollen!) in Grenzen.

Nun, da diese selbst abgetreten sind, ist zumindest mein Kummer diesbezüglich groß, denn mit ihrem Abtreten sind sie mehr oder weniger vergessen, man spricht wegen der reichlich vorhandenen Aufnahmen noch immer über die Generation Frick und natürlich über die aktuellen Sänger, aber die von mir benannte Generation fällt mehr oder weniger unter den Tisch.

Hinzu kommt, dass gerade die DDR-Sänger Bevormundungen und Maßregelungen ertragen mussten, dass ihre internationale Karriere durch die Einschränkung ihrer Reisefreiheit stark beeinträchtigt war, dass sie sich keinen Agenten ihres Vertrauens auswählen konnten, dass damals noch nicht alles mitgeschnitten und ins damals noch gar nicht vorhandene Netz eingestellt werden konnte usw. - Dinge, die für heutige Sänger selbstverständlich sind!

Das Internet, das sich etwa zur Jahrtausendwende durchgesetzt hat, hält seitdem vielleicht nicht alles, aber doch vieles fest, die Bayerische Staatsoper München hat ein Besetzungsarchiv seit 2002(?), die Zeit davor wird wohl nie mehr vom Haus erfasst und veröffentlicht werden, fällt also zumindest im Detail dem Vergessen anheim.

Die Sänger der Generation Frick sind durch die damals boomenden Schallplattenaufnahmen unsterblich geworden, die heutigen Sänger werden zumindet online ihre Spuren hinterlassen, wo man natürlich auch die "goldene Generation" mit ihren längst digitalisierten Platten etc. findet, aber die Sänger dazwischen fallen immer mehr dem Vergessen anheim, im Internet finden sich kaum Spuren von ihnen: kaum ein Portrait-Foto ist vielfach auffindbar, von Szenenfotos wichtiger Rollen ganz zu schweigen. Wer nicht zumindest mal in Bayreuth gesungen hat und dort auf der Homepage mit Vita und Szenenfotos vertreten ist, ist im Internet beinahe vergessen. Man kann sich kein Bild mehr von ihnen machen und man kann auch ihre Stimmen kaum noch hören.

Mir persönlich ist es eine Mission, dem entgegenzuwirken, also dem Vergessen dieser doppelt benachteiligten Sängergeneration aktiv entgegenzusteuern - deshalb bin ich hier, deshalb mein Besetzungsarchiv der Staatsoper Berlin usw. - damit man auch in einigen Jahrzehnten weiß, dass Klaus König nicht nur ein Coach oder ein Oboist oder ein Posaunist oder ein Komponist gleichen Namens war, sondern dass es auch einen Tenor (und Malermeister) gab, der so hieß; dass Siegfried Vogel nicht nur ein Mediziner gleichen Namens war, sondern dass es auch einen Opernsänger gab, der so hieß; dass Siegfried Lorenz nicht nur ein SED-Politiker war, sondern dass es auch einen gleichnamigen, aber eben nicht identischen Bariton, Opern-, Konzert- und Liedsänger gab; dass es nicht nur den Kabarettisten Günter Neumann, sondern auch einen Opernsänger namens Günter Neumann gab - und dass es nicht nur einen Großindustriellen namens Joachim Herz, sondern auch einen Opernregisseur gleichen Namens gab.

Und ich behaupte, diesem Vergessen in den letzten drei, vier Jahren mit einem gewissen Erfolg durchaus entgegengewirkt zu haben. :)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

Beiträge: 4 166

Registrierungsdatum: 19. November 2010

17

Dienstag, 12. Juli 2016, 17:17

Und ich behaupte, diesem Vergessen in den letzten drei, vier Jahren mit einem gewissen Erfolg durchaus entgegengewirkt zu haben.


Lieber Stimmenliebhaber!
Ja, das hast Du!
Mit Verve, Enthusiasmus und Sachverstand!
Dafür gebührt Dir Anerkennung und Dank!

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

hart

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Registrierungsdatum: 7. Dezember 2009

18

Dienstag, 12. Juli 2016, 20:48

Ich meine jedoch, dass es heute wesentlich schwerer ist, einen öffentlichen Bekanntheitsgrad zu erlangen als früher.

Lieber Operus,
früher war alles anders ...
Ich hab´ ja nichts gegen die 99 Luftballons, die Nena trällert, wenn ich aber im aktuellen ADAC-Heft lese: »Nena ist die bekannteste Sängerin Deutschlands«, dann sagt das ja schon etwas über die kulturellen Verwerfungen der letzten Jahrzehnte aus. Wer da in den Opernhäusern was singt, ist heutzutage den meisten Leuten egal, Operngesang hat längst nicht mehr den Nimbus und Stellenwert vergangener Tage.

Eine Trauerfeier wie sie Wien beim Tode von Maria Cebotari 1949 erlebte, wäre heute nicht vorstellbar.
Als Peter Anders 1954 in Hamburg zu Grabe getragen wurde, säumten im prasselnden Regen Tausende die Straßen; in einem Spalier von 50 Wagen, flankiert von der Verkehrspolizei ging es zum Friedhof - heute undenkbar, wenn ein Opernsänger in Deutschland stirbt.

Heute wird eben vor einem ganz anders gearteten gesellschaftlichen Hintergrund gesungen. Man lese alte Opernkritiken - die meisten Zeilen galten damals den erbrachten Gesangsleistungen; das wird heute oft in drei Schlusssätzen abgehandelt, von würdigen möchte man da nicht sprechen.

Großes tut sich dagegen im Liedgesang; was ich da in den diversen Meisterkursen zu hören bekomme, ist auch in der Breite von hoher Qualität und höchst erfreulich - Rheingold wies ja bereits darauf hin, dass in diesem Metier die Vergangenheit schlechter abschneidet; aber nur was die Plattenaufnahmen angeht, gut besuchte Liederabende gab es damals deutlich mehr!