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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Misha

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Beiträge: 1 063

Registrierungsdatum: 16. März 2005

1

Montag, 2. Oktober 2006, 12:03

Flops bei Richard Wagner

In Fortsetzung meiner threads mit "leichten" Themen für Wagnerianer und solche, die es werden wollen, heute folgende Frage:

Was ist dem "unerreichten weltberühmten und erhabenen Meister der Dicht- und Tonkunst" - eine gewisse grundsätzliche Wertschätzung setze ich voraus - misslungen?

Gefragt ist hier sowohl nach der Musik als auch nach Handlungsentwurf, Text usw.

Mein "Favorit" (musikalisch):

Das blechern pompös dröhnende Vorspiel zum 3. Akt Lohengrin. Passt für jeden Reichsparteitag :untertauch:
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

Blackadder

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Registrierungsdatum: 24. März 2006

2

Montag, 2. Oktober 2006, 12:15

Zitat

eine gewisse grundsätzliche Wertschätzung setze ich voraus


Chapeau, diese Finesse läßt mich wie weiland Rumpelstilzchen im Erdboden versinken und hält mir meinen Mund zu :wacky:
[COLOR=darkred]Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig[/COLOR]

Theophilus

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3

Montag, 2. Oktober 2006, 13:12

RE: Flops bei Richard Wagner

Zitat

Original von Misha
Das blechern pompös dröhnende Vorspiel zum 3. Akt Lohengrin. Passt für jeden Reichsparteitag :untertauch:

Was kann das arme, so herrlich jubelnde Vorspiel dafür, dass später Reichsparteitage erfunden wurden?

Ich persönlich vermeide den Walkürenritt; so gut es halt geht...
Damit will ich aber gar nicht sagen, dass er misslungen sei. Ich habe mich lediglich daran sattgehört (oder wie immer man das auch benennen könnte).

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

4

Montag, 2. Oktober 2006, 15:41

Der "Festmarsch zum Jubiläum der vereinigten Staaten von Nordamerika"...er hilet ihn deswegen für sein bestes Werk, weil er mit keinem anderen soviel verdient hat!

Edwin Baumgartner

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Beiträge: 5 599

Registrierungsdatum: 17. Dezember 2005

5

Montag, 2. Oktober 2006, 16:24

Na ja, aber so schlecht ist das Märschlein doch gar nicht! Man darf's nur nicht mit Wagner auf Normalniveau vergleichen, sondern sollte das Niveau von Gelegenheitsmusiken und Anlaß-Märschen aus dieser Zeit als Maßstab nehmen.

Meiner Meinung nach ist Wagner einmal etwas wirklich daneben gegangen, nämlich der Erste Akt "Götterdämmerung" exklusive der fabelhaften Nornen und der ersten Brünnhild-Siegfried-Szene, also bis zur "Rheinfahrt".
Aber schon die ist etwas banal. Und was danach kommt, ist IMO eine Anhäufung von pathetischen Rezitativen, ohne daß sich daraus eine Steigerung ergeben würde.

Das Werk, das ich überhaupt nicht mag (ohne zu sagen, daß es danebengegangen ist, ich habe nur keine Sympathien dafür), ist der "Lohengrin", eine endlose Vierviertelmusik, die bezüglich ihrer Verwendung bei NS-Reichstagen nur in einem Punkt schuldig ist: Nämlich einen so primitiven Militarismus und eine derart widerliche Kriegslüsternheit zu untermalen, daß sie der braunen Bande entgegenkam.

:hello:
...

faun

Profi

  • »faun« ist männlich

Beiträge: 342

Registrierungsdatum: 11. August 2005

6

Montag, 2. Oktober 2006, 20:04

ich möchte hier seine symphonie erwähnen. die ist, für mich,
überhaupt nicht hörens- oder aufführenswert. ich habe sie bisher
zweimal komplett im radio gehört.

faun
die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

Charles_Swann

Anfänger

  • »Charles_Swann« ist männlich

Beiträge: 12

Registrierungsdatum: 2. Oktober 2006

7

Montag, 2. Oktober 2006, 21:54

Bei Lohengrin stören mich die diversen Männerchöre ("Für deutsches Land das deutsche Schwert" etc.) Bei denen versuche ich meistens wegzuhören. Der Rest der Oper enthält aber meiner Ansicht nach schon Stellen, die zum lyrisch schönsten gehören, was Wagner geschrieben hat (v.a. in der Partie der Elsa)

:hello:

Siegfried

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Beiträge: 4 708

Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

8

Dienstag, 3. Oktober 2006, 17:54

Ortruds Gekeife sowohl mit Telramund als auch mit Elsa finde ich mit am verzichtbarsten bei der Schwanenritter-Saga. ;(
Freundliche Grüße Siegfried

uhlmann

Schüler

  • »uhlmann« ist männlich

Beiträge: 157

Registrierungsdatum: 14. Dezember 2005

9

Dienstag, 3. Oktober 2006, 18:44

Zitat

Ortruds Gekeife sowohl mit Telramund als auch mit Elsa finde ich mit am verzichtbarsten bei der Schwanenritter-Saga.


ich finde gerade ortrud ist ein v.a. musikalisch extrem gelungener part. gesungen z.b. von astrid varnay oder margarete klose - da geht nix drüber. wenn "der rache werk" beschworen wird, krieg ich fast immer eine gänsehaut.

nerviger sind für mich die klassischen "ohrwürmer": ganz extrem lohengrin 3.akt (daaa-dam-da-dam), etwas weniger der walkürenritt.

greetings, uhlmann

GiselherHH

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Beiträge: 1 881

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

10

Dienstag, 3. Oktober 2006, 19:21

Zitat

Original von uhlmann
ich finde gerade ortrud ist ein v.a. musikalisch extrem gelungener part. gesungen z.b. (...) margarete klose - da geht nix drüber.


Vor allen Dingen in dem technisch unzulänglichen Live-Ausschnitt aus einer Aufführung der Wiener Staatsoper von 1933. Wie sie da ihr "Entweih´te Götter" voll loderndem Hass herauspeitscht, ist wirklich atemberaubend. Als ob ihr Flammen aus dem Mund schiessen würden...

:hello:

GiselherHH
"Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."

(Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • »richard logiewa« ist männlich

Beiträge: 156

Registrierungsdatum: 8. Dezember 2005

11

Dienstag, 3. Oktober 2006, 20:37

Richard Wagners Klavierwerke sind nicht wirklich der Renner, aber man muss ehrlich sagen, dass die auch keiner spielt....
zudem gings da wahrscheinlich ums Geld verdienen oder um sich bei diversen Damen gut zu stellen, was die vielen Albumblätter für sämtliche Damen zeigen.

vitelozzo-tamare

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Beiträge: 232

Registrierungsdatum: 7. Mai 2006

12

Montag, 9. Oktober 2006, 15:52

Bei den bekannten Wagner-Werken habe ich nur in zwei Fällen regelmäßig das Bedürfnis auf die Uhr zu schauen:

- die Schlussszene des 1. Aktes der Götterdämmerung und
- die Schlusszene von Siegfried

Ich halte das für eine sehr subjektive Meinung und kann jeden verstehen, der gerade diese beiden Szenen zu seinen Favoriten zählt.

Ein gewisses Kopfschütteln verursacht bei mir Die Feen, da gibts wirklich viel banale Musik und einige geradezu lächerliche Textstellen (Wagner war ja Dichter-Komponist).

Gruß aus Lübeck
Dieter

  • »Christian H.« ist männlich

Beiträge: 109

Registrierungsdatum: 7. Juli 2005

13

Donnerstag, 12. Oktober 2006, 18:00

Das Liebesmahl der Apostel...

... für Männerchor und Orchester, nannte der englische Schriftsteller Arnold Bennett "drittklassig grandios" und hat damit, wie ich finde, so unrecht nicht.

Gruß
Christian

Johannes_Krakhofer

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Beiträge: 3 419

Registrierungsdatum: 24. Februar 2005

14

Freitag, 6. April 2007, 15:03

Hallo!!

Ich weiß jetzt hassen mich gleich alle, aber ich lasse den ganzen Ring links liegen!

Tannhäuser, Lohengrin, Tristan, Meistersinger, Parsifal, Holländer sind mir viel lieber, weil ich mit den Personen der Handlung viel mehr anfangen kann. Der Ring ist mir einfach ZU komplex!

LG joschi
Den Mozart und den Wagner hör´ich gerne, wenn ich jausen
nur beim Herrn Stockhausen kriegt mein Hamster Ohrensausen

(Erste Allgemeine Verunsicherung)

Ines Kluwe

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Beiträge: 238

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

15

Freitag, 6. April 2007, 15:56

Besonders gelungen (achtung, Ironie) war auch sein Versuch
in "Melodie Francaise" um Zugang in die Pariser Salons
zu bekommen, er vertonte ein Gedicht von Victor Hugo (l'attente),
doch gefiel das wohl den Parisern nicht wirklich. Ich finde es
aber ganz witzig.


Liebe Grüsse von LaCastafiore

  • »Diabolus in Opera« ist männlich
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Beiträge: 452

Registrierungsdatum: 17. Oktober 2007

16

Freitag, 16. Mai 2008, 22:21

Zitat

Original von faun
ich möchte hier seine symphonie erwähnen. die ist, für mich,
überhaupt nicht hörens- oder aufführenswert. ich habe sie bisher
zweimal komplett im radio gehört.

faun


Falls hier von der C-Dur-Symphonie die Rede ist (es gibt ja anscheinend noch eine in E-Dur), kann ich nicht zustimmen. Zumindest den zweiten Satz finde ich mit seinem sehr schönen Motiv auf jeden FAll hörenswert.

Eine der langweiligsten Sachen von Wagner finde ich hingegen das Mime/Wanderer-Ratespiel im "Siegrfried", obwohl ich ja gerade den "Ring" so liebe ... gähhhhhhhhhhhhn!

:hello: Florian

miguel54

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Registrierungsdatum: 12. September 2007

17

Samstag, 17. Mai 2008, 13:39

Zitat

Original von richard logiewa
Richard Wagners Klavierwerke sind nicht wirklich der Renner, aber man muss ehrlich sagen, dass die auch keiner spielt....
zudem gings da wahrscheinlich ums Geld verdienen oder um sich bei diversen Damen gut zu stellen, was die vielen Albumblätter für sämtliche Damen zeigen.


Über die Motive zur Komposition weiß ich nichts - aber wer sie hören möchte:

Thomas Lorango hat 1991 für Newport Classics die "Grösse"-Sonate, die fis-moll Fantasie, das Albumblatt für Frau Betty Schott und die Sonate für das Album von Frau M.W. eingespielt.



Bei amazon.com gebraucht billig zu haben.

Letztes Stück findet sich auch auf einer sehr empfehlenswerten CD von Thomas Hitzlberger mit einem Liszt-Wagner-Programm:



[Klaviersonate h-moll
+Klaviersonate h-moll (ursprünglicher Schluss);
Am Grabe Richard Wagners;
Die Trauer-Gondel;
R. W-Venezia (Lento assai)
Wagner / Liszt: Isoldens Liebestod
Wagner: Eine Sonate für das Album von Frau M. W. (Mathilde Wesendonck)]

Vom Hocker gerissen haben micht diese Stücke nicht - obwohl ich sehr auf Schumann, Liszt, Mendelssohn, Chopin und viele Generationsgenossen stehe ... :no:

Weiß hier jemand, warum er die a-moll Sonate "Grösse"-Sonate genannt hat?