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petemonova

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1

Samstag, 8. Januar 2005, 14:29

Felix Mendelssohn Bartholdy: Das Orgelwerk

Liebe Taminoianer und Orgelfreunde!

Es ist mal wieder Zeit für einen Orgelthread.
Anlass dazu ist folgende CD, die ich mir kürzlich gekauft hatte:



Ich hatte schon vorher einige Bekanntschaften mit Mendelssohns Orgelmusik gemacht, habe sie auch versucht, selber zu spielen. Das aber ohne Erfolg.

Der Höhepunkt seines Orgelschaffens sind sicherlich die sechs Sonaten op. 65. Diese bilden meiner Meinung nach auch den Höhepunkt dieser Gattung, obwohl auch Joseph Rheinberger in dieser Richtung große Dinge geleistet hat.
Desweiteren sind seine Präludien und Fugen op. 37 wichtig.
Dazu gab es zahlreiche kleinere Werke für die Orgel, wie Choralvariationen, Fantasien, Fughetten, oder Trios.

Die Aufnahme hat mich wieder in der Hinsicht bestätigt, dass Felix Mendelssohn mein Lieblingskomponist ist und erstmal auch bleibt.


Wie steht ihr zu Mendelssohns Orgelwerk,
welche Aufnahmen besitzt ihr, haben für euch Referenzcharakter?

Ich bin gespannt. :yes:


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

BigBerlinBear

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2

Samstag, 8. Januar 2005, 17:40

Bleichers Aufnahme der Mendeslsohnschen Orgelwerke ist ihren niedrigen Preis zum Kennenlernen allemal wert, wobei ich allerdings mit dem, wie er rhythmisch und agogisch vorgeht, nicht immer einverstanden bin: die Wahl der instrumentes jedoch halte ich für vortrefflich, denn die Orgel wurde von Johann Michael Bihler aus Konstanz 1762 gebaut und mit der Mechanik der Orgel von Hauterive (FR) von Alois Mooser komplettiert. 1997/98 durch die Manufaktur Kuhn aus Männedorf restauriert, verfügt das neo-klassische Instrument über 47 Register auf drei Tastaturen verteilt. Diese Wahl trägt dem Rechnung, daß Mendelssohn kein Romantiker, sondern der Hauptmeister des Klassizismus ist, einer Stilrichtung, die erst seit kurze Zeit als eigenständig angesehen wird.

Meine "erste" Wahl der Einspielung des Orgel-Gesamtwerkes Mendelssohns bliebt nach wie vor die Aufnahme mit Rundolf Innig aus dem Jahr 1993, aber das sind, wie gesagt, Geschmacksfragen, die eben nur individuell benatwortbar sind:



Zur Bedeutung der Werke: Die Orgelwerke Mendelssohns stehen in ihrer Zeit als Solitäre; denn die große Zeit des Orgelspiels war spätestens mit dem Tode des letzten Bach-Schülers J.C. Kittel im Jahr 1806 vorbei und erst viel später, in der Gründerzeit, setzte durch Rheinberger und dann
Max Reger eine Renaissance des Instrumentes ein.

Wohl bemerkt: das gilt so nur für Deuitschland, denn die völlig anders geratene Orgel-Tradition Frankreichs z.b. wurde, beginnend mit Louis Couperin und Grigny bis zu Messiaen ohne nennenswerte Unterbrechungen bis auf den heutigen Tag weitergeführt.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

petemonova

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3

Samstag, 8. Januar 2005, 20:34

Ja, es ist schade, dass die Orgel beispielsweise in der Wiener Klassik, in der Blüte der Sinfonie und des Streichquartetts überhauot nicht beachtet wurde. Die Orgel kam ja, wenn überhaupt, nur in Messen zum Einsatz. Mozart war ja da noch der Aktivste, der ja einige Kirchensonaten und zum Ende seines Lebens auch ein paar Stücke für eine Orgelwalze komponierte. Da ging vielleicht eine Menge verloren.

Die Kirche verlor ihren Einfluss auf das bürgerliche Leben immer mehr. Umso wichtiger war es da, dass Mendelssohn nicht nur den Bach zum Leben wiedererweckte, sondern auch die Orgeltradition fortsetzte, die ja auch mit Abstrichen von Schumann, Liszt und Brahms fortgesetzt wurde, bevor dann natürlich Rheinberger oder Reger kamen.

Da kann man nur beneidenswert nach Frankreich blicken...


Gruß, Peter.
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reklov29

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4

Samstag, 8. Januar 2005, 21:52

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Das Orgelwerk

Hallo Peter,

möchte Dir eine weitere Aufnahme vorstellen
eingespielt von
Jean-Baptiste Robin,
Titularorganist der Kathedrale von Poitiers-Frankreich,

Mendelssohn Bartholdy,
3 Präludien & Fugen op. 37;Präludien in
c & d;Fugen in d, e,f;Andantes in D, D,F;
Fantasia & Fuge in g;Fughetta in A;
Ostinato in c;Choral & Variation über
"Herzlich tut mich verlangen";Allegri in
d & B;Orgelsonaten Nr. 1-6




an der Silbermannorgel in der St. Marienkirche in Rötha....
1942 Auslagerung der Orgel wegen Baufälligkeit der Kirche. 1945 Aufbewahrung in der Georgenkirche Rötha. 1950 Aufstellung im Saal des alten Rathauses Leipzig, dann in der Berliner Bachausstellung. 1960 Reperatur und Wiederaufstellung der Orgel an ihrem ursprünglichen Ort in der Marienkirche durch Hermann Eule.




eine weitere Einspielung an der Silbermannorgel (von 1721) in der ST.Georgskirche von Rötha




Jean-Baptiste Robin, der 26 jährige französische Meisterorganist,
konzertiert hier facettenreich, virtuos mit souveräner Spielweise, umfangreichen theoretischen Kenntnissen, präzisen Klangvorstellungen und einer großen Leidenschaft für die obigen Werke von Mendelssohn Bartholdy....
eine wunderschöne Einspielung an historischen Orgelstätten in Deutschland... bestens zu empfehlen, da hier ein großartiger französicher Nachwuchsorganist am Werke ist, von dem in Zukunft noch viel zu hören sein wird.
@Peter, Dein Ausspruch;
Da kann man nur beneidenswert nach Frankreich blicken...



Herzliche Grüße
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

petemonova

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5

Samstag, 8. Januar 2005, 22:09

@BBB und Reklov,

schöne Anregungen, finanziell mit ca. 50 EUR bloß erst mal noch nicht machbar. Aber irgendwann wird ja alles einmal billig...


Gruß, Peter.
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reklov29

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6

Samstag, 8. Januar 2005, 22:41

@Peter,

nach der großen Spendenaktion für Südostasien geht die nächste Spende auf Dein Konto...........

Gruß
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

petemonova

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7

Samstag, 8. Januar 2005, 22:45

Alles klar, hier ist meine Kontonummer: :D


Von so viel Liebe bin ich doch jetzt echt gerührt,
womit habe ich das nur alles verdient ?(?

Ach ja, das Leben ist schön...


Gruß, Peter.
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Karsten

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8

Sonntag, 16. Januar 2005, 21:05

RE: Felix Mendelssohn-Bartholdy: Das Orgelwerk

Die Robin-Aufnahme ist in der Tat sehr gut, auch wegen der "passenden" Instrumente. Ich persönlich finde allerdings manche Tempi Robins etwas überzogen. Auch lässt er manche Frühfassungen und Fragmente, die andere (Bleicher, Innig) einspielen, außen vor (es sei dahin gestellt, inwieweit Aufnahmen dieser Stücke überhaupt notwendig sind).

Ebenfalls sehr empfehlenswert:
Peter Planyawskys GA bei Motett-Ursina (3 CDs) und Ludger Lohmanns Mendelssohn-CD (ebenfalls bei Motette).

Gruß
Karsten

reklov29

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9

Sonntag, 16. Januar 2005, 21:29

RE: Felix Mendelssohn-Bartholdy: Das Orgelwerk

Hallo Peter,
Dein Zitat:
Ich hatte schon vorher einige Bekanntschaften mit Mendelssohns Orgelmusik gemacht, habe sie auch versucht, selber zu spielen. Das aber ohne Erfolg.
-----------------------------------------------------------------------------

Welchen Schein besitzt oder erwirbst Du im Moment? A,B oder C......

Grüße
reklov29
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Zitat: J.E.G.

petemonova

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10

Sonntag, 16. Januar 2005, 21:55

@Reklov:

Nein, ich mache keinen Schein, habe auch nicht vor, einen zu machen.
Nur, weil ich in unserer kleinen Kirche spiele und aus Interesse mir vor einem Jahr die Orgelsonaten habe schenken lassen, habe ich versucht, sie zu spielen. Einige Sätze gehen auch ganz gut, v.a. die, die eher Choralcharakter haben, aber auf der kleinen Orgel (1 Manual mit Pedal; 4 Register), die mir zur Verfügung steht, habe ich gar keine Chance, mir eine komplette Mendelssohn-Sonate einzuüben. Deshalb halt ohne Erfolg. Es war halt nicht der Erfolg im üblichen Sinne gemeint ;).


Gruß, Peter.
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reklov29

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11

Montag, 17. Januar 2005, 19:25

@Peter,

Danke für Deine Rückantwort.
Viel Spass beim Studium......

Grüße
reklov29
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Zitat: J.E.G.

Karsten

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12

Montag, 17. Januar 2005, 23:35

Zitat

Original von petemonova
.... aber auf der kleinen Orgel (1 Manual mit Pedal; 4 Register), die mir zur Verfügung steht, habe ich gar keine Chance, mir eine komplette Mendelssohn-Sonate einzuüben.


Also solche kleinen Instrumente sind manchmal die Idalen Partner beim einstudieren von Repertoire. Man konzentriert sich auf die Technik, die Klanggestaltung kommt dann erst später, an entsprechend größeren Orgeln und Ungenauigkeiten beim Spiel hört man sofort. Sofern zwei Manuale erforderlich sind, reicht manchmal schon das Oktavieren einer Hand aus. Ich würde versuchen dran zu bleiben!

Gruß
Karsten

petemonova

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13

Montag, 17. Januar 2005, 23:55

Na gut, vielleicht kann ich ja die Chance, die ich nicht habe, doch nutzen.
Und wenn nicht, es muss ja nicht gleich Mendelssohn sein.
Auch Brahms oder Guilmant haben schöne Stücke geschrieben, die auch auf kleinen Orgeln gut spielbar sind.


Gruß, Peter.
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tom

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14

Montag, 23. Januar 2006, 18:16

Wie schön, daß es diese Sonaten (Suiten?) für Orgel gibt, die sicher jedem Orgelschüler irgendwann einmal begegnet sind, die zum Repertoire eines jeden Organisten zählen, in denen Mendelssohn auf beeindruckende Weise seiner Bachverehrung Ausdruck verleiht. Mendelssohn erweist sich hier als versierter, mit der Orgel vertrauter, Kontrapunktiker und auch als Kirchenmusiker, beispielsweise dort, wo er Choräle wie "Was Gott will, das gescheh allzeit" oder "Vater unser im Himmelreich" verwendet.

Die Bleicher-Aufnahme, die hier bereits benannt wurde, ist auch mein Favorit.

petemonova

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15

Montag, 23. Januar 2006, 23:57

Die 6 Orgelsonaten op. 65

Zitat

Original von tom
Wie schön, daß es diese Sonaten (Suiten?) für Orgel gibt, die sicher jedem Orgelschüler irgendwann einmal begegnet sind...


Mendelssohn hat seinem op. 65 sehr viel Bedeutung zugewiesen, sehr oft auf sie aufmerksam gemacht. Sie entstanden auf Wunsch eines englischen Verlegers, der sie später auch veröffentlichte. Auch von anderen Seiten wurde Mendelssohn immer wieder gebeten, einige repräsentative Orgelwerke zu schreiben. Das ist nun die Frucht daraus und die sechs Sonaten sind wohl der wichtigste Beitrag zur Orgelliteratur in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es sind aber keine Sonaten im strengen Stil, Suiten eher auch nicht, da es sich ja nicht um Tanzfolgen handelt. Man kann es eher als "Sonata quasi Phantasia" beschreiben, Kompositionen im freien Stil, die in loser Folge Elemente der Partita, der Toccata, der Variationsform oder des Liedes enthält. In ihrer Gesamtheit bilden sie eine Art Orgelschule des 19. Jahrhunderts, obwohl jede Sonate sich von der anderen abhebt.

Nach langer Zeit Stillstand im Orgelkompositionsbetrieb startete Mendelssohn eine Renaissance, die sich auf die alten Meister Bach, Händel und den italienischen Komponisten besinnt. Das ist ihm sicher gelungen und ohne Mendelssohns Orgelmusik wären die großen Orgelwerke der Herren Reger, Liszt, Franck oder der vielen Franzosen wohl nicht denkbar.

Wenn ich wieder ein wenig Zeit habe, schreibe ich noch etwas über die Sonaten an sich.


Liebe Grüße, Peter.
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Karsten

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16

Mittwoch, 25. Januar 2006, 15:35

RE: Die 6 Orgelsonaten op. 65

Das "Problem" der Uneinheitlichkeit der Sonaten liegt daran, dass sie ursprünglich grossteils eine Sammlung unabhängiger Einzelstücke waren. Auf Wunsch des englischen Verlegers fasste Mendelssohn diese Einzelsätze zu Sonaten zusammen, transponierte sie zT und schrieb den einen oder anderen Satz auch neu.

Gruß
Karsten

petemonova

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17

Mittwoch, 4. April 2007, 23:15

Hallo,

um mal den Thread wieder etwas nach vorne zu holen...

Ich höre gerade CD2 aus der Bleicher-Gesamtaufnahme (die höre ich eigentlich immer, wenn ich nicht alle 3 CDs höre). Da sind die Sonaten 4-6 drauf, die Variationen über "Wie groß ist des Allmächt'gen Güte" und auch "Allegro, Choral und Fuge d-Moll". Letzteres ist eines meiner absoluten Lieblingsstücke für Orgel, aber bei Bleicher schlafe ich dabei fast ein.
Zum einen finde ich seine Registrierung etwas fad und immer ziemlich dunkel gefärbt. So schlimm ist das aber nicht, schlimm finde ich nur das Tempo und die fehlende Spannung.
Ich weiß leider nicht mehr, in welcher Aufnahme ich das Stück kennengelernt hatte, aber da hat es mich begeistert. Ich weiß nur noch, dass auf der CD Werke von Mendelssohn und Bach drauf waren (u.a. "Schmücke dich, o liebe Seele"). Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen.


Gruß, Peter.
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petemonova

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18

Donnerstag, 5. April 2007, 23:09

Meine Frage wurde heute durch einen sehr aufmerksamen Mitleser beantwortet, dem ich von dieser Stelle noch einmal danken möchte. :hello:

Es handelt sich bei der CD um eine Wiederaufführung des letzten Konzertes, das Mendelssohn in Leipzig gegeben hat. Das war am 6. August 1840 in der Thomaskirche.
Wenn ich es recht in Erinnerung habe, ist das "Allegro, Choral und Fuge d-Moll" sogar als Zugabe von Mendelssohn improvisiert worden.
Aber das kann ich überprüfen, wenn ich die CD besitze, denn sie ist auf meiner Wunschliste jetzt ganz nach oben gerückt und glücklicherweise auch gar nicht so teuer. :lips:




Gruß, Peter.
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Dux

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19

Samstag, 14. April 2007, 13:22

Lieber Peter,

falls du eine hervorragende Einspielung der Sechs Orgelsonaten Mendelssohns suchst, so sei auf Bernhard Leonardy verwiesen, der diese in der Benedikterabtei Neresheim aufgenommen hat. Ich besitze die Sonaten in unzähligen Einspielungen (u.a. Lohmann, Bouvet, Bleicher,...), aber keiner erreicht diesen Spannungsaufbau und diese Lebendigkeit wie Leonardy. Zudem hat keiner der anderen Interpreten m.E. eine so interessante Orgel wie Leonardy zur Verfügung (eine Holzhey-orgel von 1797, also noch klassizistisch geprägt). Hinzu kommt noch eine - selbst auf der Cd noch gut hörbare - "Überakkustik", die einfach einzigartig ist. Leider gibt es auf jpc meines Wissens keine Hörprobe...
Gruß und K...
Der Dux

Fagott

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20

Sonntag, 15. April 2007, 15:25

Ich möchte hier noch auf eine Einspielung der 6 Sonaten von Mendelssohn durch Helge Schulz an der Ladegast-Orgel (1864) der Stadtkirche in Weißenfels, erschienen bei Motette, hinweisen.
FAGOTT

gueze

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21

Mittwoch, 18. April 2007, 15:44

Kennt jemand hier diese Aufnahme Mendelssohn´scher Orgelwerke?


eingespielt von Ulrik Spang-Hanssen, dänischer Organist (*1953)

Ob ich diese CD bei Jokers um 12.99 kaufen soll?
Ja ja, nicht jeder, der die Bretter, die die Welt bedeuten, betritt, merkt, dass er auf dem Holzweg ist. (Heinz Erhardt)

Karsten

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Mittwoch, 18. April 2007, 16:39

Hallo!

Die Spang-Hanssen-Mendelssohn-Aufnahme kenne ich nicht.

Möchte aber folgendes dazu sagen: Spang-Hanssen ist mir durch seine sehr "vitale" Buxtehude-Gesamteinspielung, die SEHR günstig zu haben ist, positive aufgefallen. Sicher ist sein Buxtehude etwas extrem, aber mal erfrischend "anders", ein guter Ausgleich zu den vielen "strengen" Aufnahmen, die es gibt.
Technisch sind die Mendelssohn-Aufnahmen sicherlich sehr gut gespielt.

Etwas problematischer finde ich die Auswahl des Instrumentes für den Mendelssohn: Die Aufnahme wurde an der Oberlinger-Orgel in Kirchheimbolanden eingespielt, ein Instrument, dass auf den berühmtenm Orgelbauer Stumm zurück geht und aufgrund einer Stippvisite eines gewissen Mozart berühmt wurde. Jedenfalls hat diese Orgel klanglich kaum mehr etwas von der alten Orgel zu tun und eigentlich kaum noch etwas "besonderes".

Ich würde die 13 Euro daher nicht in diese Aufnahme stecken. Da gibt es sicherlich überzeugendere Alternativen...

Gruß
Karsten

gueze

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23

Samstag, 21. April 2007, 09:10

Hallo Karsten

danke für die Antwort, die Detail-Informationen über die Orgel gingen aus meiner Quelle nicht hervor.

Habe inzwischen auf der Amazon-Seite ein paar Tracks angehört und muss sagen, dass mir die Orgel klanglich nicht so schlecht gefällt - die Interpretation von Spang-Hanssen ist da gewöhnungsbedürftiger.

Liebe Grüße
Günter
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Karsten

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24

Sonntag, 22. April 2007, 17:32

RE: Felix Mendelssohn Bartholdy: Das Orgelwerk

Auf Robins sehr interessante (wenn auch recht "zügige") Gesamtaufnahme wurd ja schon kurz eingenagen.
Vor allem auch aufgrund der verwendeten sehr schönen Instrumente sind die folgenden AUfnahmen sicher auch beachtenswert:


Mendelssohn Bartholdy, Felix (1809-1847)
Orgelwerke
- Orgelsonaten op. 65 Nr. 2, 4,6
- 2 Präludien & Fugen aus op. 37
- 3 Stücke aus dem "Berlin-Krakauer-Manuskript"
Ludger Lohmann / Stumm-Orgel Abteikirche Sayn
Motette
DDD
1997


Ludger Lohmann spielt Mendelssohn
- Präludium & Fuge op. 37 Nr. 1
- Choral & Variationen über "Wie groß ist des Allmächt'gen Güte"
- Präludium c-moll
- Nachspiel D-Dur
- Fugen in e & f
- Orgelsonaten op. 65 Nr. 1, 3, 5
+DVD mit gleichem Inhalt (Sound:multichannel)
Walkcker-Orgel St. Maria zu Schramberg
Motette
DDD
2002

Gruß
Karsten

Tresor

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25

Samstag, 23. Juni 2007, 22:34

Hallo petemonova,

ich möchte deinen Thread nach 2 Monaten Schlafzeit wieder aufwecken.

Felix Mendelssohn-Bartholdy ist auch einer meiner Lieblingskomponisten. Und ich finde sein Orgelwerk hat es verdient auch weiterhin beachtet zu werden.

In Orgelkonzerten wird Mendslsohn immer wieder gern gespielt, meistens eine seiner Sonaten. Einige Sonaten habe ich bereits in Konzerten gehört und sie haben mich immer wieder sehr beeindruckt.

Auf Orgel-CD Samplern gibt es ebenfalls häufig eine seiner Sonaten. Aber wie das oft so ist, da stöbert man im CD-Shop, hält einen Sampler in der Hand mit einer Mendelssohn-Sonate, und dann ist es ausgerechnet die, die man schon hat.

Aus diesem Grund hatte ich mir einmal vor längerer Zeit diese CD mit allen 6 Sonaten angeschafft.

Thomaskirche Leipzig
Sauer-Orgel
Ullrich Böhme
erschienen bei Capriccio



Die romantische Sauer-Orgel ist vielleicht der Epoche Mendelssohns voraus. Und entsprechend romantisch angehaucht ist dann auch Böhmes Interpretation. Auf dieser Orgel kann man Mendelssohn wahrscheinlich auch nicht anders als romantisch spielen. Trotzdem finde ich die Einspielung gelungen und empfehle sie weiter, zumal sie zum Mid-Price erhältlich ist.

Am liebsten höre ich die Sonaten Nr. 4 und 6.
Sonate Nr. 4 ist die einzige mit 4 Sätzen. Der 3. Satz erinnert mich sehr stark an die Choräle von C. Franck.
In der 6. Sonate finde ich den 1. Satz absolut genial, diese Steigerung, die Variationen und Verflechtungen des Themas und die dabei empfundene feierliche Stimmung.

@petemonova
Ist dein CD-Wunsch, ebenfalls Böhme Leipzig, Bach Mendelssohn, in Erfüllung gegangen? Dann berichte doch mal, ob es sich gelohnt hat.

Gruß
Tresor
Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

petemonova

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26

Samstag, 23. Juni 2007, 23:14

Hallo Tresor,

Zitat

Ist dein CD-Wunsch, ebenfalls Böhme Leipzig, Bach Mendelssohn, in Erfüllung gegangen? Dann berichte doch mal, ob es sich gelohnt hat.
leider noch nicht, aber wenn ich sie habe, werde ich darüber berichten.
Ich habe sie auf jeden Fall sehr positiv in Erinnerung.


Gruß, Peter.
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- Mauricio Kagel

Münti

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27

Dienstag, 14. August 2007, 13:57

Hallo Tresor,

die CD aus der Thomaskirche Leipzig habe und schätze ich auch! Auch wenn die Orgel romantischer ist als irgendein "Idealinstrument" o.ä. es sein sollte - sie ist unglaublich klangschön! Diese CD zu hören ist eine einzige Streicheleinheit für die Ohren (auch im Tutti)!
Meine Lieblingssonate ist neben der Nr.6 noch die Nr.3. Ich habe diese Sonate mehrmals bei Orgelkonzerten in einer Dorfkirche (Gleschendorf, Bruhn-Orgel von 1985 mit II/22 o.ä.) gehört, das hat sich irgendwie eingeprägt! Warum da so häufig diese Sonate auf dem Programm stand, weiß ich auch nicht. Da ich noch ein Kind war und ich die Sonate ohnehin mochte, hat mich das auch nicht gestört. Ich weiß aber noch, daß bei einem Konzert Rose Kirn gespielt hat.
Übrigens ist die 1.Sonate auch viersätzig, oder?

Gruß
Münti

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28

Dienstag, 14. August 2007, 16:20

jo...mendelssohns 4. kommt derzeit auch mehrmals die woche in meinen cd-player !!
@tresor: jetzt weiss ich auch, an wen mich das zeitweise erinnert...

"meine" cd habe ich übrigens vom organisten jürgen benkö selbst (anlässlich seines konzertes beim diesj. "kissinger orgelzyklus") - zumindest bei jpc ist sie nicht aufgeführt ?( (wer nach benkö googelt, stösst aber immerhin recht fix auf seine tel.nr.)
benkö spielt da auf seiner hausorgel (in st. laurentius in bietigheim) nach j.s.b., mendelssohn u. liszt noch 2 improvisationen - ich erwähne die cd deshalb so ausdrücklich, da es sich um einen konzertmitschnitt handelt (was bei orgel-solo-cd`s wohl recht selten ist ??)

a propos:
wie in einem anderen thread schon mal nebenher erwähnt, habe ich (vor 3 jahren? ...jedenfalls in der d`dorfer jahanneskirche) w.abendroth mit allen 6 sonaten an einem stück gehört - ich werde es langelange nicht vergessen u. wünsche allen interessenten, die irgendwo in der nähe wohnen (ich ja nun nicht mehr ?() eine wiederholung !!

:hello: pieter
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »pieter.grimes« (14. August 2007, 16:24)


petemonova

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29

Montag, 27. August 2007, 22:43

Diese neue Aufnahme des mendelssohnschen Orgelwerks hat mir größtenteils ganz gut gefallen.

Mir erscheinen die Interpretationen sehr modern, immer spannend. Vernet geht zumeist ziemlich forsch an die Werke ran, das geht aber IMO manchmal auf Kosten von Stellen, die etwas mehr Gefühl verlangen. Für die schnellen virtuosen Passagen ist das aber eine überzeugende Herangehensweise.
Nicht ganz so gut hat mir die Registrierung gefallen, die war mir zu wenig abwechslungsreich.
Ein anderer großer Pluspunkt sind die Orgelbearbeitungen der wichtigsten und bekanntesten Stücke aus dem "Sommernachtstraum". Besonders die Ouvertüre ist richtig gut gelungen und kommt auf der Orgel sehr gut rüber.

Also insgesamt für mich eine bessere Alternative zum Bleicher, der im Gegensatz zu Vernet doch etwas langweilig und bieder wirkt.

Gruß, Peter.
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- Mauricio Kagel

zweiterbass

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30

Sonntag, 28. Oktober 2012, 10:49



Hallo,

nein, ich höre nicht nur Orgelmusik aus der frz. Schule seit C. Franck.

Nun ist das Orgelwerk von Mendelssohn weitaus größer, als was auf den 2 CD's enthalten ist.
Aber schon mit dieser kleinen Auswahl wird m. E. klar:
1. Mit den Registrierungsvorschriften (so vorhanden?) der frz. Orgelkomponisten und dem entspr. Klangbild kann er nicht mithalten - das klingt sehr oft konventionell (abhängig vom Organisten? - eher nicht, die Hörproben mit Jennifer Bate bei Amazon beweisen es) und meist ohne Registerwechsel innerhalb eines Satzes.
2. In der Art der Kompositionen, nicht der Registrierung, ist das eher der Stil von Gigout, bestenfalls Dubois - also mehr für den kirchlichen Gebrauch gedacht.
Beides ist nicht abwertend gemeint - aber es ist eben weniger konzertante Orgelmusik.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler