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John Doe

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1

Mittwoch, 29. Juli 2009, 19:20

Aus klein mach groß - Orchestrierungen von Solo- bzw. Kammermusikwerken

Angeregt durch einen Thread über Klaviertransskriptionen, möchte ich einen eigenen über das gegenteilige Thema ins Leben rufen:

Orchestrierungen von Solo- bzw. Kammermusikwerken.

Die bekannteste Orchestrierung für ein Werk für Klavier solo dürfte Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in der Bearbeitung von Ravel sein, gefolgt von Joachims Orchestrierung von Schuberts Grand Duo. Aber es gibt noch mehr. So liegen mir noch eine Beethoven-Sinfonie von Weingartner, eine Brahms-Sinfonie von Schönberg, ein Brahmssches Klarinettenkonzert von Berio, eine weitere Schubert-Sinfonie von Haas neben den diversen Bach-Orchestrierungen von Stokowski vor. Dann sind da noch die Mahlerschen Streichorchesterfassungen von diversen Quartetten von Schubert und Beethoven und diejenigen Arrangements, in denen das Klavier durch ein Streichquartett ersetzt wird, bzw. durch Uminstrumentierung eines bestehenden Werkes ein quasi kammersinfonisch-sinfonischer Effekt erreicht wird. Ich denke jetzt da vorallem an die Arrangements von Mozarts Klavierquintett und Gran Partita für Streicher und Bläser.

Wieviel Orchestrierungen sind euch noch bekannt und was haltet ihr davon?

Sind es ernstzunehmende Musikstücke oder großorchestrale Themenverfehlungen?

Ich persönlich schätze sie, alleine schon deswegen, weil das Klavier für mich ein problematisches Instrument darstellt.

Viele Grüße
John Doe

Joseph II.

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2

Mittwoch, 29. Juli 2009, 19:30

RE: Aus klein mach groß - Orchestrierungen von Solo- bzw. Kammermusikwerken

Zitat

Original von John Doe
Ich persönlich schätze sie, alleine schon deswegen, weil das Klavier für mich ein problematisches Instrument darstellt.

Ich auch! Und ja, auch für mich stellt das Klavier ein etwas problematisches Instrument dar.

Ich denke hier spontan an schon genannte Ravel-Orchestrierung der "Bilder einer Ausstellung" und an die Berlioz-Orchestrierung des "Erlkönig".

Für mich persönlich stellt die Orchestrierung eine Bereicherung dar. So kann ein Orchester beim "Erlkönig" etwa m. M. n. durch seine viel größeren klanglichen Möglichkeiten viel mehr Atmosphäre herüberbringen als die schnöde Klavierbegleitung.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

musicophil

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3

Mittwoch, 29. Juli 2009, 20:07

RE: Aus klein mach groß - Orchestrierungen von Solo- bzw. Kammermusikwerken

Zitat

Original von John Doe
Ich denke jetzt da vorallem an die Arrangements von Mozarts Klavierquintett und Gran Partita für Streicher und Bläser.

Hi John,

Ausgerechnet Mozart hat uns so sieben Klavierkonzerte hinterlassen.
KV 107 a, b und c: drei Sonaten von J.C. Bach, die er orchestrierte. Und weiter die KK No. 1, 2, 3 und 4. Da hat er (vermutlich geholfen durch Papa) Sätze aus mehrere Sonaten von verschiedenen Komponisten genommen und sie orchestriert.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

kopiroska

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4

Mittwoch, 29. Juli 2009, 20:27

Aus Klein mach Groß - aber das Kleine kann manchmal genauso "groß" sein wie das Große

Eines meiner beliebten Klavierstücke für vier Hände ist M. Ravels Ma mere l'oye. Die Klaviervariante mag ich mehr als die Orchestervariante - allerdings kenne ich die Klaviervariante auch seit vielen Jahren, während ich die Orchestervariante nur ein- oder zweimal gehört habe, im Rundfunk. Aber jedes Mal griff ich dann nach der geliebten Platte, um mich zu überzeugen, dass mir die Klavierfassung doch lieber ist - die gibt es jetzt auch als CD - , wo Zoltán Kocsis und DezsQ Ránki dieses Stück (und auch noch weitere Schätze) spielen. Hier:

www.hungaroton.hu/hu/node/2229

Erst neulich habe ich, dank YouTube, die Klaviervariante (die ursprüngliche) der Sonate Op. 33 von Muzio Clementi mit der Orchestervariante (als Klavierkonzert) vergleichen können (eine Bearbeitung von Francesco d'Avalo). Mich hat die Klaviervariante auch in diesem Fall mehr angesprochen. Aber vielleicht auch deshalb, weil ich das Klavier so sehr mag. Oder weil Horowitz am Klavier saß...

:hello: KP

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5

Mittwoch, 29. Juli 2009, 20:39

Klavier ist für mich kein problematisches Instrument, aber Orgel ein wenig. Daher mag ich die berüchtigten Bach-Arrangements von Stokowski durchaus, mehr natürlich noch Schönberg und Webern.

Teils schon genannt:

Schönberg/Brahms Klavierquartett g-moll
wurde in einem thread hier mal ziemlich zerfetzt, ich habe eine Schwäche dafür, obwohl etliches grenzwertig ist (Schlagwerk im 3. Satz und Xylophon im Finale)

Schubert/Joachim: Grand Duo
es funktioniert ganz gut, obwohl einige Klavierfiguren unverkennbar sind und ich das Original wohl vorziehe (müßte es mir aber erstmal beides wieder anhören; mein Lieblingsstück ist es eh nicht)

Beethoven/Weingartner: Sonate op.106
außerordentlich kurios, halbwegs plausibel nur im langsamen Satz, der Rest ist zu klavieristisch. Dennoch sehr faszinierend und schade, daß die einzige erhältliche Einspielung Weingartners eigene zu sein scheint!





Unter den Streichorchesterfassungen von Beethovens Quartetten kenne ich eigentlich nur op.131 unter Bernstein. Da ich das Stück (im Radio mitgeschnitten) so kennengelernt habe, kann ich eine gewisse Schwäche nicht verhehlen. Es klingt stellenweise beinahe nach Mahler und einiges funktioniert nicht so gut in der chorischen Besetzung, aber jedenfalls ein eindrückliches emotionales Erlebnis.
Auch op.133 wird ja oft vom Streichorchester gespielt; ich bevorzuge das Werk aber im Rahmen des Quartetts op.130.

Beethovens eigenes Arrangement der Sonate op.14,1 asl Quartett, auf das er sehr stolz gewesen sein soll, finde ich ebenfalls eher eine Kuriosität.

Grauenvoll finde ich etwas, was ich mal im Radio gehört habe: Chopinsche Klavierstücke und auch Schumanns Carnaval von diversen russischen Spätromantikern für Orchester gesetzt... völlig daneben!

Von Bearbeitungen der Gran Partita KV 361 oder des Quintetts KV 452 habe ich noch nie gehört. Scheint mir aber erstmal verbrecherisch, diese genialen, die Bläserfarben subtil nutzenden Werke anzutasten... :rolleyes:

:hello:

JR
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Ulli

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6

Mittwoch, 29. Juli 2009, 20:57

Zitat

Original von Johannes Roehl
Von Bearbeitungen der Gran Partita KV 361 oder des Quintetts KV 452 habe ich noch nie gehört. Scheint mir aber erstmal verbrecherisch, diese genialen, die Bläserfarben subtil nutzenden Werke anzutasten... :rolleyes:


Naja, der Meister hat's ja selbst vorgemacht: mit KV 388 zu KV 406 (gehört allerdings nicht in diesen Thread, da es sich besetzungstechnisch um eine Reduzierung handelt).

Und irgendjemand (Name ist mir leider völlig entfallen) hat's nachgemacht:



Ich glaub, ich werd mir die CD doch noch leisten. :rolleyes:

:hello:

Ulli
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Travinius

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7

Mittwoch, 29. Juli 2009, 21:09

Ne, das ist nix für einen Hardcore-Bläserfan. ;)

Aber in meiner Eigentschaft als Richard-Strauss-Verehrer möchte ich doch mal an die Couperin-Bearbeitungen erinnern. Die fallen hier allerdings etwas aus dem Rahmen, weil er ein wenig mehr getan hat als sie bloß zu instrumentieren. Ich habe die Originale nicht gehört, aber ich bezweifle, dass man sie wiedererkennt... er hat ergänzt, umgestellt etc...

Und Nigel Kennedy hat mal einer CD mit polnischen Violinkonzerten zwei Nocturnes von Chopin beigefügt, da bin ich mir aber noch nicht ganz schlüssig drüber...
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Reinhard

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8

Mittwoch, 29. Juli 2009, 21:18

Heute gerade gelesen:


10.06.2010 20:00
GROSSES CONCERT zum Bachfest

Gewandhausorchester
Riccardo Chailly

Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen BWV 988

(Bearbeitung für Orchester von Jochen Neurath, Uraufführung,
Auftragswerk des Gewandhauses zu Leipzig)
Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

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9

Mittwoch, 29. Juli 2009, 22:34

Fuga ricercata a 6 .........

Großorchestrale Musik (von Oper mal abgesehen) höre ich ja sehr selten...
(bin schon froh, wenn ich mir mal Bruckner VIII. (Sinopoli) oder IX. (Schuricht) in den Player zu schmeißen erlaube...)

- Da bleiben dann Orchestrierungen natürlich erst recht außen vor...
----------- MIT DER EINEN AUSNAHME
Weberns Orchestrierung (bzw. irgendwer nannte sie "Sichtbarmachung") der 6stimmigen Fuge aus dem "Musikalischen Opfer".............

...meine gegenwärtige (Sensibelchen mal wegclicken :P)
meine gegenwärtige Wunschmusik zu meiner Beerdigung...............

:hello:
pieter von grimes

UPS - vergessen (kommt davon, wenn ich so spät noch tastendrücke ;)):

- ich kenne Ravels "Schilder einer Baustelle" nicht, meine aber gelesen zu haben, daß sie durchaus eine Eigenschöpfung
und keine Nurinstrumentierung mehr darstellen !
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

John Doe

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10

Donnerstag, 30. Juli 2009, 10:06

Die Pasticcio-Konzerte von Mozart KK 1,2,3 & 4 plus KV 107:
Gelungene, zeitgenössische Arrangements, wie musicophil schon festgestellt hat, wohl mit Hilfe von Mozart sen. erstellt. Meines Erachtens sind diese kleinen Konzerte wirklich Opfer der Rezeption des frühen Mozarts. Alleine von ihrer Qualität her hätten sie durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient.





Die Bearbeitungen der Gran Partita und des Klavierquintetts, beide um 1800 entstanden, ändern grundsätzlich den Charakter der Originalwerke und zwar dahingehend, dass sie sich von Kammermusik, bzw. Freiluftserende hin zu (solistisch besetzten) concertanten Sinfonien für Bläser wandeln und somit das concertante Repertoire Mozarts bereichern. Beide Werke sind in der Uminstrumentierung auch als Sinfonie concertante, bzw. Concertante benannt und ihre Umarbeitung kann als gelungen angesehen werden.
Ausgegraben hat diese Bearbeitungen übrigens Dieter Klöcker, der sie auch mit seinem Consortium Classicum vorzüglich eingespielt hat.



Und dann ist da noch das Kreutzer-Quintett von Beethoven, eine Arrangement der Kreutzer-Sonate für Streichquitett vielleicht von Ferdinand Ries um 1830 angefertigt. Auch dieses Arrangement kann als gelungen angesehen werden.

Diesen drei jetzt etwas ausführlicher vorgestellten Bearbeitung ist gemeinsam, dass sie zeitgenössisch und von Unbekannten erstellt worden sind, wobei in jedem Fall die ursprünglichen Komponisten zu erkennen sind. Trotzdem es sich um teilweise sehr gravierende Veränderungen handelt, sind diese sehr "sanft" und mit Liebe zur Originalkomposition erfolgt.

Wenn was "verbrecherisch" ist in diesem Arrangementsektor, lieber Johannes Roehl, dann nicht einmal die Streichsextett-Fassung von Mozarts KV 364, die es auch gibt, sondern Beethovens eigene Fassung der siebten Sinfonie für Harmoniemusik. Ein Ding, das jetzt nicht unbedingt im positiven Sinne unter die Haut geht. :D

Zu den eigentlichen Orchestrierungen komme ich in einem gesonderten Beitrag, da sich dieselbigen nicht nur von Klang, sondern auch von der Intention deutlich von obengenannten Werken unterscheiden (und mir jetzt ehrlich gesagt die Zeit etwas knapp wird).

Viele Grüße
John Doe

Theophilus

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11

Donnerstag, 30. Juli 2009, 14:47

Zitat

Original von Johannes Roehl
...
Unter den Streichorchesterfassungen von Beethovens Quartetten kenne ich eigentlich nur op.131 unter Bernstein. Da ich das Stück (im Radio mitgeschnitten) so kennengelernt habe, kann ich eine gewisse Schwäche nicht verhehlen.
...


Eine absolute Wahnsinnsaufnahme! Eine Inselplatte, oder wie man das auch immer bezeichnen will. Als Ergänzung kann man noch anführen, dass es sich um eine Fassung von Dimitri Mitropoulos handelt (Bernstein bekam von D.M. eine Partitur des Quartetts mit den notierten Verdoppelungen, tatsächlich wurde ja keine Note verändert!).

:hello:

Ciao

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Ulli

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12

Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:10

Zitat

Original von Theophilus
(Bernstein bekam von D.M. eine Partitur des Quartetts mit den notierten Verdoppelungen, tatsächlich wurde ja keine Note verändert!).


Was wurde verdoppelt?

?(
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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andythr

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13

Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:27

Im Eröffungsthread wurdes sie schon kurz genannt:

Gustav Mahler´s Orchsterversionen von

Beethoven: Streichquartett f-Moll op. 95
Schubert: Streichquartett d-Moll D 810 "Der Tod und das Mädchen"

hier in einer Einspielung mit H. Haenchen:




Also mir gefällt vorallem der Schubert/Mahler recht gut, siet ich es vor einiger Zeit mal live hören konnte.

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14

Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:33

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Theophilus
(Bernstein bekam von D.M. eine Partitur des Quartetts mit den notierten Verdoppelungen, tatsächlich wurde ja keine Note verändert!).


Was wurde verdoppelt?

?(


Die Kontrabässe verdoppeln die Cellostimme vermutlich nicht durchgehend, aber meistens. Ich kann die Faszination für diese Deutung durchaus nachvollziehen (vielleicht fand ich das Werk niemals schwer zugänglich, weil das mein Erstkontakt gewesen ist), wenngleich ich inzwischen manches etwas zwiespältig sehe. (Ich habe mir die CD erst vor wenigen Jahren, schätzungsweise über 15 Jahre nach dem Erstkontakt gekauft und wohl erst einmal gehört, irgendwie bin ich inzwischen doch an die richtige Quartettfassung gewöhnt)
Denn zu der massiven Besetzung kommt natürlich noch Bernsteins extremes Espressivo bei naheliegenderweise gegenüber der Urversion recht breiten Tempi

:hello:

JR
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Theophilus

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15

Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:35

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Theophilus
(Bernstein bekam von D.M. eine Partitur des Quartetts mit den notierten Verdoppelungen, tatsächlich wurde ja keine Note verändert!).


Was wurde verdoppelt?

?(

Die Celli werden phasenweise (wo es klanglich vorteilhaft ist) durch Kontrabässe ergänzt.

:hello:

Ciao

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John Doe

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16

Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:49

Frage zu den Streichorchesterfassungen von Quartetten

Mir sind Mahlers Fassung von Schuberts Quartett "Der Tod und das Mädchen" und Beethovens op. 95 in der gleichen Aufnahme, die andythr schon genannt hat, bekannt.
Op. 131 von Bernstein kenne ich nicht. Meine Frage nun: Gibt es die Scheibe noch?
Bzw. gibt es noch mehr Orchestrierungen von Streichquartetten außer den drei genannten?

John Doe

andythr

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17

Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:57

Zu bieten hätte ich noch:

Johann Sebastian Bach: Fuge zu 6 Stimmen
"aus: 'Das musikalische Opfer' BWV 1079/5, Orchestriert von Anton Weber"

Anton von Webern: Streichquartett (1905)
"Orchestriert von Christoph Poppen"

Anton von Webern: Five Movements for String Quartet op. 5
"Version für Streichorchester"

Johann Sebastian Bach: Fuga (Ricercata) zu 6 Stimmen
"aus: 'Das musikalische Opfer' BWV 1079/5, Orchestriert von Anton Webern"



Joseph II.

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18

Donnerstag, 30. Juli 2009, 18:30

Sie passen hier nicht so wirklich rein, aber ich will sie dennoch mal anführen: Gustav Mahlers Orchestrierungen von Schumanns Symphonien.

Es gibt bis dato m. W. nur eine einzige Einspielung, nämlich folgende:



Kennt wer diese Bearbeitungen?
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19

Donnerstag, 30. Juli 2009, 18:36

Zitat

Original von John Doe
Frage zu den Streichorchesterfassungen von Quartetten

Mir sind Mahlers Fassung von Schuberts Quartett "Der Tod und das Mädchen" und Beethovens op. 95 in der gleichen Aufnahme, die andythr schon genannt hat, bekannt.
Op. 131 von Bernstein kenne ich nicht. Meine Frage nun: Gibt es die Scheibe noch?
Bzw. gibt es noch mehr Orchestrierungen von Streichquartetten außer den drei genannten?


Habe oben ein paar links eingefügt. op.135 funktioniert nur bedingt (Toscanini hat irgendwo die Binnensätze davon als Füller eingespielt). Perahia hat kürzlich eine Streichorchesterfassung von op.127 aufgenommen, kenne ich aber nicht (spottbiliig gebraucht bei amazon):



:hello:

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andythr

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20

Donnerstag, 30. Juli 2009, 18:41

Fast hätte ich es vergessen:

Franz Liszts Sonate h-Moll zählt zum schwierigsten, was je für Klavier geschrieben worden ist. Der Ungar Leó Weiner war der Erste und Einzige, der es wagte, diese schwierige Musik 1956 auf Orchester umzusetzen. Die Aufführung der Weltpremiere in Weimar - bei der ich auch anwesend war - wurde auch gleich mitgeschnitten als Weltersteinspielung des Stückes.


Travinius

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21

Donnerstag, 30. Juli 2009, 18:42

Zitat

Original von Joseph II.
Sie passen hier nicht so wirklich rein, aber ich will sie dennoch mal anführen: Gustav Mahlers Orchestrierungen von Schumanns Symphonien.[...]
Kennt wer diese Bearbeitungen?

Ja - ich konnte nicht dran vorbeigehen. Die Tempi sind mir bisweilen etwas flott, in der III. hat der Rhein ein paar Stromschnellen, ich habe das gerne etwas majestätischer dahinfliessend.

Aber ansonsten: ganz große Klasse! Man meint, das müsse so klingen...

Das liegt aber vielleicht auch daran, das ich ganz großer Mahler-Verehrer bin... :jubel:
LuciusTravinius Potellus

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22

Donnerstag, 30. Juli 2009, 18:55

Frage zu den Streichorchesterfassungen von Quartetten

Mir sind Mahlers Fassung von Schuberts Quartett "Der Tod und das Mädchen" und Beethovens op. 95 in der gleichen Aufnahme, die andythr schon genannt hat, bekannt.
Op. 131 von Bernstei kenne ich nicht. Meine Frage nun: Gibt es die Scheibe noch?
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John Doe

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23

Donnerstag, 30. Juli 2009, 20:37

Tamino macht mich immer neugierig und so muss ich nach den für mich erreichbaren Quellen forschen. Und da sie nicht die neusten CD-s noch Mitschnitte aus den deutschen Sendern usw. sein können, wende ich mich an YouTube - sehr oft mit Erfolg ;)
Bernstein-Beethoven ist u.a. hier zu hören (die anderen Sätze sind auch zu finden)

www.youtube.com/watch?v=MQPp1qfCGtM

Die Orchestervariante ist für mich mehr als kurios...

:hello: KP

John Doe

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24

Dienstag, 4. August 2009, 10:36



Neben der Einspielung des Brahms/Schönberg - Arrangements befindet sich auf dieser CD auch noch die Orchestrierung von Brahms Klarinettensonate op. 120.1 durch Berio aus dem Jahr 1986.
Im Gegensatz zu Schönberg hat Berio seine Transskription für klassisches Orchester geschrieben und kommt auch ganz ohne "Modernismen" aus. Die gravierendste Veränderung ist eine 14-taktige Einleitung zum ersten und eine 5-taktige Eröffnungsphrase zum 2. Satz, die nicht weiter auffallen, sondern stimmig zum Gesamtgefüge passen.
Beim Hören erkennt man sofort Brahms, hat aber nicht den Eindruck ein Klarinettenkonzert zu hören, sondern eher eine kleine Sinfonie mit obligater Soloklarinette.



Der Haassche Torso ist eine Orchestrierung nach Schuberts unvollendeter Klaviersonate D. 840. Die Intention ist nicht, eine weitere Schubert-Sinfonie zu schaffen, sondern eine Orchesterinterpretation dieser Sonate. Die relativ sparsam verwandten "Modernismen" dienen zur Hervorhebung markanter Stellen, die von sich aus schon in diese Richtung gehen.
Meines Erachtens handelt es sich dabei durchaus um eine hörenswerte Repertoire-Bereicherung, die nicht annähernd soweit geht, wie Berios Rendering mit Schuberts 10. nach alter Zählung.



Zenders komponierte Interpretation von Schuberts Winterreise so der genaue Titel ist eine der interessantesten Orchestrierungen. Der Gesangspart und auch die Melodilinien sind so gut wie nicht berührt davon, jedoch setzt Zender durchaus auf zeitgenössische Klangfarben und Effekte, teilweise sehr naturalistisch, wodurch dieser Liederzyklus gleichsam zur Oper mutiert. Diese Herausführung der Winterreise aus der Klavierlied-Niesche bekommt ihr vorzüglich und man wundert sich, warum das nicht schon viel früher geschehen ist.

Viele Grüße
John Doe

John Doe

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25

Dienstag, 4. August 2009, 10:43

Frage zu Liszts h-moll Sonate

Liebe andythr,

du sagst:

Zitat

Franz Liszts Sonate h-Moll zählt zum schwierigsten, was je für Klavier geschrieben worden ist. Der Ungar Leó Weiner war der Erste und Einzige, der es wagte, diese schwierige Musik 1956 auf Orchester umzusetzen. Die Aufführung der Weltpremiere in Weimar - bei der ich auch anwesend war - wurde auch gleich mitgeschnitten als Weltersteinspielung des Stückes.


Wie war es (Orchestrierung, Interpretation etc.)?

Viele Grüße
John Doe

fxp

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26

Dienstag, 4. August 2009, 11:00

Die Zenderfassung der Winterreise gefällt mir auch sehr, zudem mir hier Blochwitz sehr gut gefällt.

Spontan fällt mir die Bearbeitung ein, die ich mir auch regelmäßig anhöre:



Haydns Kreuzigungsmeditation wurde von Frau Grindenko in der Streichquartettversion doppelt besetzt und um einen Kontrabaß erweitert. Das Ensemble verwendet HIPe Instrumente und Darstellung, sehr gut aufgenommen, sehr berührend und tiefgreifend interpretiert.
BECK ohne MESSER
"Jeder Mensch ist eine Melodie. Lieben heißt: sie innehaben." (Franz Werfel)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »fxp« (4. August 2009, 11:01)


Albus

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

27

Dienstag, 4. August 2009, 11:15

Tag,

gestern auf Deutschlandradio Kultur gehört; Walter Levin und das LaSalle Quartett, eine musikalische Biografie in 26 Folgen, die 16. Folge. Walter Levin berichtete und hatte musikalische Beispiele aus den Jahren 1930-1961 mitgebracht: Arturo Toscanini spielte in seinen Orchesterkonzerten regelmäßig (!) Streichqaurtette in Fassungen für Streichorchester. Es sei Toscanini ein Anliegen gewesen, diese Bereicherungen zu bringen; Mendelssohn, Brahms, Beethoven, Schubert, etc. In seinem NBC-Orchester hatte er eine nicht geringe, nämlich nicht zufällig bei ihm engagierte Anzahl namhafter Quartettmusiker angestellt. Levin brachte die Namen aus dem Umfeld der europäischen Emigration und dem Kolisch Quartett.

Das musikalische Beispiel höchsten Lobes aus dem Munde von Walter Levin war dann der letzte Satz aus dem op. 135 von Beethoven.

Wenn Bernstein das op. 131 machte, wird er von der Vergangenheit wohl vorgeprägt sein.

Freundlich
Albus

John Doe

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28

Dienstag, 4. August 2009, 15:53

Schuberts Winterreise von Zender

Hallo fxp,

die Zenderfassung von Schuberts Winterreise liegt auch schon in einer zweiten Einspielung Pregarien als Solisten und dem Klangforum Wien unter der Leitung von Cambreling vor:



Ich persönlich kenne diese Aufnahme nicht, sehe sie aber als Zeichen dafür, dass sich diese Zenderfassung wohl durchsetzen wird.

Viele Grüße
John Doe

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29

Dienstag, 4. August 2009, 16:05

RE: Schuberts Winterreise von Zender

Zitat

Original von John Doe
Ich persönlich kenne diese Aufnahme nicht, sehe sie aber als Zeichen dafür, dass sich diese Zenderfassung wohl durchsetzen wird.

Heißt das jetzt, dass Du meinst, dass diese Aufnahme des Zender-Werkes sich gegenüber der anderen Aufnahme durchsetzen wird?
:D

Mir ist da etwas zu viel Schubert im Zender. Aber sicher nicht schlecht, das Ding.

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30

Dienstag, 4. August 2009, 16:29

Zitat

Original von Albus
Arturo Toscanini spielte in seinen Orchesterkonzerten regelmäßig (!) Streichquartette in Fassungen für Streichorchester. Es sei Toscanini ein Anliegen gewesen, diese Bereicherungen zu bringen; Mendelssohn, Brahms, Beethoven, Schubert, etc.


Die Motivation dürfte wohl auch gewesen sein, dem Publikum, das vielleicht weniger Kammerkonzerte besucht hätte, die Werke nahezubringen.

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Das musikalische Beispiel höchsten Lobes aus dem Munde von Walter Levin war dann der letzte Satz aus dem op. 135 von Beethoven.


Ich habe die beiden Mittelsätze von op.135 auf RCA GD 60267 Toscanin Collection Vo. 45 (sonst Ouverturen) in einer Studioaufnahme vom März 1938. Lt. Beiheft dirigierte er ebenfalls Auszüge aus op.59,3 und op.130 bei Konzerten.

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Wenn Bernstein das op. 131 machte, wird er von der Vergangenheit wohl vorgeprägt sein.


Ja, wobei das direkte Vorbild, wie oben schon erwähnt wurde, Mitropoulos gewesen ist, der in Boston op.131 bereits komplett vom Streichorchester hatte spielen lassen.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)