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Maik

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1

Donnerstag, 5. Januar 2006, 22:52

Talich Quartet

Hallo Kammermusik-Freunde!

Angeregt durch Pius' Anfrage und Cosimas Reaktion in Sachen Talich Quartet mit Debussy und Ravel, starte ich diesen Thread.

Seit Jahren gehört das Talich Quartet zur Weltelite.
Gegründet wurde es 1964 von Jan Talich, benannt aber nach dem ehemaligen Dirigenten der Tschechischen Philharmonie Vaclav Talich.


Es gibt absolut empfehlenswerte Aufnahmen dieses Ensembles.
Preislich sind die Aufnahmen niedrig angesetzt, wodurch man schneller zum Kauf geneigt ist. Aber was ist wirklich empfehlenswert? Wovon ist eher abzuraten?

Nennt eure Favoriten und selbstverständlich das Gegenteil. Denn auch ich hatte vor, noch die ein oder andere Aufnahme mit ihnen zu kaufen...

Aufnahmen die ich besitze stelle ich dann auch noch vor. Wobei ich denke, dass diese zu den besten gehören...und somit schon vorher genannt werden :yes:


Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Cosima

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2

Donnerstag, 5. Januar 2006, 23:01

Hallo Maik,

meine Meinung, in aller Kürze (das Bett ruft): Dvorák und Smetana – ja; Debussy und Ravel – nein.

Mehr kenne ich von den Talichs nicht.

Gruß & gute Nacht, Cosima :angel:

pianoflo

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3

Donnerstag, 5. Januar 2006, 23:43

Ich kenne nur eine Cd von den Talichs, die mich aber durchaus überzeugt:

Die beiden Streichquartette von Janacek, gekoppelt mit einem Werk für Klavierquintett, "Sur un sentier broussailleux", wobei sie von Radoslav Kvapil unterstützt werden.

Sehr interessante Musik, sehr schön interpretiert.

Gruß, flo
"Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik"

Wise Guys 2000

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4

Donnerstag, 5. Januar 2006, 23:48

Empefehlungen: Dvorak und besonders Mendelssohn. Zwar sind hier in der letzten Zeit einige weitere vermutlich sehr gute Aufnahmen rausgekommen, so dass man hoffen kann, dass diese Werke endlich bekannter werden, aber die Talich-Aufnahme ist wirklich sehr gut und dazu inzwischen sehr preiswert. Noch nicht richtig gehört, schon gar nicht vergleichsweise habe ich die ebenfalls hochgelobten Quintette von Mozart. Vor langer Zeit gehört und eher enttäuscht (die Aufnahmen sind auch deutlich älter ca. 30 Jahre) war ich von einer CD mit Beethovenquartetten. Die genannte Janacek-CD habe ich auch, aber die Musik ist mir nicht vertraut genug, um die wirklich zu beurteilen

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
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(Bob Dylan)

Maik

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5

Freitag, 6. Januar 2006, 08:34

Hallo,

natürlich sind meine Empfehlungen auch die Dvorák Aufnahmen. Diese werden auch in Kritiken gelobt und dem kann man sich nur anschließen.

Mehr habe ich von den Talichs zwar nicht, aber Anschaffungen waren insbesondere bei den anderen Tschechen geplant. Schön das auch diese zu empfehlen sind.

Welche Aufnahmen mich auch noch interessieren, wären die mit Borodin und Brahms. Kennt diese vielleicht auch jemand und kann etwas zu ihnen sagen?


Vielen Dank und Gruß, Maik
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Sirach 32, 7

Pius

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6

Samstag, 7. Januar 2006, 22:03

Hallo, Maik!

Auf die Idee für diesen thread bin ich auch schon gekommen, aber Du warst schneller...

Ich habe vier CDs mit dem Talich-Quartet.

Unverzichtbare Aufnahmen sind für mich:
und

Sehr gut ist:


Nicht sehr erwärmen kann ich mich für:


Und die Debussy-CD wurde mir kürzlich ausgeredet...

Viele Grüße,
Pius.

Maik

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7

Donnerstag, 12. Januar 2006, 21:14

Hallo allerseits,

noch einmal ein kleiner Appell meinerseits.
Kennt jemand die Borodin und Brahms Einspielung mit dem Talich Quartet?

Und dann bin ich eben über diese CD gestolpert, die mir vorher gänzlich unbekannt war:



Schönbergs Streichsextett Verklärte Nacht und auch Dvoráks Streichsextett op.48.
Zunächst ist mir Dvorák gar nicht aufgefallen. Ich hatte nur Augen für Schönberg und dachte mir, mit der CD könntest du ja mal einen Versuch mit Schönberg starten (okay, ich habe schon mal irgendetwas von ihm im Schulunterricht gehört und war nicht sonderlich angetan, aber richtig erinnern kann ich mich nicht mehr...).
Nun, das auch noch Dvoráks Streichsextett dabei ist, ist ein erfreulicher Bonus!

Kennt diese CD jemand?


Gruß, Maik
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Sirach 32, 7

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8

Donnerstag, 12. Januar 2006, 21:41

Zitat

Original von Maik
noch einmal ein kleiner Appell meinerseits.
Kennt jemand die Borodin und Brahms Einspielung mit dem Talich Quartet?


Nö. Aber ich rate die Brahms-Quartette erstmal auszuleihen; das sind ziemlich herbe, nicht sehr zugängliche Werke. Ohne künstliche Hürden aufbauen zu wollen, würde mich wundern, wenn Dir die auf Anhieb gefallen, selbst wenn Du mit seinen Sinfonien und Konzerten vertraut bist. Lieber zuerst seine Sextette! :jubel:
Eine sehr gute Aufnahme der Brahms-Quartette ist die ältere mit dem ABQ (Teldec), auch preiswert:



Zitat




Schönbergs Streichsextett Verklärte Nacht und auch Dvoráks Streichsextett op.48.
Kennt diese CD jemand?


Nö, aber klingt attraktiv (ich kenne das Dvorak-Sextett nicht). "Verklärte Nacht" klingt nicht wie Dvorak und nur bedingt wie Schönberg, eher wie Wagner (besonders in der Version f. Streichorchester). Dennoch ein sehr schönes Werk (kürzlich erst wieder gehört, auf der Suche nach #3 des Rätsels).

viele Grüße

JR
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Maik

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9

Donnerstag, 12. Januar 2006, 21:50

Hallo Johannes,

den Rat nehme ich mir mal zu Herzen und schaue mich nach Brahms Sextette um :)


Das Dvorák Streichsextett ist ein ganz tolles (da fällt mir ein, dass ich vor Monaten dazu einen Thread starten wollte :rolleyes: hole ich demnächst nach...) und ich empfehle dir es kennen zu lernen :D
Vielliecht läuft mir die CD ja bei Dussmann über den Weg, wenn Peter und ich dort hingehen...
Zu Schönberg: Ist es ein schweres Werk? (Im Sinn von schwer zugänglich und verdaulich - ich weiß, sehr subjektive Sichtweise.)


Gruß, Maik
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Sirach 32, 7

C.Huth

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10

Donnerstag, 12. Januar 2006, 21:57

Zitat

Original von Maik
Zu Schönberg: Ist es ein schweres Werk? (Im Sinn von schwer zugänglich und verdaulich


Einfache Antwort? Nein ;)

Beste Grüsse,

C.
Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

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11

Donnerstag, 12. Januar 2006, 22:15

Zitat

Original von Maik
Das Dvorák Streichsextett ist ein ganz tolles (da fällt mir ein, dass ich vor Monaten dazu einen Thread starten wollte :rolleyes: hole ich demnächst nach...) und ich empfehle dir es kennen zu lernen :D


Werde ich tun!

Zitat


Zu Schönberg: Ist es ein schweres Werk? (Im Sinn von schwer zugänglich und verdaulich - ich weiß, sehr subjektive Sichtweise.)


Das kommt drauf an. Es ist rein vom Klang her nicht sperrig (wenn man z.B. das Tristan-Vorspiel mal gehört hat ohne Ohrenschmerzen zu kriegen), aber es sind über 20 Minuten Musik ohne leicht erkennbare (Satz)struktur, ein bißchen wie eine spätromantische sinfonische Dichtung. Das "Programm" ist ein (IMO ziemlich unerträgliches) Gedicht von Richard Dehmel, in dem ein Liebespaar durch den mondbeschienenen nächtlichen Wald spaziert, die Frau dem Mann gesteht, dass sie ein Kind von einem anderen erwartet und er ihr verzeiht :rolleyes: Die Musik ist hochexpressiv spätestromantisch, vergleichbar mit den Klangbeispielen, die Radagast für das Zemlinsky-Q. gegeben hat (der ominöse 03.12.).
Vom "Sinnlichkeitsfaktor" vermutlich eher zugänglicher als ein Brahms-Quartett...

viele Grüße

JR
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Alfred_Schmidt

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12

Montag, 30. Januar 2006, 01:15

Hallo

Ich habe zumindest 6-9 CDs mit dem Talich Quartett, jede einzelen überzerugt mich - musikalisch und aufnahmetechnisch. Ein Genuss

LG

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

JuergenB

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13

Dienstag, 3. Oktober 2006, 16:23

Hallo,

keiner hat erwähnt, dass das Talich Quartett zwischenzeitlich seine Mitglieder ausgetauscht hat:

bis 1998:

Petr Messiereur
Vladimir Bukac
Jan Talich sen.
Evzen Rattay

ab 1998:

Jan Talich jun.
Petr Macecek
Vladimir Bukac
Petr Prause

Die bekannteren Aufnahmen sind die mit den alten Mitgliedern, die sehr homogen und verinnerlicht klingen, besonders in ihren Beethoven-Aufnahmen. Für mich klingt das neue Quartett völlig anders, es ist eher dominiert vom Primarius Jan Talich jun.

Calliope gibt sich nicht viel Mühe, die beiden auseindanderzuhalten. Für mich war es vor ein paar Jahren eine überraschung, im Konzert nicht die Musiker wiederzufinden, die ich von den CDs kannte.

Beste Grüsse,

Jürgen

Pius

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14

Dienstag, 3. Oktober 2006, 17:16

Hallo, Jürgen!

Zitat

Original von JuergenB
keiner hat erwähnt, dass das Talich Quartett zwischenzeitlich seine Mitglieder ausgetauscht hat:


Ja, das ist schon wichtig zu wissen...

Zitat

Calliope gibt sich nicht viel Mühe, die beiden auseindanderzuhalten.


Na ja, auf den CDs mit der neuen Besetzung (deren Mendelssohn-Einspielungen sind übrigens m.E. auch auf hohem Niveau) sieht man die Fotos der vier Musiker auf dem Cover -



bei den Aufnahmen des alten Ensembles sieht man nur eine Karrikatur:



Viele Grüße,
Pius.

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15

Dienstag, 3. Oktober 2006, 17:49

Besetzungsänderung sind nun auch nichts so ungewöhnliches, wobei Quartette dennoch meist ihren Namen behalten. Auf das Juilliard-Q. wurde ja schon hingewiesen (wobei hier immerhin der Primarius fast 50 Jahre konstant blieb). Das Petersen-Quartett spielt die längste Zeit seines Bestehens ohne Ulrike Petersen und hat auch schon 2. Geiger und Cellisten ausgetauscht, aus der allerersten Besetzung ist nur noch der Bratscher Friedemann Weigle dabei. Auch das Tokyo SQ hat inzwischen AFAIK eine andere Besetzung als in den 70ern.

viele Grüße

JR
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(Bob Dylan)

Theophilus

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16

Dienstag, 3. Oktober 2006, 18:42

Zitat

Auch das Tokyo SQ hat inzwischen AFAIK eine andere Besetzung als in den 70ern.

Die haben schon dreimal einen Spieler gewechselt. Auch das ABQ hat schon zwei Wechsel hinter sich (wobei der letzte wohl noch keinen Niederschlag in Plattenaufnahmen gefunden hat).

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

MStauch

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17

Dienstag, 3. Oktober 2006, 19:03

Da noch nicht genannt:



Dies ist für mich eine der Spitzenaufnahme mit dem Talich-Quartett, die ich in der Tat häufig höre. Nur mein Cover ist etwas älter und anders als hier. Ein sehr guter Zugang zu Janacek.

Mit besten Grüßen

Matthias
Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.

JuergenB

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18

Mittwoch, 4. Oktober 2006, 09:38

Zitat

Original von Johannes Roehl
Besetzungsänderung sind nun auch nichts so ungewöhnliches, wobei Quartette dennoch meist ihren Namen behalten. Auf das Juilliard-Q. wurde ja schon hingewiesen (wobei hier immerhin der Primarius fast 50 Jahre konstant blieb).


Besetzungswechsel kommen in der Tat öfter vor. Z.B in der Beethoven-Gesamtaufnahme der Juillards aus den 60ern kann ich keine Brüche hören, obwohl teile der Mannschaft wechseln. Beim Talich-Quartett ist der Fall etwas anders gelagert, da es sich für mein Ohr um zwei klar verschiedene Quartette mit unterschiedlicher Spielweise handelt.

Beste Grüsse,

Jürgen

ThomasNorderstedt

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19

Donnerstag, 29. Mai 2008, 07:15

Es gibt auch eine Box, die man ggf. in Erwägung ziehen sollte:



Zu den beiden Aufnahmen des Janacek-Quartetts (die mit dem weißen Cover ist die alte aus den Achtzigern, die mit dem roten die neue) habe ich bei Gramophone gelesen, dass sie sich erheblich unterscheiden. Die alte Aufnahme warm und klagschön, leider nicht so gut aufgenommen, die neue moderner im Sinne von expressiver.

In der Box dürfte die alte Aufnahme enthalten sein.

20

Donnerstag, 29. Mai 2008, 08:33

Mozarts Streichquintette

Das Talich-Quartett schätze ich sehr und beziehe es immer als eine höchstwahrscheinliche Alternative bei der Auswahl von Quartett-Aufnahmen mit ein, aber auch bei anderen Streicherkonstellationen. So finde ich die von Johannes schon kurz erwähnte Gesamtaufnahme der Streichquintette von W. A. Mozart, die das Talich-Quartett 1995 bei Calliope vorgelegt hat,

überaus bemerkenswert.

Das Quartett spielt in der bereits modifizierten Gründungsbesetzung mit Petr Messiereur und Jan Kvapil, Violinen, und Evzen Rattay, Cello, sowie Vladimir Bukac (seit 1993 anstelle von Jan Talich sen.) an der Bratsche, ergänzt durch den Bratscher Karel Rehak als fünftem Mann. Der Austausch der Quartettmitglieder erfolgte zwischen 1993 und 1998 sukzessive, Vladimir Bukac war der erste Neueintritt.

Die makellos, wenn auch unHIP spielenden Musiker arbeiten die Quintette sehr schön aus, jeder Stimme das ihr eigene Gewicht verleihend, eine großartige kammermusikalische Leistung. Die Musiker zelebrieren einen - vielleicht typisch - böhmischen Mozartton, das ist höchst reizvoll.

Auch nachdem ich inzwischen verschiedene Vergleichsmöglichkeiten hörte, empfinde ich diese Einspielung als vorbildlich, für mich die Referenz für diese Streichquintette. Von der ebenfalls enthaltenen Einspielung von Mozarts Klarinettenquintett kann ich das leider nicht sagen; an dieser wenig frohen Bewertung haben aber nicht die Talichs wesentlichen Anteil, sondern der Klarinettist.

Liebe Grüße, Ulrich

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21

Mittwoch, 4. Juni 2008, 02:30

RE: Mozarts Streichquintette

Zitat

Original von Ulrich Kudoweh
Die makellos, wenn auch unHIP spielenden Musiker arbeiten die Quintette sehr schön aus, jeder Stimme das ihr eigene Gewicht verleihend, eine großartige kammermusikalische Leistung.


Die Aufnahme mit den Quintetten habe ich zwar noch nicht gehört, aber diese Charakterisierung kann ich nur unterstreichen. Bislang habe ich Mozarts Haydn-Quartette und frühe und späte Streichquartette von Mendelssohn von ihnen gehört. In allen Fällen fällt mir die Deutlichkeit aller Stimmen auf, bei relativ homogenem Gesamtklang.
Ein Teil dieses Eindrucks mag auf das Aufnahmekonzept von Calliope zurück. Aber diese Durchhörbarkeit ist selten und sicher auch eine Leistung des Ensembles.

Bislang scheinen mir die Talichs eine sichere Bank zu sein.

Viele Grüße

:hello:
Das ist eben die Eigenschaft der ächten Schönheit, daß man sich ganz in sie hinein stürzt, und das persönliche Bewußtsein darüber einbüßt. (L. Tieck)