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Ulli

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1

Dienstag, 17. Mai 2005, 20:25

Klassik im Dreivierteltakt

Salut,

irgendwie fehlt hier noch der Thread über Tänze in der Klassischen Musik - hier ist er! Er beginnt mit Mozart -

welcher dem KV zufolge 218 Menuette, Deutsche Tänze und Landlerische komponierte. Allein in seinem letzten Lebensjahr 1791 schuf er 34 solcher "Kurzopern", wie ich sie nenne. Man sagt ihm nach, er habe sein Genie daran verschwendet... ich will es so sehen: er hat mindestens genauso viel Genie darein investiert, wie in seinen anderen Werken und das macht sie geradezu interessant und beliebt. Kompositionsanlass waren sicherlich eine Hand voll Taler und eine Reihe von Festivitäten, die sich gar nicht mehr alle rekonstruieren lassen. Jedenfalls erhielten einige dieser Tänze huldvolle Beinamen wie "Der Sieg vom Helden Coburg", "Il Trionfo delle Donne", "Das Donnerwetter", "Les filles malicieuses", "La Bataille", "Die Schlittenfahrt".

Wie stehen die Taminos und Taminas zu diesen Werken, "an denen Genie verschwendet wurde"? Ich höhre diese Kurzopern ganz gerne, da sie immer für eine Überraschung gut sind...

Andere Komponisten, andere Werke - da bin ich mir [fast] sicher...


Sans, souci
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Ulli

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2

Mittwoch, 18. Mai 2005, 22:23

RE: Klassik im Dreivierteltakt

Zitat

Original von Theophilus

Als Ulli in einem neuen Thread etwas über Mozart und Tänze faselte, kingelte etwas in meinem Gedächtnis. Ich ging also an den Plattenschrank (nein, nicht Kühlschrank!), und siehe da:

Wolfgang Amadeus Mozart
Complete Dances & Marches Vol. 1

Vienna Mozart Ensemble
Willi Boskovsky

Decca SXL 6131

Daraus gehört: Marsch in D-dur KV.215, 6 Deutsche Tänze KV.509 und 6 Kontertänze KV.462.

Ein etwas ungewohnter Mozart und in dieser Art ein Vorläufer von Schubert, der ja bekanntlich viele Deutsche Tänze und Ländler komponiert hat (allerdings mehr fürs Klavier).
Gleichwohl interessant und gut gespielt.


:D :D :D
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Alfred_Schmidt

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3

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:11

Hallo,

Für mich ist dieser Mozart nicht ungewöhnlich.

Mozart "Tänze und Märsche" erschienen Bei Decca.
Geplant waren 10 Folgen.
Es gab eine englische und eine deutsche Pressung, zudem mit verschiedenen Covern. Die Deutsche Pressung erschien soweit ich weiß
nur bis Folge 6 oder 7.

Gefällige Unterhaltungsmusik eben.

Mozart war ja ein Genussmensch, das sollt man nie vergessen.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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Ulli

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4

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:13

Zitat

Gefällige Unterhaltungsmusik eben.


Salut,

Du bist also auch der Meinung, Mozart habe hier sein Genie verschwendet? Ich sehe das nicht so...

sans, souci
Ulli

P.S. Die CME beinhaltet die komplette Boskowsky-Einspielung aus den Jahren 1964, 1965 und 1996 mit freundlicher Genehmigung der DECCA.
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Caesar73

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5

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:18

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Gefällige Unterhaltungsmusik eben.


Salut,

Du bist also auch der Meinung, Mozart habe hier sein Genie verschwendet? Ich sehe das nicht so...

sans, souci
Ulli


Lieber Ulli,

muß das ein Widerspruch sein? Auch gefällige Unterhaltungsmusik kann genial sein. :yes:

Grüße,

Christian :hello:
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Alfred_Schmidt

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6

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:20

Hallo Ulli,

Ich sehe das nicht als verschwendet.

Weil ich zu den Worten gefällig (das ja einst ein positives Attribut war) und Unterhaltung eine Durchaus positive Assozition habe.

Es wäre interessant ob sich Mozart als "Genie" sah.

Er wusste daß er gut war, ja sehr gut sogar, besser als die meisten vergleichbaren Komponisten - aber es war ihm auch klar, daß´Kozeluch und einige andere eine echte Konkurrenz darstellten.

Mozart konnte sich auch an simplen Dingen erfreuen, an derben Texten und billigen Späßen. Das macht in IMO nicht "kleiner"

Freundliche Grüße

aus Wien

Alfred

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Ulli

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7

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:23

Salut, Caesar,

hmmm - jetzt hast Du mich fast erwischt; aber eben nur fast. Natürlich hast Du im Prinzip Recht, wenn Du aber aufmerksam meine Beiträge über Mozart liest und gelesen hast, verstehst Du vielleicht meinen kleinen Widerstand - das Gesamtkunstwerk "Genie Mozart" wird von mir nochmals unterteilt in "normalen" Mozart [der natürlich auch genial ist] und "genialen" Mozart, wie z.B. sein Rondo a-moll KV 511. Das sind wieder [musikalische] Besonderheiten, die ich nicht erklären kann - wie Du es so schön im Mythos-Thread dargestellt hast!

Liebe Grüße
Ulli
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Caesar73

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8

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:30

Zitat

Original von Ulli
Salut, Caesar,

hmmm - jetzt hast Du mich fast erwischt; aber eben nur fast.


War doch einen Versuch wert, oder? :D :D Aber beim nächsten Mal schaffe ich es bestimmt. Versprochen! :yes: Ich verstehe aber grundsätzlich was Du meinst.

Vale, Christian
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Ulli

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9

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:36

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Mozart konnte sich auch an simplen Dingen erfreuen, an derben Texten und billigen Späßen. Das macht ihn IMO nicht "kleiner"


Salut,

Nein, ganz im Gegenteil, es macht ihn größer. Ich bin der Meinung, dass gerade dies der Unterschied zu anderen Komponisten seiner Zeit ist, der sein Genie ausmachte. Gerade die Freude am Simplen [Der Vogelfänger bin ich ja...], an derben Texten [LMAA-Kanon] und "billigen" [eigentlich extrem derben] Späßen [Musikalischer Spaß] - das ist doch das Genie, oder?

Mit dem Wort "gefällig" gehe ich mit Dir überein, bin aber hier im Forum noch nicht soweit, dies auch in historischem Sinne gefälligst einzusetzen.

Und gerade bei den Tänzen, die Mode waren - da konnte doch keiner der Zeitgenossen mithalten. Mozart's Zitate aus Opern [auch bissig, aus seinen eigenen], Schlittengeklirre, Vogelgezwitscher, Leierkästen... das hält bei Laune und ist auch noch musikalisch so integriert, als hätte es schon immer so sein müssen. Egal, ob die Besetzung dieser Tänze groß oder klein ist [nur Streicher], sie können einem mindestens so ans Herz wachsen, wie andere Werke. Komisch, dass ich mich manchmal schäme, "soetwas" anzuhören - und das, obwohl niemand da ist, der mich dabei beobachtet...

Aber es soll ja in diesem Thread nicht um Mozarts Genie gehen, ja eingentlich nicht einmal prioritär um Mozart, sondern um die Musikform des Tanzes - vielleicht, ja vielleicht - habe ich es etwas unglücklich ausgedrückt :D

Natürlich sind auch Besprechungen zu Schubert- und Strauss-Walzern und mir unbekannten Meistern des Tanzes willkommen! Ballette werden bereits woanders besprochen, soweit ich weiß und gehören nicht in die "Schublade" Gesellschaftstanz... Der Titel zu diesem Thread sollte auf das Gesellige anspielen...

In diesem Sinne: Schreibt gefälligst was [gefälliges]!
dero, Ulli
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10

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:40

Zitat

War doch einen Versuch wert, oder? Aber beim nächsten Mal schaffe ich es bestimmt. Versprochen! Ich verstehe aber grundsätzlich was Du meinst.


...venitur, videtur, ...
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11

Donnerstag, 19. Mai 2005, 13:12

Salut,

was ist zum Beispiel mit der Tritsch-Tratsch-Polka, offenbare Namensspenderin für unsere "Spielwiese"... ?(

bien cordialement
Ulli
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petemonova

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12

Donnerstag, 19. Mai 2005, 13:18

Sehr gute Kritiken las ich über die letzten beiden Aufnahmen der Wiener Neujahrskonzerte.
Dieses Jahr mit Lorin Maazel am Pult, der gelegentlich auch selber zum Instrument griff:



Und im letzten Jahr mit Riccardo Muti:



Hier findet man natürlich "Unmengen" Klassik im Dreivierteltakt.

@Ulli: Die Tritsch-Tratsch-Polka gehört leider nicht in diesen Thread, da sie "nur" im Zweivierteltakt steht. ;)


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Theophilus

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13

Donnerstag, 19. Mai 2005, 13:21

Hallo Alfred

Zitat

Für mich ist dieser Mozart nicht ungewöhnlich.

Das habe ich bei dir auch nicht angenommen. Aber wer kennt schon diese Art Kompositionen von Mozart? Sehr wenige, wie ich meine. Mozart und Tanz - da denkt man als erstes an den Tanz in Figaros Hochzeit und an "Es klinget so herrlich...". Aber dass er ein ganz ansprechendes Repertoire davon komponiert hat, ist eher unbekannt. Dabei scheint das damals in Wien ohnehin jeder Komponist auch gemacht zu haben...

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Ulli

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14

Donnerstag, 19. Mai 2005, 13:31

Zitat

Dabei scheint das damals in Wien ohnehin jeder Komponist auch gemacht zu haben...


Salut,

nicht nur in Wien - eigentlich war das an jedem Hofe üblich. Aber die Unterschiede zeigen wieder einmal deutlich, wer hier Spitzenreiter ist...

@petemonova: Wie findest Du die von Dir empfohlene Musikrichtung? Bzw. wie würdest Du sie ienordnen?

bc
Ulli
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15

Sonntag, 4. November 2007, 10:07



Joseph Lanner[1801-1843]
Wiener Tanzmusik

Ensemble Wien

In dieser Besetzung wird diese Musik für mich zum Kunstwerk! :jubel: :jubel: :jubel:

Gespielt werden Walzer, Galoppe und Polkas - darunter Die Neapolitaner op. 107, Tourbillon-Galoppe op. 142a, Paradies Soirée Walzer op. 52 und vieles mehr.

Das Ensemble Wien setzt sich aus Paul Guggenberger [Violine], Tibor Kovác [Violine], Peter Götzel [Violine/Viola] und Josef Pitzek [Kontrabaß] zusammen.

Passt zu diesem sonnigen Herbsstage! :]

Viele Grüße
Ulli
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16

Mittwoch, 30. April 2008, 18:41

Hallo!

Durch meine Eroicahabgier bin ich zu Beethovens WoO 14 [12 Deutsche Tänze] wie die Jungfrau zum Kinde gekommen... :rolleyes:

Zunächst wartete Dausgaard mit seiner "Eroica"-Ausgabe mit diesen eher unbekannten Tänzen Beethovens auf, welche die Sinfonie auf beglückende Weise ergänzen.



Swedish Chamber Orchestra Örebro
Thomas Dausgaard

Die Tänze wurden zwischen den Jahren 1791 und 1801 [lt. DG-Werkkatalog 1970] komponiert und 1802 im Druck herausgegeben. Anstelle der von Dausgaard gebotenen "Leonore Prohaska" WoO 96 und der beiden Violin-Romanzen präsentiert Andrew Manze mit dem Finale aus der Ballettmusik "Die Geschöpfe des Prometheus" ein weiteres "Eroica"-Thema:



Helsingborg SO
Andrew Manze

Auch hier sind die 12 Deutschen Tänze WoO 14 enthalten. Interessant ist, daß das verwendete Schlagzeug bei Manze ganz anders klingt, als bei Dausgaard.

Ist jedenfalls mal etwas ganz anderes, als dieser "mürrische" Beethoven!

:hello:

Ulli
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17

Mittwoch, 30. April 2008, 18:56

Und auch in diesen Thread gehören natürlich die klingonischen, konfusen, königlichen, katholischen, karolingischen, konzentrierten, ketzerischen, kindischen, kurdischen, kleinen, klingenden, köstlichen, korinthischen, korrupten, kuscheligen, kernigen, künstlichen, karibischen, kalten, kostspieligen, kämpferischen, kunstvollen, kaltblütigen, klirrenden, kullernden, kameradschaftlichen, karierten, kinderlosen, kohlendioxidhaltigen, klassischen, klugen, kläglichen, kostbaren, kriegerischen, kurzen, kaiserlichen, knusprigen, katzenartigen, kindlichen, kleinlauten, kolossalen, komplizierten, korrekten, kenntnisreichen, kerzengeraden, kirschroten, kopfschüttelnden, kühnen, knochigen, klumpenfreien, klimpernden, knorrigen, klebrigen, kalifornischen, kugelrunden, kupfernen, kurzärmligen, kümmerlichen, kaltblütigen, kostenlosen, kristallhellen, krummbeinigen, kreisförmigen, kongruenten, konsistenten, kritischen, kurzgrasigen, kaffeedürstenden, kaufmännischen, kriminellen und komischen

Ländler des Schubertschen Franzls dran:



Karl Betz.

:jubel: :jubel: :jubel:

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Mittwoch, 20. August 2008, 15:08

Lange habe ich nach klassischer Tanzmusik im Streichquartettformat gesucht. Jetzt auch noch HIP und von den festetics gespielt gefunden:



Márk Rózsavölgyi [1789-1848]
Ballroom Dances

Quatour festetics dance combo


Der Komponist und Geigenvirtuose wurde 1789 als Mark Rosent(h)al in Balassagyarmat geboren. Da er Jude war, verweigerte man zunächst die Magyarisierung seines Familiennamens, was aber 1846 nachgeholt wurde. Seit 1824 aber durfte er bereits mit dem Künstlernamen Rózsavölgyi auftreten, was wohl einen Kompromiss darstellte. Der Künstlername mußte jedoch offiziell während einer Sitzung des amtierenden Musikkomitées verliehen werden. Einige seiner vor 1824 entstandenen Kompositionen sind daher noch unter seinem deutschen Namen Rosent(h)al veröffentlich worden. Übrigens verfasste der Komponist 1834 eine Autobiografie in deutscher Sprache.

Neben zwei Bühnenwerken, darunter Die Schatzsucher von Visegrád [im Original: Visegrádi kincskeresök, 1839] komponierte Rózsavölgyi u.a. auch Streichquartette [darunter Nógradi emlèk, zu deutsch: Erinnerungen an Nográd], Konzertstücke für Violine mit Orchesterbegleitung, hauptsächlich aber wohl Tanzmusik, von welcher diese Einspielung einen hervorragenden Ausschnitt bietet. Neben Mazurken, Polonaisen und natürlich ungarischen Tänzen [Csárdás] sind viele kleinere Tanzwerke enthalten, welche der Komponist liebevoll dem Anlaß entsprechend mit z.B. Gruß! auf den Besuch von Franz Liszt [1846] oder Laß hören! als Gruß an Ferenc Erkel betitelte. Viele Stücke sind auch nach dem politischen Anlaß oder Namens- und anderen Feiertagen betitelt. Der Komponist starb am 27.01.1848 in Pest.


Márk Rózsavölgyi [1789-1848]


Die Quartettfassung der eingepsielten Tänze, die ich nach heutigen Maßstäben als typische Caféhausmusik qualifizieren würde, sind nach Angaben der Bookletautoren im Original überliefert. Vereinzelt wurden sie wohl seinerzeit auch für Klavier oder andere Instrumente bzw. Instrumentenkombinationen herausgegeben. Neben solchen Tänzen, die ich á la Brahms als "typische Ungarische" einordnen würde, enthält die CD auch paganinisch-hochvirtuoses Geigengefitzel, Zigeunerisches sowie Wienerischen Schmalz. "Schmalz" kommt von Dahinschmelzen - und das tue ich hier mit Wonne!

:lips:

Ulli
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