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Alfred_Schmidt

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1

Sonntag, 19. Februar 2006, 17:43

Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr 1 in C-dur op 15

Liebe Klassikfreunde,

Zur Abwechsluing wieder mal was Klassisches:
Beethovens Klavierkonzert Nr 1 in C-Dur op 15

Bei diesem Klavierkonzert stimmt weder Opuszahl Noch Nummerierung, es ist mit Sicherheit später komponiert worden als jenes, das heut unter op 19 Nr 2 läuft, zudem gibt es noch ein früheres ohne Opuszahl.

Die Wiener Uraufführung war an 2. April 1800 im Wiener Burgtheater, wahrscheinlich wurdes es aber schon früher, nämlich 1798 in Prag uraufgeführt. Nominell ist das Werk der Prinzessin Odescalchi gewidmet- praktisch schrieb es Beethoven für sich selbst, als Klaviervirtuose, als der er ja in jener Zeit vornehmlich bekannt war.

Wie bei Klavierkonzert Nr 2, das in Wahrheit früher entstand (erste Fassung 1795) findet sich nioch mozartsches Flair in diesem Werk, aller dings nicht mehr so dominierend. Beethoven hatte bereits seinen eigenen Ton gefunden.

Interessanterweise hat sich bis heute im Forum niemand gefunden, der dieses Werk thematisiert hat, und damit wir nicht ganz von der Moderne erstickt werden (Hallo Edmund :hello: ) habe ich mir diesen Thread vorgenommen.
Ichj muß gestehen, daß auch ich dieses Konzert schon sehr lange nicht mehr gehört habe - Umso schöner das Wiedersehen (Wiederhören) Welche erhabene Eleganz des ersten Satzes, welche wunderbare Instrumentation - Welch eingängigen Themen, welch gelungenes Spannungsfeld zwischen majestätisch und zärtlich verhalten, spielerisch und aufbrausend - dazwischen nachdenklich.
Für mich ist es eines der schönsten Konzerte der Klavierliteratur.

Liebe Grüße

aus Wien

Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

Ulli

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2

Sonntag, 19. Februar 2006, 17:51

RE: Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr 1 in B-dur op 15

Zitat

Original von Alfred_Schmidt


Beethovens Klavierkonzert Nr 1 in B-Dur op 15

Bei diesem Klavierkonzert stimmt weder Opuszahl Noch Nummerierung,


...noch die Tonart...

die ist nämlich C-Dur. Bei einer Aufführung dieses Konzertes fehlte es offenbar an der Zeit, den einen Halbton zu tief klingenden Flügel zu stimmen. Laut einer Anekdote spielte Beethoven das Konzert dann 'einfach' in Cis-Dur.

Ein Tippfehler, der dann abgeschrieben wurde - ist korrigiert - Danke für den hinweis -der wird, in eine Stunde gelöscht, da er nicht mehr aktuell ist
LG Alfred MOD 001

:hello:

Cordialement
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

sagitt

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3

Sonntag, 19. Februar 2006, 17:57

RE: Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr 1 in B-dur op 15

Sagitt meint:

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Aufnahme dieses Konzerts. Richter mit Leinsdorf und den Bostonern, eine Aufnahme bei RCA. Richter war damals eine Sensation.Das war Anfang der sechziger Jahre.
Das erste hörte ich dann ganz gerne, aber es war nie ein Favorit,wohl lieber als das B-Dur, aber deutlich weniger geschätzt als die letzten drei,wobei das Es-Dur-Konzert lange mein Favorit war.
Es werden sicher viele Aufnahmen vorgestellt.
Ich will hier nur eine hinweisen: Lars Vogt mit Rattle. Leider nur zwei Konzerte, weil Rattle dann mit Brendel alle fünf machte- Ober sticht Unter- Vogt brachte damals zwei Versionen heraus: mit der Beethoven- und mit den Gould-Kadenz heraus.Die Aufnahme wurde 1996 veröffentlicht. Muss man sie wegen der Gould-Kadenz haben ? Nein, sicher nicht. Interessant, aber mehr auch nicht.
Vogt ist ein guter Pianist. Rattle war damals mit seinen Birmighamern sehr gut unterwegs. Die beiden hatten eine Aufsehen erregende Debüt-Platte gemacht ( Schumann und Grieg). Vogt hat sich nicht übermäßig in Deutschland durchgesetzt,bei Beethoven ist die Konkurrenzu geradezu übermächtig. Ich schätze an dieser Aufnahme das Zusammenwirken beider. Sie befeuern sich gegenseitig- dritter Satz von op. 15. Ehe Vogt untergeht, wird er hier erwähnt.

Ulli

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

4

Sonntag, 19. Februar 2006, 18:16

RE: Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr 1 in B-dur op 15

Salut,

ich musste erst nachschauen, welche Aufnahme ich besitze, es ist die:

Claudio Arrau
Orchestre du Concertgebouw d'Amsterdam
Bernard Haitnik

Zitat

es ist mit Sicherheit später komponiert worden als jenes, das heut unter op 19 Nr 2 läuft


Im Booklet meiner LP lese ich, dass es eine erste Fassung von 1795 gibt, die zweite Fassung ist von 1798. In einem Konzertzettel vom März 1795 wird angekündigt:

Heute Sonntag den 29. März 1795
wird
die hiesige Tonkünstlergesellschaft
im k.k. Nazional=Hof-Theater

zum Vortheil ihrer Wittwen und Waisen

Eine große musikalische Akademie

in zwey Abtheilungen zu geben, die Ehre haben.

Erste Abtheilung

1) Eine große neue Symphonie vom Hrn. Kapellmeister Cardellieri.

2) Ein neues Konzert auf dem Piano-Forte, gespielt von dem Meister
Herrn Ludwig von Beethoven, und von seiner Erfindung.


Zweyte Abtheilung

Der erste Theil des in wälscher Sprache abgefassten Oratoriums
betitelt:

Gioas, König in Judäen,

von der Erfindung des obbenannten Hrn. Cardellieri.

NB. Da die Rezitative zu lange sind, so traf man in einigen Stellen eine Abänderung.

Diese Akademie, mit Instrumenten und Singstimmen gerechnet, wird von mehr
denn 150 Personen aufgeführet.

Die Eintrittspreise sind wie gewöhnlich im Nazionaltheater.

Jene von der hohen Noblesse, welche ihre bey den sonst gewöhnlichen Schauspielen
abbonirten Logen nicht beybehalten wollen, werden geziehmend ersucht, es
der Kassa beyzeiten melden zu lassen.

Der Anfang ist um 7 Uhr.


Cordialement
Ulli
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klingsor

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5

Sonntag, 19. Februar 2006, 18:35

hallo, ich habe einige einspielungen des konzertes.

lange zeit verspürte ich keine rechte liebe zu ihm, dies änderte sich nach dem hören der genialen kaiserschen musikstunden. danach trafs mich wie ein blitz ...

ich verglich alle aufnahmen durch und befand - was ich nicht erwartet hatte - der größte spielwitz (gerade im finale) findet sich bei brendel und rattle. selbst die grße argerich mußte sich da geschlagen geben. .... :yes:

:hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

rappy

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6

Sonntag, 19. Februar 2006, 19:03

Also die Gould-Aufnahme ist sicherlich ein Muss, weil sie anders ist als alle anderen.

Mir gefällt das Konzert auch sehr gut, obwohl ich das 2. für mehr unterschätzt halte. Es wird oft als das schwächste bezeichnet. Dies mag stimmen, doch das heißt bei Beethoven nicht viel, da alle anderen 4 spitzenmäßig sind - auch das erste (eigentlich zweite). Vor allem das Thema beim 1. Klaviereinsatz finde ich wunderschön (1. Satz).

Jetzt wieder zum C-Dur Konzert. Besonders gut gefällt mir neben der Gould-Aufnahme die mit Zimerman/WP. Weniger sagt mir die Aimard/Harnoncourt Aufnahme zu, sie klingt irgendwie nicht majestätisch genug.
"Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

Ulli

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7

Sonntag, 19. Februar 2006, 19:41

Zitat

Original von rappy

Mir gefällt das Konzert auch sehr gut, obwohl ich das 2. für mehr unterschätzt halte.


Salut,

das empfinde ich auch so, aber hier geht's ja um das erste.

Zitat


Jetzt wieder zum C-Dur Konzert. [...] Weniger sagt mir die Aimard/Harnoncourt Aufnahme zu, sie klingt irgendwie nicht majestätisch genug.


just heute sendete der SWR Pierre-Laurent Aimard mit Fechtmeister Sylvain Cambreling, allerdings mit dem 2. in B-Dur [irgendwie ist das hier der falsche Tread :motz: ]. Es hat mir pianistisch sehr gut gefallen, charmant, witzig, machmal vielleicht etwas spitzbübisch - aber wie Du sagst, eher "weich", also unmajestätisch. Zu Beginn des ersten Satzes war das Tempo noch nicht ganz klar... sein grinsen war genial.

:hello:

Cordialement
Ulli
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Norbert

Moderator

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8

Sonntag, 19. Februar 2006, 20:36

Eine Empfehlung:



(diese wird erläutert, sobald ich die CD mal wieder gehört habe...)
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

ThomasBernhard

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9

Sonntag, 19. Februar 2006, 21:24

Glenn Goulds / Valdimir Golschmanns Aufnahme höre ich immer wieder mal gerne wegen der verrückten Kadenzen. Auch sonst ist das Werk sowohl im Orchesterspiel als natürlich auch im Klavierpart extrem gegen den Strich gebürstet, was ich zwar nicht alle Tage so hören will, aber eine sehr interessante neue Sicht auf das Werk ist.

Ansonsten hauptsächlich gerne Brendel/Rattle (auch Brendel/Haitink) und Gulda/Stein.

Auch das Livekonzert zur "Maueröffnung" im November 1989 mit Barenboim mit den Berliner Philharmonikern (Sony) hat mir gut gefallen!

Robert Levin/Gardiner hat mir nicht sonderlich gefallen und die weiteren Alternativaufnahmen (Pollini/Jochum, ABM/Giulini, Kempff/Leitner, Richter/Munch) höre ich gar nicht so oft, weil ich mich mit den oben genannten "eingelebt" habe.
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

AcomA

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10

Sonntag, 19. Februar 2006, 22:59

hallo,

für mich top:

ABM/wiener ph./giulini (DG, live). siehe Norbert. sehr fein und mit frischen akzenten.

oppitz/gewandhaus leipzig/janowski (rca). großzügiges sturm und drang-spiel. exzellente akustik. meine IMO-referenz dieses konzertes.

gruß, siamak
Siamak

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11

Montag, 20. Februar 2006, 10:40

Gould rulez!

Zitat

Original von ThomasBernhard
Glenn Goulds / Valdimir Golschmanns Aufnahme höre ich immer wieder mal gerne wegen der verrückten Kadenzen. Auch sonst ist das Werk sowohl im Orchesterspiel als natürlich auch im Klavierpart extrem gegen den Strich gebürstet, was ich zwar nicht alle Tage so hören will, aber eine sehr interessante neue Sicht auf das Werk ist.


m.E. sind die Kadenzen das einzige verrückte (und durchaus hörenswert, sie klingen nach Goulds treffender Selbstcharakterisierung etwas nach Reger). Sonst kommen Gould und Golschmann hier meiner Idealvorstellung näher als irgendjemand sonst, gar nicht gegen den Strich, sondern endlich mal richtig :D : der erste Satz sehr schnell (quasi in Halben) genommen und der militärische Charakter herausgearbeitet, so wird es kein hohler Pomp, sondern mitreißend und agressiv. (Ähnliches gilt für das 2. Konzert mit Bernstein, leider nur mono; die beiden sind meine Lieblinge in Goulds GA)
Nur etwas besserer Klang und präsentere Holzbläser wären zu wünschen. Etwas gemäßigter aber auch sehr gut ist die häufig übersehene Aufnahme von Kovacevich/Davis. Interessant bei für meinen Geschmack etwas zu breiten Tempi auch Aimard/Harnoncourt (selten die Holzbläser schöner gehört als hier).
(beide IIRC mit der ausführlichen und schönen Beethoven-Kadenz im Kopfsatz).
Schließlich möchte ich eine absurd billige Einspielung (alle Konzerte + Tripel) mit Michael Roll (Royal PO/Shelley), die auf diversen Superbudget-Labels kursiert, erwähnen: Straffe, geradlinige Deutungen ohne Schnörkel (am besten gelungen m.E. 1, 5 und Tripelkonzert).

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Pius

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12

Montag, 20. Februar 2006, 11:28

RE: Gould rulez!

Hallo!

Zitat

Original von Johannes Roehl

Zitat

Original von ThomasBernhard
Glenn Goulds / Valdimir Golschmanns Aufnahme höre ich immer wieder mal gerne wegen der verrückten Kadenzen. Auch sonst ist das Werk sowohl im Orchesterspiel als natürlich auch im Klavierpart extrem gegen den Strich gebürstet, was ich zwar nicht alle Tage so hören will, aber eine sehr interessante neue Sicht auf das Werk ist.


m.E. sind die Kadenzen das einzige verrückte (und durchaus hörenswert, sie klingen nach Goulds treffender Selbstcharakterisierung etwas nach Reger). Sonst kommen Gould und Golschmann hier meiner Idealvorstellung näher als irgendjemand sonst, gar nicht gegen den Strich, sondern endlich mal richtig :D : der erste Satz sehr schnell (quasi in Halben) genommen und der militärische Charakter herausgearbeitet, so wird es kein hohler Pomp, sondern mitreißend und agressiv. (Ähnliches gilt für das 2. Konzert mit Bernstein, leider nur mono; die beiden sind meine Lieblinge in Goulds GA)


Interessant, wie unterschiedlich die Ansichten sein können. Bei Markus habe ich den ersten Satz mit Gould/Golschmann gehört und habe kein Verlangen, ihn so jemals wieder zu hören. IMO ist das eine ziemlich "häßliche" Interpretation.

Mein Favorit ist schon lange und bleibt sicher auch noch einige Zeit:


Ich bin zudem ein Fan der Kempff-Kadenzen: kurz und knackig. Das Rondo von op. 15 ist wirklich ganz wunderbar getroffen in dieser Aufnahme, ich muß es meist doppelt hören.

Viele Grüße,
Pius.

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13

Montag, 20. Februar 2006, 12:05

RE: Gould rulez!

Zitat

Original von Pius

Zitat

Original von Johannes Roehl

Zitat

Original von ThomasBernhard
Glenn Goulds / Valdimir Golschmanns Aufnahme höre ich immer wieder mal gerne wegen der verrückten Kadenzen. Auch sonst ist das Werk sowohl im Orchesterspiel als natürlich auch im Klavierpart extrem gegen den Strich gebürstet, was ich zwar nicht alle Tage so hören will, aber eine sehr interessante neue Sicht auf das Werk ist.


m.E. sind die Kadenzen das einzige verrückte (und durchaus hörenswert, sie klingen nach Goulds treffender Selbstcharakterisierung etwas nach Reger). Sonst kommen Gould und Golschmann hier meiner Idealvorstellung näher als irgendjemand sonst, gar nicht gegen den Strich, sondern endlich mal richtig :D : der erste Satz sehr schnell (quasi in Halben) genommen und der militärische Charakter herausgearbeitet, so wird es kein hohler Pomp, sondern mitreißend und agressiv. (Ähnliches gilt für das 2. Konzert mit Bernstein, leider nur mono; die beiden sind meine Lieblinge in Goulds GA)


Interessant, wie unterschiedlich die Ansichten sein können. Bei Markus habe ich den ersten Satz mit Gould/Golschmann gehört und habe kein Verlangen, ihn so jemals wieder zu hören. IMO ist das eine ziemlich "häßliche" Interpretation.


Was genau meinst Du mit "häßlich"? Der Klang ist zugegeben weder technisch noch orchestral optimal (sehr frühe, recht rauschige Stereo-Aufnahme, außer Streichern kommen nur Trompeten/Pauken raus, die Holzbläser stark unterbelichtet), aber zum einen unterstützt dieser ewas grobe Sound den energischen Charakter des Satzes, zum anderen stören mich diese Kleinigkeiten weniger. Das Finale könnte ich mir etwas "leichtfüßiger" vorstellen, aber andererseits erhält der Satz durch das kräftige Zupacken Golschmanns auch mehr Gewicht.
Vielleicht kommt ja mit Bronfman/Zinman demnächst eine klangschöne Aufnahme mit vernünftigem Tempo im Kopfsatz. Der Satz ist ja ziemlich breit angelegt, besonders das Hauptthema extrem simpel; mir wird er wenn breit und pompös genommen ziemlich schnell fad, d.h. entweder schnell und etwas rauh wie Gould oder eben kontrastreich im Detail (obwohl Aimard/Harnoncourt mit der ca. 4-5 min langen Beethoven-Kadenz dann eta 19 min.! brauchen, was mir eigentlich zu lang ist). Ich weiß nicht, was Czerny &Co für Tempi vorschlagen, aber von der Gestalt der Themen her scheint mir klar, dass der Kopfsatz in halben Noten zu konzipieren ist.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
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(Bob Dylan)

Pius

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14

Montag, 20. Februar 2006, 12:35

RE: Gould rulez!

Hallo, Johannes!

Zitat

Original von Johannes Roehl
Was genau meinst Du mit "häßlich"?


Ich muß mich da auf meinen ersten Höreindruck verlassen. Wie gesagt, ich habe es nur einmal (und auch nur den ersten Satz) gehört. Mir kam es schnell, mechanisch und gefühllos runtergespielt vor - wie die vielzitierte Nähmaschine. Jedenfalls paßte es überhauptnicht zu dem "ästhetischen Bild", das ich innerlich von diesem Konzert im Speziellen und von Beethoven im Allgemeinen habe. Allerdings gibt es noch schlimmeres in der Kombination Gould-Beethoven...

Viele Grüße,
Pius.

15

Montag, 11. August 2008, 16:20

Levin und Gardiner

Zitat

Original von Johannes Roehl
Vielleicht kommt ja mit Bronfman/Zinman demnächst eine klangschöne Aufnahme mit vernünftigem Tempo im Kopfsatz.

So scheint es mir tatsächlich zu sein: Bronfman und Zinman haben hier diejenige nicht-HAPpe Aufnahme des Ersten hingelegt, die mir noch am ehesten erträglich ist (ist ja auch wenigstens HIP).

Allerdings scheint mir das Erste (wie auch schon das Zweite) nach HAPper Interpretation geradezu zu schreien - viel mehr noch, als die nachfolgenden drei Konzerte.

Ganz oben steht bei mir die DG-Einspielung mit Levin, Gardiner und dem ORR. Derzeit liegt sie mir infolge vorzeitigen Abhandenkommens nicht vor und ist ersatzeshalber anlässlich dieser Zeilen bereits bestellt, aber ich erinnere mich, dass das Kennenlernen dieser Interpretation(en) wie eine Offenbarung für mich war. Die Langeweile, die sich bei herkömmlichen Interpretationen so gerne mal einstellt, konnte gar nicht erst aufkommen. Ich bin schon voller Erwartung, diese wunderbare Aufnahme bald wieder in Händen zu halten.

Bis dahin halte ich mich mit meiner Zweitplazierten über Wasser: Steven Lubin mit Christopher Hogwood und AAM (Decca) ...

Liebe Grüße, Ulrich

Caesar73

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Registrierungsdatum: 22. März 2005

16

Montag, 11. August 2008, 17:06

Wer nach einer neuen Aufnahme des ersten Klavierkonzerts sucht, dem kann ich nur folgende CD empfehlen:

Ronald Brautigam am Flügel (nicht am Fortepiano), Andrew Parrott am Pult des
Norrköping SO:



Wir haben wir also zwei ausgewiesene Spezialisten historisch informierter Aufführungspraxis und ein "konventionelles" Orchester. Dem Orchester hört man das an: Wenig Vibrato, präzise Artikulation, scharfe Akzente und zügige Tempi. Im Ganzen eine sehr gelungene Kombination! Die Tempi des c-moll-Konzerts unterscheiden sich nur sehr unwesentlich von Arthur Schoonderwoerds Aufnahme bei Alpha mit dem Ensemble Cristofori.

Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Zwielicht

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17

Montag, 11. August 2008, 23:50

Brendel und Rattle

Zitat

Original von Ulrich Kudoweh

Zitat

Original von Johannes Roehl
Vielleicht kommt ja mit Bronfman/Zinman demnächst eine klangschöne Aufnahme mit vernünftigem Tempo im Kopfsatz.

So scheint es mir tatsächlich zu sein: Bronfman und Zinman haben hier diejenige nicht-HAPpe Aufnahme des Ersten hingelegt, die mir noch am ehesten erträglich ist (ist ja auch wenigstens HIP).


Hier möchte ich noch unbedingt die Brendel/Rattle-Aufnahme anführen, die in diesem Forum immer zwischen den Stühlen zu liegen kommt. Die Tempi sind kaum langsamer als bei Bronfman/Zinman (im Kopfsatz fast identisch), die Wiener Philharmoniker klingen natürlich runder, aber nicht weniger transparent und drahtig als das Zürcher Tonhalle-Orchester - und Brendel halte ich für einen weitaus mehr um Differenzierung bemühten und stilsichereren Pianisten als Bronfman. Für mich das Highlight aus der Brendel/Rattle-Box (neben der Einspielung des dritten Konzerts).

(Und irgendwer von den Brendel-Anhängern muss mir nochmal erklären, warum die orchestral so dickflüssig und uninspiriert begleiteten Versionen mit Haitink und Levine oft der Rattle-Einspielung vorgezogen werden).


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

ThomasNorderstedt

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18

Dienstag, 12. August 2008, 11:39

Martin Geck schreibt in seinem lesenswerten Buch „Von Beethoven bis Mahler“, dass am Schluss des 1. Klavierkonzerts C-Dur im Adagio der Oboen und dem daraus erwachsenden Schlussjubel des Tuttis jener emphatisch an die Menschheit appellierende, verklärende Ton anklinge, der für den späteren Beethoven so charakteristisch habe werden sollen. Grund genug für mich, meine Aufnahmen dieses Konzerts mal wieder zu entstauben und auf die Jagd nach neuen Aufnahmen zu gehen. Gehört habe ich gestern und heute:

Perahia, Haitink, Royal Concertgebouw Orchestra, 1985,
Michelangeli, Giulini, Wiener Symphoniker, 1979,
Barenboim, Klemperer, New Philharmonia Orchestra, 1967 und
Kempff, Leitner, Berliner Philharmoniker, 1962,

wobei ich die Michelangelin/Giulini- Aufnahme gestern erst gekauft habe. Hier meine Eindrücke, wie immer ganz subjektiv:



Perahia wird hier im Forum merkwürdigerweise größtenteils nicht geschätzt, während die englischen CD-Führer ihn im Allgemeinen stets und auch seine Einspielung der Beehoven-Klavierkonzerte im Besonderen als eine der Referenzen preisen. Neugierig geworden und weil ich seine Bach-Aufnahmen sehr mag, habe ich mir die günstige Box (die ohne Booklet auskommt) vor einiger Zeit gekauft.

Schon nach wenigen Takten beeindruckt das superbe Royal Concertgebouw Orchestra, das sich hier in hervorragender Klangqualität als Luxusklangkörper allerbester Güte präsentiert. Der Einsatz Perahias lässt mich noch nicht aufhorchen. Er spielt seinen Part ohne mich zu fesseln. Nicht besonderes, aufregendes geschieht. Perahia fügt sich bruchlos in das Orchesterspiel ein, musiziert auf einer Linie mit Haitink, wobei er durchaus schön spielt. Negativ formuliert lässt Perahia die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen, die Hauptrolle des Stückes zu übernehmen, aus. Einige Läufe gegen Mitte des ersten Satzes beeindrucken mich dann doch. Sehr fließend und leicht gelingen diese Perahia. Darauf aufmerksam geworden stelle ich fest, dass diese Leichtigkeit, der elegante Fluss seines Spiels in dieser Aufnahme die große Stärke Perahias ist, mit der er mich mehr und mehr in seinen Bann zieht. Den in dem Konzert enthaltenen dunklen Stellen schenkt Perahia kaum Beachtung. Akzentuiertes, kraftvolles Spiel findet nicht statt.

Im zweiten Satz gelingt es Perahia weniger gut als seinen Konkurrenten, das Hauptthema mit Bedeutung zu versehen. Hier, im langsamen Tempo, stehen die Noten ja auch mehr als sonst für sich, kommt Perahias Stärke somit nicht zum Tragen. Perahia gerät sogar in die Gefahr des oberflächlichen Spiels.

Der dritte Satz hingegen ist wie für Perahia geschaffen. Das alles spielt er großartig und das Ende des Soloparts, wo das Klavier schließlich ganz leise spielt, ist schlicht traumhaft gut gespielt.

So bin ich am Ende weitaus beeindruckter, als ich anfangs dachte. Eine im Wortsinne sehr schöne Aufnahme zum immer wieder Hören und unangestrengten Genießen.

Wobei: Es lässt sich darüber diskutieren, ob es sich beim Ansatz Perahias und Haitinks noch um eine reine Geschmacksfrage handelt, oder ob das „nur“ schöne Spiel wesentliche Aspekte des Konzerts zu Unrecht außer Acht lässt. Das deutsche Musikpublikum, das typischerweise grüblerisch nach Bedeutungsschwere und Ausdruckstiefe sucht, dürfte letzteres annehmen. Zu dieser Sichtweise tendiere auch ich. Das von Geck angesprochene Emphatische jedenfalls findet bei Perahia nicht statt.



Arturo Benedetti Michelangeli – diesen Namen zu hören, bedeutet, sich im Geiste in Demut zu verbeugen vor der Größe seiner Kunst.

Diese Aufnahme ist der Mitschnitt eines live gespielten TV-Konzerts, klanglich ist sie noch sehr gut, wenngleich nicht so hervorragend wie die Perahia-Aufnahme.

Das Orchester spielt im Vergleich zum RCO burschikoser, schroffer, weniger luxuriös, auch weniger glatt. Eine im Vergleich deutliche größere Dynamik fällt auf.

Michelangeli macht mit seinem ersten Einsatz klar, dass hier ein Weltklassepianist am Werke ist. Er fängt mit den Noten um Welten mehr an als Perahia, spielt differenzierter, nuancenreicher, interessanter. Der Zuhörer kann sich hier nicht wie bei Perahia entspannt zurücklehnen, sondern wird zum aktiven Zuhören aufgefordert. Letzteres gilt auch für Giulini, im Vergleich zu dessen Dirigat Haitink doch recht eintönig klingt, wobei das RCO deutlich besser spielt. Die Läufe, die bei Perahia so schön fließen, erhalten bei Michelangeli zusätzlich Bedeutung. Hier ist auch der kraftvolle Donner, die dem Konzert auch innewohnende Gewalt zu erleben. Das Ende des ersten Satzes wirkt geradezu dämonisch. Was Michelangeli an Ausdrucksvielfalt aus diesem Konzert herausholt, ist gigantisch.

Das Problem: Holt er diese wirklich nur heraus? Oder fügt er sie dem Konzert zusätzlich zu? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Michelangeli dem Konzert eine Spielweise überstülpt, die dem Werk nicht mehr eigen ist. Michelangeli macht so viel, dass es zu diesem Werk der Jugendfrische aus Beethovens erster Phase nicht mehr recht passen will. Kurz gefasst scheint mir Michelangeli an manchen Stellen die Grenze zum Manieristischen überschritten zu haben.

Trotzdem bleibt die Feststellung: Das ist singuläres Klavierspiel, das man gehört haben sollte!



Klemperer präsentiert mit dem Einsatz des Orchesters einen wuchtigen, strengen, mächtigen Beethoven, der seine Inspiration nicht von der Jugendfrische – von der war Klemperer anders als Barenboim zum Zeitpunkt der Aufnahme ja auch schon weit entfernt –, sondern von den Schicksalsmächten der 5. Sinfonie her enthält. Barenboim verweigert sich dem, übernimmt den gegensätzlichen Part der Zartheit. Hier also ist, ganz anders als bei Perahia/Haitink, die klassische Konzertsituation zu erleben.

Hervorragend gelingt der zweite Satz, den Barenboim wundervoll poetisch spielt, von Klemperer zurückhaltend und mit Sorgfalt begleitet, nicht mehr wie im ersten Satz im Gegensatz zu, sondern in Eintracht mit dem Pianisten. Hier ist zu hören, was für ein großartiger Beethovenspieler Barenboim einmal gewesen ist. Sehr gut!

Der dritte Satz hat sodann wunderbaren Drive. Sehr zügig gehen Barenboim und Klemperer ihn an, wobei der Eindruck der Zügigkeit sich insbesondere in Relation zu dem sehr langsamen zweiten Satz einstellen dürfte, den ich allerdings nicht als so langsam, sondern als wundervoll poetisch empfunden habe.

Klanglich verleugnet die Aufnahme ihr Alter nicht, ohne dass dadurch der Hörgenuss erheblich beeinträchtigt wird. Das Klavier klingt im Diskant etwas dumpf, ein leichtes Hintergrundrauschen ist zu hören, insgesamt gesehen ist die Klangqualität aber noch als gut zu bezeichnen.



Diese Aufnahme auch nur einigermaßen unbefangen zu beschreiben, ist mir kaum möglich. Sie habe ich über zehn Jahre lang als einzige des 1. Klavierkonzerts besessen. Von ihr wurde ich geprägt. So wie Kempff das Konzert spielt, ist es für mich (noch immer).

Das Orchesterspiel in dieser Aufnahme ist im Vergleich am uninteressantesten, was vielleicht auch ein wenig dem etwas mulmigen Klang, wesentlich aber Kempff geschuldet sein dürfte, der die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Kempff spielt zart, lyrisch und beseelt. Besonders die hohen Töne des Klaviers leuchten bei ihm wie helle, warme Sterne. Qualitäten, die vor allem im zweiten Satz voll zum Tragen kommen, den Kempff so schön spielt wie niemand sonst.

Viele Grüße
Thomas

Graf Wetter vom Strahl

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19

Donnerstag, 14. August 2008, 21:12

Vielen Dank, lieber Thomas, für diesen feinsinnigen und wohlabgewogenen Hörvergleich! Den hab ich gern gelesen.


Alex.
And in the end the love you take is equal to the love you make.
(The Beatles – Abbey Road)

s.bummer

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20

Montag, 1. Juni 2009, 19:52

9 Aufnahmen

Das 1. KK von LvB kam sonderbarer Weise am Samstag bei mir auf den CD Spieler.
Ein Konzert, welches ich als frisch zupackend und auch frech, derb und unkonventionell für die damalige Zeit empfinde.

Und damit begann die Suche nach der aktuell besten Aufnahme meiner Sammlung.
Ich habe also bis grade eben gehört:

Fleisher/Szell. Flott, zupackend, kann man immer wieder hören. Was die beiden geleistet haben, ist schon enorm. Ich kenne keine Lusche von denen, allerdings bei Beethoven finde ich nur 4 und 5 sensationell.

Richter/Bakal (1956) mistiges Orchesterspiel zu langsam, total dumpfer Klang, aber Richter donnert unglaublich und produziert auch m.E. jede Menge falsche Noten.
Es sollte Besseres mit Richter geben, auch wenn ich mich an ein Konzert beim SH Festival mit Eschenbach in NMS erinnere, das so grottig war, dass nur ein Liter HolstenPils hinterher den Schmerz lindern konnte.

Solomon/Menges. Auch flottes Spiel, aber Solomon ist mir zu neutral und Menges geht nicht aus sich raus. Ich finde vom Solomon Zyklus die Dirigate mit Cluytens gelungener, weil sie schneller und zupackender sind.

Rubinstein/Leinsdorf. Kommt mir vor, als sei es aus der "Hosentasche" gespielt, um die fünfe voll zu kriegen. Aber diese Routiners kriegen das auch gut hin.

Kempff/Leitner. Schönes Spiel, aber im letzten Satz ist Kempff viel zu bieder, geradezu schrecklich. Man sieht voll in die Spießigkeit der frühen 60iger. Und Leitners Dirigat ist auch eher betulich. Das hatte ich vor 30 Jahren noch ganz anders im Ohr.

Aimard/Harnoncourt. Harnoncourt ist zu langsam und delikat, Airmard ist zu zögerlich. Ich fands nicht gut.

Barenboim/Klemperer: Viel zu schwer und viel zu langsam. So geht das nicht. Auch wenn es gut gemacht ist. BBC sollte die ersten beiden Klavierkonzerte mit Arrau von 1957 veröffentlichen.

Gilels/Masur. Schon eher mein Fall. Der Klang ist aber Mist und Masurs Begleitung nur Durchschnitt. Aber Emil spielt toll! und flott!

Tja, ne Superaufnahme war bisher nicht dabei, einzig Fleisher wäre als Favorit geeignet.

Doch dann habe ich noch Serkin/Cantelli gefunden. (Mal fürn 5er mit dem KKs 3, 4 und 5 und den Sinfonien 5 und 7 auf 3 CDS,- Must mal was von Cantelli haben-, gekauft.)

Was für eine Aufnahme! :jubel:
Trifft genau meinen Geschmack, zügig fast schon aggressiv vorwärts treibend, mit großem Pathos im Orchester aber nie weinerlich und einem Pianisten, der alles gibt.
Ich habe diese Aufnahme gleich 3-mal nacheinander gehört, als hätte ich Angst, die CD würde sich nach Abhören löschen.

Gruß S.
Johannes Richter: Neue Ideen setzen sich nur durch, weil die Anhänger der alten aussterben

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »s.bummer« (1. Juni 2009, 19:53)


Norbert

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21

Montag, 1. Juni 2009, 20:02

RE: 9 Aufnahmen

Zitat

Original von s.bummer

Richter/Bakal ...
Es sollte Besseres mit Richter geben, auch wenn ich mich an ein Konzert beim SH Festival mit Eschenbach in NMS erinnere, das so grottig war, dass nur ein Liter HolstenPils hinterher den Schmerz lindern konnte.


Das Ergebnis, das auf CD erschien, ist in der Tat orchestral kaum zu ertragen: "Fett" und pauschal im Orchesterklang und nur mäßig inspiriert.

Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Yorick

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22

Sonntag, 27. Januar 2013, 17:57

Anlässlich Murray Perahias, der derzeit bei Sky Unitel Classica unter Neville Marriner und der Academy of St Martin in the Fields alle Klavierkonzerte Beethovens spielt (1988); fiel mir beim ersten wieder mal auf; dass mir der dritte Satz weitaus besser gefällt als sogar der erste und dass der zweite mir eigentlich schon zu langsam, zu romantisch und beinahe zu kitschig ist.

teleton

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23

Montag, 28. Januar 2013, 11:12

Gould/Golschmann-Aufnahme (SONY)

Ich bitte zuerst einmal Beitrag 13 zu lesen.
Dort ist von 3 Taminos ziemlich gegensätzliche Eindrücke übert die Gould/Golschmann-Aufnahme (SONY) zu lesen. Der Beitrag von 2006 stammt aus einer Zeit, als ich die Goluld-GA noch gar nicht auf CD hatte.
Ich hatte mal in meinen Klassikanfängen diese GA als CBS-LP-Box, diese aber wegen der auf LP mässigen Klangqualität (in Mono beim KK2) wieder abgegeben. War eindeutig ein Fehler ! In guter Erinnerung war mir das phänomenale Orchesterspiel mit dem herausstechenden Paukenklang unter Golschmann beim KK Nr.1 geblieben.

8o Ich bin jedenfalls froh, das ich später (um 2008) diese GA auf CD neu erworben habe. Über die wirklich 20Bit-remasterte Klangqualität auf CD bin ich heute einmal mehr begeistert; das Klavier perlt glasklar; das Orchester ist recht natürlich abgebildet - klingt brillant.
:thumbup: Seitdem gehört das KK Nr.1 in dieser Gould-Aufnahme ebenfalls zu meinen Favoriten. Johannes hat es genau in Worte gefasst warum. Orchester und Solist überzeugen mit dieser aussergewöhnlichen mal ganz anderen Interpretation voll - das ist einfach spannend; die Kadenz von Glenn Gould passt dann auch perfekt dazu.

KK1 = 12:50 - 12:07 - 9:04
SONY, 1958 (KK1), ADD

Kurz zu 2-5 in der GA: Die KK 2-4 unter dem mustergültigen Zusammmenspiel mit Bernstein liegen dann ebenfalls ganz auf meiner Linie.
Nur das KK 5 mit Stokowsky ("Dann machen wir es heute mal langsam !") kann mir gestohlen bleiben. Dazu habe ich mir dann als Ergänzung für Bernstein die Serkin/Bernstein - Aufnahme (SONY mit 3-5) zugelegt (natürlich ebenfalls Zimerman/Bernstein (DG)). Ein besseres Zusammenspiel (keine blose Begleitung) zwischen Solist und Orchester habe ich ohnehin nur bei allen auch orchestral packenden Bernstein-Aufnahmen erlebt ... und bei Golschmann beim KK 1.


:thumbup: Ebenso straff und flott wie Gould gestaltet sich die Gilels/Masur - Aufnahme (Brillant) - mein weiterer Favorit, den ich rein pianistisch noch über Gould stellen würde; nur ist der Orchesterklang nicht auf der Höhe, was ich eindeutig nicht Masur alleine zuschreiben möchte (wie das allgemeim in der Kritik laut wurde), sondern den technischen Aufnahmegegebenheiten; das Klavier klingt jedenfalls ohne Fehl und Tadel:

KK1 = 13:34 - 12:02 - 8:16
Staatliches SO der UDSSR Moskau / Masur
Brillant, 1976 (KK1), ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Yorick

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24

Montag, 28. Januar 2013, 21:55

Deine interessanten Ausführungen korrespondieren seltsamerweise auch meiner Einlassung - sollte ich also noch einmal Gould und Gilels hören, um das mir Disparate besser interpretiert zu bekommen als bei Murray Perahia?

Yorick

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25

Montag, 28. Januar 2013, 21:58

:thumbup: Ebenso straff und flott wie Gould gestaltet sich die Gilels/Masur - Aufnahme (Brillant) - mein weiterer Favorit, den ich rein pianistisch noch über Gould stellen würde; nur ist der Orchesterklang nicht auf der Höhe, was ich eindeutig nicht Masur alleine zuschreiben möchte (wie das allgemeim in der Kritik laut wurde), sondern den technischen Aufnahmegegebenheiten; das Klavier klingt jedenfalls ohne Fehl und Tadel:

KK1 = 13:34 - 12:02 - 8:16
Staatliches SO der UDSSR Moskau / Masur
Brillant, 1976 (KK1), ADD

Was ist der Unterschied zu hier?


wok

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26

Dienstag, 29. Januar 2013, 01:31

Zitat

teleton: 8oIch bin jedenfalls froh, das ich später (um 2008) diese GA auf CD neu erworben habe. Über die wirklich 20Bit-remasterte Klangqualität auf CD bin ich heute einmal mehr begeistert; das Klavier perlt glasklar; das Orchester ist recht natürlich abgebildet - klingt brillant.

seitdem gehört das KK Nr.1 in dieser Gould-Aufnahme ebenfalls zu meinen Favoriten. Johannes hat es genau in Worte gefasst warum. Orchester und Solist überzeugen mit dieser aussergewöhnlichen mal ganz anderen Interpretation voll - das ist einfach spannend; die Kadenz von Glenn Gould passt dann auch perfekt dazu.

Ja, diese Begeisterung über diese GLENN GOULD - Aufnahme des 1. Klavierkonzerts von BEETHOVEN mit dem COLUMBIA
SYMPHONY ORCHESTRA
unter VLADIMIR GOLSCHMANN kann ich vollen Herzens teilen. Ich hörte diese Interpretation
bereits vor ca. 45 Jahren im Rundfunk und war davon sofort Feuer und Flamme. Ich entdeckte dann davon eine LP-Aufnahme im amerikansichen Schwann-Katalog und wollte diese sogleich aus den USA importieren, doch war diese zu meiner Enttäuschung
dann jahrelang vergriffen, bis es sie dann später endlich auch in Europa als CD gab. Nach seinen despektierlichen Äußerungen über BEETHOVEN und seiner äußerst fragwürdigen Interpretation der APASSIONATA hätte ich dann nicht mit einem so klassisch-natürlichen down-to-earth Beethovenspiel gerechnet, das sich dennoch durch seine Pointierung und seine fabelhaften Klavierläufe von fast allen zuvor gehörten Interpretationen des 1. Klavierkonzerts markant abhob, dazu ein unter VLADIMIR GOLSCHMANN großartig aufspielendes COLUMBIA SYMPHONY ORCHESTRA!

Diese so einnehmende Interpretation des op. 15 unterscheidet sich tatsächlich wohltuend von seinen sehr manierierten Darstellungen der späteren BEETHOVEN-Konzerte!

Dennoch gibt es noch zwei weitere Einspielungen dieses Klavierkonzertes Nr 1, die mich ähnlich auf ihre Weise überzeugen, und die ich ebenso gerne höre, und zwar die alte Mono-Aufnahme mit dem leider völlig zu Unrecht fast vergessenengroßartigen
BEETHOVEN- und SCHUBERT-Interpreten FRIEDRICH WÜHRER mit dem PRO MUSICA-SYMPHONIE-ORCHESTER WIEN unter HANS SWAROWSKY, und die Einspielung durch WILHELM BACKHAUS mit den WIENER PHILHARMONIKERN
unter HANS SCHMIDT-ISSERSTEDT.

Bei BACKHAUS besticht immer wieder die für mich so ästhetische Sachlichkeit seiner Interpretaton, die gerade bei diesem relativ frühen Werk manch anderer zu sehr romantisierender Darstellung seiner berühmten Pianistenkollegen m. E. vorzuziehen ist. Mit seiner bewußt unpathetischen Spielweise findet er zu einer gesunden Mitte zwischen Frische des Zugriffs und Differenzierung des Ausdrucks. Den 1. Satz nimmt er etwas langsamer als GLENN GOULD, das Largo dafür deutlich schneller als der doch etwas sehr breite GOULD.



Über die große Kunst FRIEDRICH WÜHRERs, (1900 - 1975), BEETHOVEN, SCHUBERT und BRAHMS zu spielen, hat sich Frank Georg Bechyna in seinen verschiedenen höchst kenntnisreichen Beiträgen sehr treffend geäußert, und ich könnte seine Einspielung eben auch dieses Klavierkonzertes op. 15 nicht besser beschreiben:

Zitat

Frank Georg Bechyna: FRIEDRICH WÜHRER war, aus meiner Erinnerung heraus , auch in den grossen Musikbliotheken nur mit alten (Tonband ? ) Schnipseln zu hören ( etwa in London ) . Zu meiner Gymnasialzeit mit etwa 15 , 16 Jahren war Wührer einer der bedeutenden Beethoven- oder Brahms-Interpreten gewesen.
Er scheint dann leider in der Plattenindustrie nicht mehr die nötigen Lobbyisten gehabt zu haben , um zu erreichen , dass seine Kunst weiterhin zu erreichen ist .

Zitat

Frank Georg Bechyna: Es ist für mich selbst massstabsetzend gewesen , welche Bedeutung Wilhelm Backhaus in meinen jungen Gymnasialzeit ganz allgemien in Deutschland gehabt hat (deutlich mehr als Artur Schnabel übrigens) und die späte Elly Ney mit ihren beiden sicher beieindruckenden Interpretationen von Opus 111 . Friedrich Wührer, Wien , hat eine frei von hohlem Pathos mit Grösse und analytischem Tiefsinn Beethoven gespielt , der beeindruckend gewesen ist . Mein früherer Musiklehrer Dr. F. war in Wien Schüler Wührers und konnte die Beethobveninterpretationen seines Lehrerers als "frei von ideologischem Pathos" auch in kritischer Zeit plastisch darstellen .

Alle von ihm eingespielten Werke zeugen von größtem musikalischem Stilgefühl. Seine durchaus stupende Technik stellte er niemals in den Vordergrund, sein kraftvolles Spiel war von wohltuender Natürlichkeit. Obwohl er in seinem Spiel etwas mehr Emotion zeigte als BACKHAUS meidete er auch bei BEETHOVEN bewußt allzu heroische Töne. Den ersten Satz dieses Konzerts nimmt er deutlich langsamer als BACKHAUS. Sein Zeitmaß des Largo und des Schlußsatzes entspricht dagegen weitgehend dem von BACKHAUS.

Wie Frank Georg Bechyna schon feststellte, ist es höchst bedauerlich, daß FRIEDRICH WÜHRER zu der damaligen Schallplattenindustrie nicht die richtigen Beziehungen hatte. Für mich wird er immer einer der ganz großen BEETHOVEN-Interpreten bleiben.

Die von teleton ebenfalls präkonisierte Einspielung dieses Konzertes durch EMIL GILELS ist sicher ebenfalls sehr meisterhaft, doch spielt mir GILELS dieses 1. Klavierkonzert etwas zu mächtig. Dagegen ist EMIL GILELS mein absoluter Favorit für die Wiedergabe des Klavierkonzertes Nr. 4, op. 58 mit dem PHILHARMONIA-ORCHESTER unter LEOPOLD LUDWIG.




Viele Grüße

wok

PS Schreibt Frank Georg Bechyna nicht mehr in diesem Forum? Ich vermisse seit längerer Zeit seine so kenntnisreichen und höchst informativen Beiträge, besonders die Klaviermusik betreffend!!

William B.A.

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27

Dienstag, 29. Januar 2013, 01:36

Zitat

Yorick: Was ist der Unterschied zu hier?
Die Unterschiede sind das Cleveland Orchestra, George Szell und dei Klangqualität.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Thomas Sternberg

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28

Dienstag, 29. Januar 2013, 06:33

Gould/Golschmann

Ach, hätte ich doch mehr solche Interpretationen, die mich sofort begeistern!

Auch wenn das 5.KK von Gould/Stokowski hier als zu langsam bezeichnet wird, was schon stimmt, so sind alle meine KK mit Gould Sternstunden meiner Musiksammlung.

Vielleicht passt ja dieser etwas "schroffe" Stil Gould`s perfekt zu der durchweg melodischen Grundströmung in den Klavierkonzerten, es ist einfach unglaublich was Gould hier leistet und auch die Orchester vollbringen.

Saaahne!

John Doe

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29

Dienstag, 29. Januar 2013, 08:35

Was ist der Unterschied zu hier?
Um William B.A. ein bißchen zu präzisieren: bei der Brilliant-Box ist das Orchester hundsmiserabel eingefangen - massig, groß, undifferenziert, man könnte auch schon breiig sagen.
Bei der EMI-Box dagegen spielt das Cleveland-Orchestra in reduzierter Besetzung unter Szell, der immer und jeder Zeit mit Gilels mithalten kann. Für das Alter der Aufnahme ist ihr Klang hervorragend: klar, deutlich, direkt, Details nicht verdeckend.
Außerdem beinhaltet die EMI-Box noch weiter Aufnahmen der Klavierkonzerte Beethovens mit Gilels unter anderen Dirigenten, teilweise aber in mono und eine phänomenale Tschaikowsky-Einspielung ist auch noch mit dabeii.

John Doe
:hello:

John Doe

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30

Dienstag, 29. Januar 2013, 09:39

Was ich auch noch gerne höre, ist diese radikalst andere Aufnahme des KK 1:


HIP mit solistisch besetzten Streichern! Durch diese Mikrobesetzung wird der Hammerflügel zu einem primus inter pares und das ganz ohne die üblichen Balanceprobleme. Man hört da auf einmal Sachen, die man so noch nie gehört hat! Und durch den etwas spröderen Klang des Instrumentariums und diese kühne Besetzung kommt auch nirgends auch nur ansatzweise Sentimentalität oder dergleichen auf.

Und dann wäre noch diese da (z.Z. nur gebraucht für 3,53 EUR bei amazon erhältlich):


In den 90er Jahren als Teil einer in Einzelaufnahmen erschienen GA herausgekommen finde ich diese Aufnahme deutlich besser als die von Lubin/Hogwood und Levin/Gardiner, wobei sie auch noch in Sachen Detailierung trotz größerer Besetzung und deutlich milderem Klang mit der Schoonderwoerd-Aufnahme konkurrieren kann. Schade, dass diese Aufnahme nicht bekannter ist.

John Doe
:hello:

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