Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Suchergebnisse

Suchergebnisse 1-20 von insgesamt 97.

Montag, 24. Januar 2011, 15:57

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Fusion

Ich halte die Fusion aus verschiedenen Gründen für unpraktikablen Blödsinn: 1) Köln und Bonn sind unterschiedlich große Städte (viel mehr als Duisburg und Düsseldorf). Die Häuser sind sehr unterschiedlich, vor allem auch die Bühnenabmessungen. Jedes etwas komplexere Bühnenbild müsste doppelt angefertigt werden. In Köln ist der Raum größer. Beispiel: das brennende Schloss aus "Irrelohe" macht in Bonn von allen Plätzen zumindest ein wenig Eindruck. Vom zweiten Rang der Kölner Oper betrachtet sähe ...

Montag, 24. Januar 2011, 15:36

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Und noch´n Voting - Meine 6 liebsten Liederkomponisten - außer Schubert.

Nun denn, in der Reihenfolge: Hugo Wolf Gustav Mahler Hanns Eisler Benjamin Britten Francis Poulenc Robert Schumann

Montag, 24. Januar 2011, 15:36

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Der große Opernvergleich 5. Palestrina

Lieber Sven Godenrath, vielen Dank für deine fundierte Darstellung. Zwei Dinge möchte ich anmerken: Da ist zum einen die ambivalente Haltung zum Nationalsozialismus, die, obwohl es hier ja "der Kunst gilt" meines Erachtens nicht fehlen darf. Pfitzner hat die Nazis herbei gesehnt und ist dann von ihnen quasi nicht aufgeführt worden. Er war zwar mythomanischer Nationalist, andererseits konnten die Nazis mit seinem auf Verzichtsidealen basierenden, von Schopenhauer her kommenden Kunst- und Philosop...

Montag, 24. Januar 2011, 15:36

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Die Zauberflöte, Oper Köln, 11.12.2010

Geschätzte Kollegen, was die musikalischen Leistungen der neuen Kölner "Zauberflöte" angeht, gebe ich euch absolut recht. Das war gut, manchmal sehr gut. Wie bei der Pamina von Mojca Erdmann (ich war in der zweiten Vorstellung): herrliche Stimme, bruchlos geführt, intensiv im Ausdruck. Mein Tamino war Brad Cooper, der an den von mir hoch geschätzten Odinius leider nicht ganz heranreichte. Der Sarastro gefiel mir über die Maßen, wie alle anderen außer der Königin der Nacht, Jeanette Vecchione: ke...

Mittwoch, 14. Juli 2010, 08:38

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Kurt Rydl - "Der Mega-Baß"

Nochmal zur Frage, ob Kurt Rydl "großer Bassist der Gegenwart" oder "Alteisen" ist: Nach dem traurig-matten Flügelschlagen als Fasolt im Kölner "Ring" im Juni lässt sich keine "Größe" (mehr) konstatieren. Hingegen hörte ich ihn in den 90ern als Mephisto und Osmin in Köln und als Pimen und Ochs in Berlin. Der Eindruck war eigentlich immer derselbe: Keine "besondere" Stimme, nicht sehr individuell timbriert oder farbenreich. Groß natürlich. Aber ein "besonderer" Sänger, ein weit überdurchschnittli...

Freitag, 9. Juli 2010, 20:19

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Verachtet mir die Meister nicht – Wer war der beste Sachs?

Die Frage nach dem idealen Interpreten ist ja auch eine nach dem Stimmfach. Der Sachs ist ja von Baritonen, Bass-baritonen und Bässen gesungen worden. Stimmen mit reiner Bariton-Charakteristik wie Bernd Weikl mag ich in der Partie überhaupt nicht. Thomas Stewart, den ich auf Platte auch am besten finde, hat zwar die Baritonhöhe und dementsprechend im Wahnmonolog auch zu kämpfen, klingt aber wie ein Bass-Bariton. Meine größten Live-Erlebnisse hatte ich mit zwei Bässen. Das durch und durch menschl...

Dienstag, 29. Juni 2010, 12:36

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Don Giovanni - Köln, 27.06.2010

Lieber Wotan, Glückwunsch zum Premierenbericht, der durch und durch zutreffend ist. Es ist durchaus erstaunlich, dass ein Regisseur, der Figuren offenbar so gut führen kann wie Laufenberg, das an einigen Stellen doch nicht auf die Reihe bekommt, besonders gegen Ende hin. Vielleicht hat das doch damit zu tun, dass in der Schlusszene vor der Höllenfahrt, was sonst an dem Abend kaum passiert, das Libretto ziemlich ignoriert wird? Von Markus Stenz, von dem ich sonst nicht so viel halte, war ich, off...

Dienstag, 29. Juni 2010, 12:28

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Wotan

Lieber Wotan, warum muss jeder Bass-Bariton mit einer halbwegs expansionsfähigen Stimme immer gleich auf die Wotanschiene verfrachtet werden? Ich habe Relyea nur einmal im Konzert gehört (in "Rape of Lucretia" unter Ticciati neben Kirchschlager, Maltman und Bostridge) und mochte das schöne Timbre, die Artikulation und vor allem das anstrengungslose Singen. Warum nicht noch etwas Figaro (Mozart natürlich)? Wotan kommt früh genug. Wenn man das 20mal gemacht hat, geht nicht mehr viel anderes.

Montag, 21. Juni 2010, 08:15

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Franz Crass - ein edel timbrierter Basso cantante

Alles ist gesagt. Auch ich bin ein Anhänger von Crass. Nur zur Abrundung des Bildes: Eine Rolle wurde bisher nicht erwähnt: Pogner (unter Kubelik für den bayrischen Rundfunk, erhältlich bei callig). Wie Crass die Ansprache im ersten Akt singt! Die führt ja - notentechnisch gesprochen - kontinuierlich nach oben und ist recht lang. Crass merkt man nicht nur die Anstrengung nicht an, er findet auch im Ausdruck die adäquate Mischung aus Kindesliebe, Jovialität und repräsentativ aufgebrezeltem Selbst...

Donnerstag, 10. Juni 2010, 19:03

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Porcheria tedesca - 1791 - La clemenza di Tito

Geschätzter musikwanderer, du sprichst mir - unbekannterweise - aus der Seele. Ich liebe das Werk über alles. Sie ist sehr schön und reißt - gewissermaßen durch den Statuenmarmor hindurch - Menschenseelen auf. Eine so lebensechte, berührende Darstellung eines jungen, im Erwachsenwerden begriffenen Menschen wie Sesto finde ich in der ganzen Opernliteratur nicht. Auch die drei Arien des Titus sind wunderbar, jede zieht einen neuen Vorhang von ihm, bis er nackt und bloß vor uns steht, als jemand, d...

Mittwoch, 9. Juni 2010, 10:49

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Widerstand gegen das Regietheater wächst unaufhörlich - ist das Ende nah?

Liebe Kollegen, ich wiederhole auch hier noch mal meine These, dass es in erster Linie aufs Handwerk ankommt. Ob nun konservativ, pseudo-progressiv oder tatsächlich progressiv erscheint mir sekundär. Ich nehme als Beispiel mal die genannte Kölner "Samson und Dalila". Das war "Regietheater" und im zweiten Akt fand ich es grandios. Zwar fand das "Verführungskammerspiel" in einem heutigen Hotelzimmer statt, aber die fantastische, aus der Musik entwickelte Personenführung nahm mich ganz unmittelbar ...

Dienstag, 8. Juni 2010, 11:57

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Die erkenn ich blind !!! Charakteristische Frauenstimmen (3) Altstimmen

Altistinnen im engeren Sinne gibt es ja heute kaum noch. Aktuell gibt es Natalie Stutzmann Sara Mingardo Ewa Podles Die würde ich wohl auch erkennen. Von den großen alten Alten waren auch viele Mezzos (auch Margarete Klose und Hanna Schwarz, finde ich, sicher Horne und Ludwig). Erkennen würde ich wohl Marga Höffgen Maria von Ilosvay Helen Watts (meine absolute Favoritin) Ortrud Wenkel P.S. Ich habe in Februar in Aachen eine junge Sängerin gehört, Rebecca Raffell, noch keine 30, eine gewaltige, e...

Dienstag, 8. Juni 2010, 11:48

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Blender

Lieber Liebestraum, ich finde, du gehst mit ihm etwas hart ins Gericht, aber tendenziell gebe ich dir absolut recht. Ich höre in seinen Aufnahmen keine "eigene Stimme". Absoluter Negativhöhepunkt war für mich sein "Rigoletto"-Dirigat. Da hatte man wirklich mal große Sänger und eine ordentliche Inszenierung, nur der Dirigent verhindert einen außergewöhnlichen Abend! Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Luisi einem Dirigententypus angehört, den der Markt offenbar verlangt: Macht alles, was m...

Dienstag, 8. Juni 2010, 11:38

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Was soll eine Inszenierung eigentlich leisten ?

Lieber hart, ich wollte in keiner Weise gegen die "alten Zeiten" ins Feld ziehen oder mich gar als Verehrer des sogenannten Regietheaters "outen". Meines Erachtens geht es bei der Regie (wie beim Dirigat) vor allem um gedankliche Durchdringung des Werks und handwerklich saubere Umsetzung des Ergebnisses dieser Abend. Ich wollte darüber hinaus anmerken, dass ich glaube, dass das Kunstwerk für sich spricht und sprechen kann. Mit der Erstaufführung hat der schaffende Künstler das Werk frei gegeben,...

Montag, 7. Juni 2010, 10:18

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Giuseppe Taddei, ein Sänger für jeden Charakter

Durch die "Ungnade der späten Geburt" habe ich Taddei nur einmal live erlebt, als Falstaff 1991 in Wien neben Bernd Weikl und Sona Ghazarian. Da sang ein alter Mann, sicher, aber was für eine Lebendigkeit, was für eine Musikalität, was für eine Schönheit und Eleganz. Das vergesse ich nicht. Bemerkenswert finde ich an seinen Aufnahmen und Mitschnitten (15-20 habe ich gehört), dass nicht eine wirklich unter seinem Niveau ist. Stimme und Gestalter sind immer "voll da", immer wird die Partie beherrs...

Montag, 7. Juni 2010, 10:02

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Intention des Komponisten

Liebe Kollegen, in der hochinteressanten und vielschichtigen Diskussion lese ich immer wieder verwundert von der "Intention des Komponisten". Ich weiß nicht recht, was damit gemeint sein soll. Es gibt das Libretto, es gibt die Noten. Beide sind zu befolgen und zu interpretieren, wobei wir genau wissen, dass jeder Dirigent schon mal ein Tempo anders nimmt, ein Crescendo zuspitzt, ein Sänger eine Verzierung oder ein Rubato ainbaut, ein Regisseur nicht jede Szenenanweisung (Wer will ein Pferd in de...

Dienstag, 1. Juni 2010, 10:35

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Hanns Eisler

Ein Thread über Eisler!!! Wie wunderbar! Verdanke ich ihm doch einige meiner wunderbarsten musikalischen Erlebnisse. Vor Jahren hörte ich zum Beispiel einen Liederabend des kürzlich verstorbenen Walter Raffeiner, in dem er Lieder von Schubert und Eisler im Wechsel präsentierte, auch um zu belegen, wie Eisler sich in die Tradition des deutschen Kunstlieds stellt. Was mich etwas wundert, ist, dass Eislers opus magnum, die Deutsche Sinfonie, hier gar nicht vorkommt! Ein grandioses Werk ist das, man...

Dienstag, 1. Juni 2010, 10:17

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Anders

Liebe Kollegen, ihr habt in diesem thread ein sehr schönes, plastisches Bild von Peter Anders geschaffen, dem eigentlich wenig hinzuzufügen ist. Zwei Kleinigkeiten möchte ich aber doch anmerken: A) Die Sache mit dem Gemüt. Er hat nun viel Operette und deutsche Romantik "zweiter Klasse" gesungen. Allerdings empfinde ich seinen Vortrag nie auch nur ansatzweise als sentimental. Im Gegenteil ich finde alles ungeheuer organisch und rund, sehr natürlich in Artikulation und Phrasierung. Vielleicht ist ...

Dienstag, 1. Juni 2010, 09:59

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Was soll eine Inszenierung eigentlich leisten ?

Ja, was soll eine Inszenierung leisten? Ich möchte meine Idealvorstellung mal so formulieren: Sie soll mir die Ohren für die Musik noch weiter aufmachen. Genauso wie ich mir wünsche, dass mir die musikalische Seite die Augen weiter öffnet, will sagen: Ich wünsche mir eine auf Text und Musik gleichermaßen fussende musikalische Umsetzung. Außerdem wünsche ich, dass die theatralische Vision des Regisseurs jedem offenen Zuschauer zugänglich ist. Es darf keinerlei Werkkenntnis vorausgesetzt werden, k...

Dienstag, 18. Mai 2010, 09:49

Forenbeitrag von: »Grillparzer«

Horenstein

Der war letztes Jahr auch die ganz große Entdeckung für mich!!!! Da habe ich einen (leider französischen) Radiomittschnitt von Janaceks "Aus einem Totenhaus" gehört (gibt es bei cantus-lin). Das ist geradezu unheimlich gut. Alles klingt erfüllt und richtig! Ansonsten bedaure ich, dass ich nicht so viel von Kempe und Keilberth habe. Das will ich nachholen. Und - von den Jüngeren - unbedingt Hartmut Haenchen, Ivan Fischer, Thomas Hengelbrock. Und Maris Jansons. Meine letzte große Entdeckung ist Es...