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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

thdeck

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Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

1

Samstag, 9. Dezember 2006, 22:04

Smetanas Moldau, welche?

Für Kaufberatung bin ich hier wohl falsch, aber ich finde beim besten Willen nicht das passende Unterforum:

Smetanas "Moldau", welche Aufnahme soll ich kaufen?

Sie soll eingermaßen gut sein, nicht allzu alt (ab 70er Jahre), und vor allem: Sie soll auf einer sinnvoll zusammengestellten CD sein.

Ich muss mich nicht zum Smetana-Experten entwickeln (brauche also keine Gesamtaufnahme aller seiner Werke), aber es wäre praktisch, wenn die Moldau zusammen mit einem oder mehreren weiteren "wichtigen" Werken von Smetana auf einer CD wäre. Einfach das "Vaterland" nehmen? Aber von wem?

Von Smetana habe ich bisher nur die "Verkaufte Braut" und zwei Streichquartette, die mir ziemlich gut gefallen.


Thomas Deck

Herbert Henn

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Registrierungsdatum: 24. März 2006

2

Samstag, 9. Dezember 2006, 22:21

RE: Smetanas Moldau, welche?

Hallo thedeck,

ich würde die Gesamtaufnahme von "Ma Vlast"mit der

Tschech.Philh.Prag unter Karel Ancerl empfehlen (1963)

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

vitelozzo-tamare

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3

Samstag, 9. Dezember 2006, 23:44

RE: Smetanas Moldau, welche?

Ein sehr gute Empfehlung, der icch mich anschließen möchte. Auch die Klangqualität ist hervorragend, da muss man sich keine Sorgen machen!
Gruß aus Lübeck
Dieter

ThomasBernhard

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Registrierungsdatum: 21. Januar 2005

4

Sonntag, 10. Dezember 2006, 01:21

RE: Smetanas Moldau, welche?

Zitat

Original von thdeck
Für Kaufberatung bin ich hier wohl falsch, aber ich finde beim besten Willen nicht das passende Unterforum...

Einfach das "Vaterland" nehmen? Aber von wem?


Na klar, einfach das "Vaterland" nehmen.

Guckst Du hier:

http://tamino-klassikforum.at/thread.php…=smetana+moldau
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

St.Nitschmann

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5

Sonntag, 10. Dezember 2006, 01:50

RE: Smetanas Moldau, welche?

Hallo!

Ich kann folgende CDs - es sind insgesamt zwei - unbedingt empfehlen:



Drauf ist Folgendes:

Dvorak: Symphony Nr. 8
Martinu: Symphony Nr. 5
Novak: In the Tatra Mountains
Krejci: Serenade for Orchestra
Janacek: Taras Bulba
Macha: Variations on a Theme by and on the Death of Jan Rychlik.
Smetana: Má Vlast.
Schostakowitsch: Festouvertüre op. 96.

Also Klassisches und Modernes, teilweise absolutes Randrepertoire, jedenfalls in hiesigen Gefilden. Die Interpretationen sind allesamt mustergültig.

Schöne Grüße
Stephan

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6

Sonntag, 10. Dezember 2006, 12:40

Eine wunderschöne, flüssige Interpretation des gesamten Zyklus voller Herz und Wärme lieferte Vaclav Smetacek 1982 mit der Tschechischen Philharmonie (bei Supraphon erhältlich); fantastisch finde ich auch den Live-Mitschnitt unter Rafael Kubelik mit dem SO des Bayerischen Rundfunks (ich glaube auf dem Label Orfeo). Außerdem es gibt eine wunderschöne historische Aufnahme unter der Leitung von Alexander von Zemlinsky.
Wem es auf Akkuratesse ankommt, dem sei die Aufführung der London Classical Players unter Roger Norrington empfohlen - ein live-Mitschnitt von der Eröffnung des Prager Frühlings (bei Virgin). Norrington hat dafür die sehr fehlerhafte Notenausgabe akribisch mit dem Originalmanuskript vergleichen lassen.
Ben

-------------
[I]"Kritik an anderen sollte keinem die eigene Leistung ersparen."[/I]

Norbert

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7

Sonntag, 10. Dezember 2006, 12:57

Hallo Ben,

korrekt, Kubeliks auch von mir sehr geschätzte Aufnahme ist bei Orfeo erschienen:

Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

  • »ben cohrs« ist männlich
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8

Sonntag, 10. Dezember 2006, 13:15

Es gibt unter Kubelik diverse Einspielungen, aber diese halte ich für die Prickelndste.
Ben

-------------
[I]"Kritik an anderen sollte keinem die eigene Leistung ersparen."[/I]

heldenbariton

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9

Sonntag, 10. Dezember 2006, 13:37

Ich schließe mich den Empfehlungen mit Ancerl (1963) und Kubelik an, möchte aber auf Fricsay (1960, mit dem SDR-Orchester und mit den Berliner Philharmonikern) und auf Václav Neumann (Gewandhausorchester Leipzig) hinweisen. :hello:Heldenbariton
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
GB

Siegfried

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10

Sonntag, 10. Dezember 2006, 13:46

RE: Smetanas Moldau, welche?

Mein Favorit:

Ma Vlast Gesamtaufnahme von 1975 in Prag mit der Tschechischen Philharmonie unter Václav Neumann :jubel: :angel: :jubel:
Freundliche Grüße Siegfried

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

11

Sonntag, 10. Dezember 2006, 14:29

Zitat

Original von heldenbariton
Ich schließe mich den Empfehlungen mit Ancerl (1963) und Kubelik an, möchte aber auf Fricsay (1960, mit dem SDR-Orchester und mit den Berliner Philharmonikern)


Auch die Moldau-Probe mit Fricsay (SDR) kann man nur wärmstens empfehlen, vielleicht inzwischen auch auf DVD (oder VHS) erhältlich. Die hat wenigstens mich das mitunter zu Tode gespielte Stück mir anderne Ohren hören lassen.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

thdeck

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12

Sonntag, 10. Dezember 2006, 16:34

RE: Smetanas Moldau, welche?

Zitat

Original von vitelozzo-tamare
Ein sehr gute Empfehlung, der icch mich anschließen möchte. Auch die Klangqualität ist hervorragend, da muss man sich keine Sorgen machen!
Gruß aus Lübeck
Dieter




Zu der abgebildeten CD schreibt ein Nutzer von Amazon:

"Die legendäre Ancerl-Interpretation wurde leider von völlig inkompetenten Leuten komplett zerstört. Schade! Schlimm und fürchterlich, wie Tontechniker mit Aufnahmen umgehen. Die Qualität von Ancerls Aufnahme sollte doch auch mit der heutigen Technik genießbar bleiben. Es tut weh, wie die Klänge hier im negativen Sinn manipuliert worden sind. Etwa, weil die Edition preiswert sein mußte? Ein Orchester darf nicht klingen wie ein Sythesizer!"

Kann das jemand nachvollziehen?


Thomas Deck

Herbert Henn

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13

Sonntag, 10. Dezember 2006, 16:47

RE: Smetanas Moldau, welche?

Das ist ja der Punkt.Die Aufnahmen werden technisch"verbessert".

Das besorgen Tontechniker die von der Popmusik kommen.

Würde man die Aufnahmen so lassen,wie sie ursprünglich

waren,wäre alles in Ordnung.

(Ich habe Gott sei Dank eine Aufnahme ,von vor der
technischen"Verbesserung").



:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

vitelozzo-tamare

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14

Sonntag, 10. Dezember 2006, 17:54

RE: Smetanas Moldau, welche?

Zur Ancerl-Aufnahme:

Ich besitze eine ältere CD, die wirklich sehr gut klingt. Zwischenzeitlich habe ich mir auch die LP-Version gekauft, Doppelalbum für stolze 1 Euro, aber noch nicht gehört. Bin auf den Vergleich gespannt.

Gruß aus Lübeck,
Dieter

teleton

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15

Montag, 11. Dezember 2006, 08:56

Hallo thdeck,

wenn es Dir gemäß des Thread-Titels nur um Die Moldau geht, dann kann ich Dir nur die warscheinlich beste Aufnahme dieses Werkes mit
Fricsay auf DG empfehlen:


Willst Du sinnvollerweise doch lieber das ganze Vaterland hören, kommt die Ancerl-Supraphon-Aufnahme Interpretatorisch auf jeden Fall in Frage, die hier und im Thread Smetana: Mein Vaterland schon vielfach erwähnung fand.

Da wäre nur abzuklären, ob das CD-Remastering wirklich so desolat ist, wie es ein amazon-Schrteiberling angegeben hat.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Draugur

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16

Montag, 11. Dezember 2006, 15:39

Hallo thdeck,

die Originalversion von Smetanas Moldau findest du auf dieser Zusammenstellung
[jpc]1360990 [/jpc]

Kommt Ein Vogel Geflogen ;
Alle Meine Entchen ;
Zeigt Her Eure Füßchen ;
Backe, Backe Kuchen ;
Ein Männlein Steht Im Walde ;
Hänschen Klein ;
Kuckuck, Kuckuck Ruft's Aus Dem Wald ;
Häslein In Der Grube ;
Suse, Liebe Suse ;
Hänsel Und Gretel ;
Es Tanzt Der Bi-Ba-Butzemann ;
Fuchs, Du Hast Die Gans Gestohlen ;
Es Klappert Die Mühle Am Rauschenden Bac ;
Dornöschen War Ein Schönes Kind ;
Wer Will Fleißige Handwerker Sehn ;
Ein Vogel Wollte Hochzeit Machen ;
Alle Vöglein Sind Schon Da ;
Die Tiroler Sind Lustig ;
Spannenlager Hansel ;
Gestern Abend Ging Ich Aus ;
Zehn Kleine Negerlein ;
Winter Ade ;
Summ, Summ, Summ ;
Ein Schneider Fing 'ne Maus ;
Komm Lieber Mai Und Mache ;

Ist zwar in Dur, aber ansonsten...

Entschuldigt den Nonsens, aber es musste mal wieder sein.
„People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

Herbert Henn

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17

Montag, 11. Dezember 2006, 16:02

Die Moldau

Hallo Draugur,

das Thema hatten wir schon in dem Thread, Zitate

tot diskutiert.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Draugur

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18

Montag, 11. Dezember 2006, 17:20

Macht doch nix :D
„People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

Edwin Baumgartner

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19

Montag, 11. Dezember 2006, 17:37

Also, ich weiß, wie gut Ancerl ist, aber meine Vorliebe gehört eigentlich Václav Smetácek. Er dirigiert das ganze "Heimatland" mit einer Mischung aus Freude am Detail und Vitalität, der ich mich nicht entziehen kann.

Ausgezeichnet ist natürlich auch Kubelik mit dem Bayerischen RSO (nur mag ich bei dieser Musik lieber den Klang der tschechischen Orchester, deren Holz und deren Geigen einfach eine besondere Farbe dazumischen); die Kubelik-Aufnahme mit den Tschechischen Philharmonikern liebe ich heiß, sie ist ein berührendes Dokument der späten Heimkehr Kubeliks. Allerdings gibt es einige Schwächen der intellektuellen Kontrolle, man spürt stellenweise, daß Kubeliks Kraft nachlässt.

:hello:
...

observator

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20

Montag, 11. Dezember 2006, 18:44

Zitat

Original von Johannes Roehl

Zitat

Original von heldenbariton
Ich schließe mich den Empfehlungen mit Ancerl (1963) und Kubelik an, möchte aber auf Fricsay (1960, mit dem SDR-Orchester und mit den Berliner Philharmonikern)


Auch die Moldau-Probe mit Fricsay (SDR) kann man nur wärmstens empfehlen, vielleicht inzwischen auch auf DVD (oder VHS) erhältlich.


da schaugst her!
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Joseph II.

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21

Mittwoch, 23. April 2014, 15:14

Historische Aufnahmen

Betrachtet man "Die Moldau" für sich allein genommen, also nicht den gesamten Zyklus "Mein Vaterland", so gibt es doch deutlich mehr Interpreten, die Aufmerksamkeit verdienen, bedauerlicherweise aber nur diese eine Tondichtung aufgenommen haben.

YouTube

Da wäre zum einen Furtwängler mit seiner einzigen Aufnahme davon zu nennen, entstanden am 24. Januar 1951 im Großen Saal des Musikvereins in Wien mit den Wiener Philharmonikern. Mit einer Spielzeit von 12:39 lässt er es relativ gemächlich angehen, ohne in Extreme zu verfallen.

YouTube

Dann Karajans erste Aufnahme von Juni 1941 mit den Berliner Philharmonikern. Er ist hier flotter als später (12:17). Eine geradlinige, entschlackte Interpretation, frei von jedem "Schönklang".

YouTube

Zum anderen (und das ist eine wirkliche Entdeckung) Knappertsbusch. Die Aufnahme, die ebenfalls mit Berliner Philharmonikern entstand, datiert vom 4. Januar 1941. Lange nur als Gerücht überhaupt existent, ist sie dank des japanischen Labels Dreamlife nun tatsächlich auf CD greifbar. Zunächst der kleine Wermutstropfen: Leider sind die ersten knapp drei Minuten verlorengegangen. Trotzdem kommt Knappertsbusch auf eine stattliche Spielzeit von 11:22. Der Direktvergleich mit Karajan ist aufschlussreich, sind Orchester und Jahr doch identisch: Es ist wie Tag und Nacht. Wo Karajan unprätentiös vorgeht, entfaltet Knappertsbusch ein wahres Spektaktel spätromantischer Klangkultur. Die sehr gemäßigten Tempi, das präsente Blech und die betonten Pauken lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es sich hier um einen echten "Kna" handelt. Wie üblich, versteht es der Dirigent, einen gewaltigen Spannungsbogen zu erzeugen und auch aufrechtzuerhalten. Die Bauernhochzeit am Fluss habe ich nie feierlicher gehört. Ein genauer Vergleich der Spielzeiten des vorliegenden Materials mit Karajan ergibt, dass Knappertsbusch exakt 16 % langsamer ist. Legt man dies auf den fehlenden Anfang um, so lässt sich dieser mittels der um 16 % temporeduzierten Karajan-Aufnahme rekonstruieren (die ersten 2:52 Minuten) und kommt auf eine Gesamtspielzeit deutlich über 14 Minuten, was auf den ersten Moment vielleicht arg langsam erscheint (Fricsay etwa lag tlw. unter 11 Minuten), sich beim konkreten Hörerlebnis aber als absolut angemessen und packend erweist.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid